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Großer Stern des Sports : „Der Sport baut Demokratie“

Bundespräsident Joachim Gauck würdigt und wird gewürdigt. Bild: dpa

Bevor Bundespräsident Joachim Gauck Eintracht Hildesheim für dessen Engagement in zehn Schulen mit Ganztagsangebot mit dem Goldenen Stern auszeichnet, nimmt er die Ehrenmedaille des deutschen Sports entgegen.

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          Die Haltung, die Sport dem Einzelnen vermittele, sei wichtiger als Erfolg, denn sie sei eine Stütze des demokratischen Gemeinwesens. Mit diesem Lob hat sich Bundespräsident Joachim Gauck von den Repräsentanten der mehr als 90.000 Sportvereine im Deutschen Olympischen Sportbund verabschiedet, als er am Montag in Berlin die Gewinner des Wettbewerbs „Sterne des Sports“ auszeichnete. Es gebe ein Unbehagen in der Gesellschaft, das in diesem Ausmaß bisher unbekannt war, sagte der scheidende Präsident.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Zudem entstehe dadurch, dass die Medien mehr über Probleme berichteten als über Erfolge, ein schiefes Bild bei der Wahrnehmung der Realität. „Und so braucht das Land Stützen des Zutrauens zu sich selbst und des Optimismus und auch des Willens: Wir werden gestalten, und zwar zum Positiven“, sagte Gauck. „Deshalb brauchen wir das Training dieser Haltung von Energie und Glaube an sich selbst und Zukunftsfähigkeit. Das wird klein aufgebaut. Der Sport gehört, mit anderen, zu den ermächtigenden Elementen in der Gesellschaft, zu einer Kraft, die viel größer ist als das, was die Athleten in ihren speziellen Disziplinen erreichen. Der Sport als Ganzes baut über die Haltung, die er hervorruft, Demokratie mit.“

          Man könne nicht wissen, was in der Gesellschaft der Zukunft gefordert sei. Jedoch: „Ohne Selbstvertrauen geht gar nichts, da geht nur Untergang.“ Bildung, Kultur und Sport trainierten, was in einem steckt, forderten das ab, was einen stolz mache, zeige, dass man Kräfte habe, die genutzt werden wollten. Bevor Gauck den Verein Eintracht Hildesheim von 1861 für dessen Engagement in zehn Schulen mit Ganztagsangebot mit dem Goldenen Stern und 10.000 Euro auszeichnete, nahm er die Ehrenmedaille des deutschen Sports entgegen. Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann, verlieh sie dem Staatsoberhaupt für seine „politische und menschliche Lebensleistung“.

          Gauck sagte bei seinem Dank auch: „Ich bin ein Bewunderer des Spitzensports. Ich will nicht so tun, als wäre der Vereinssport in der Breite und an der Basis alles, das wäre ein bisschen übertrieben. Wir alle schauen gebannt auf die großen Leistungen, und wir jammern mit denen, die unversehens eine Niederlage eingefahren haben wie unsere Handballer.“ Er sei hingerissen, wenn Menschen etwas aus sich herausholten, was sie zu Beginn überhaupt noch nicht kennen. „Man setzt sich Ziele, und dann noch Mal und noch Mal und dann ist man auf einmal Vorbild für unendlich viele Menschen, weil man an sich geglaubt hat. Das ist für mich fast das Wichtigste: Haltung.“

          Gauck warnte davor, sich vom Glanz des Goldes blenden zu lassen. Er wiederholte seinen Wunsch nach einer Olympia-Bewerbung Deutschlands. Das Bemühen, große Feste des Sports ins Land zu holen, strahle aus und baue die Leute auf. „Natürlich muss man Bürgerproteste, wie wir das in Hamburg erlebt haben, respektieren. Aber die Vorstellung, dass irgendwann nur noch autoritäre Staaten Ausrichter der großen Sportfeste werden, kann einen auch nicht wirklich begeistern.“

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