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Ganz Göteborg als Arena : Leichtathletik-EM beginnt vor dem Stadion

  • Aktualisiert am

Die Menschen in Göteborg werden auf die EM vorbereitet Bild: AP

„Die ganze Stadt wird eine Arena sein“, verspricht Claes Bjerkne, Chef des Göteborger Stadtmarketings, für die Leichtathletik-EM vom 7.-13. August. „Die EM ist für uns mehr als nur Sport. Wir wollen zu Europas menschlichsten und attraktivsten Städten zählen.“

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          Die 19. Leichtathletik-Europameisterschaften im schwedischen Göteborg (7.-13. August) sind als vielseitigste EM der Geschichte angelegt. Für ihre Initialzündung sollen zwar die schwedischen Asse Carolina Klüft (Siebenkampf), Christian Olsson (Dreisprung), Stefan Holm (Hochsprung) und Kajsa Berqvist (Hochsprung) sorgen, doch die Titelkämpfe beginnen schon weit vor den Toren des Ullevi-Stadions.

          „Die ganze Stadt wird eine Arena sein“, verspricht Claes Bjerkne, Chef des Göteborger Stadtmarketings. Während die Athleten um die handgefertigten Medaillen aus schwedischem Kristall kämpfen, findet nur fünf Gehminuten entfernt im Stadtzentrum das City Festival mit über 8000 kulturellen und musikalischen Angeboten überwiegend zum Nulltarif statt, darunter eine Picasso-Austellung.

          Die Marke Göteborg stärken

          Täglich bis zu 200.000 Besucher werden bei dem Festival erwartet. Die EM-Eröffnungsfeier wurde aus dem Stadion rausgeholt, um die Stimmung kräftig anzuheizen. Sie steigt am 6. August am Ende der Prachtstraße Kungsportsavenyen auf dem Götaplatsen. Top-Act ist der irische Pop-Star Ronan Keating.

          Traditionsreiche Sportstätte: das Göteborger Ullevi-Stadion

          Der erste Startschuß fällt erst einen Tag später. „Die Europameisterschaften sind für uns mehr als nur Sport. Durch sie wird eine Atmosphäre kreiert, von der sich die Menschen inspirieren lassen. Wir wollen zu Europas menschlichsten und attraktivsten Städten für Einwohner und Gäste zählen und stärken durch solche Großereignisse die Marke Göteborg“, erklärte Bjerkne: „Manche sagen, Großereignisse sind ein teurer Spaß, für uns sind sie ein gutes Geschäft.“

          Event-Hauptstadt Skandinaviens

          So erzielte die mit 500.000 Einwohnern zweitgrößte schwedische Stadt durch die Leichtathletik-WM 1995 Tourismus-Einnahmen in Höhe von 161 Millionen Euro. „1992 bei der Fußball-EM haben wir geübt, 1995 mit der Leichtathletik-WM unseren Abschlußprüfung gemacht und die Organisation von Events seitdem zu einem Geschäftsfeld ausgebaut. Wir sind die Event-Hauptstadt Skandinaviens geworden“, verkündet Bjerkne stolz.

          Konzerte von Robbie Williams, den Rolling Stones, das Ocean Race der Segler und die Leichtathletik-EM, zu der 1370 Athleten aus 48 Nationen erwartet werden, sind die Höhepunkte 2006. Allein für die EM steht ein Budget von rund 18 Millionen Euro zur Verfügung.

          Ullevi-Stadion kein guter Platz für Deutsche

          Das Ullevi-Stadion in Göteborg war übrigens schon bei drei Gelegenheiten Schauplatz schwerer Pleiten des deutschen Sports. Bei der Fußball-WM 1958 verlor das deutsche Team als Titelverteidiger mit 1:3 im Halbfinale gegen die Gastgeber und mit 3:6 im Spiel um Platz drei gegen Frankreich. Bei der Fußball-EM 1992 unterlag Weltmeister Deutschland im Finale gegen die erst als Ersatzmannschaft zur EM-Teilnahme gekommenen Dänen 0:2.

          Drei Jahre später schlitterte die deutsche Leichtathletik in Göteborg in die Krise, als bei der WM mehr als zwei Drittel der 95 Athleten in Vor- und Zwischenläufen sowie den Qualifikationen hängen blieb. Trotzdem wurden von den 28 Finalteilnehmern immerhin noch zwei Gold-, zwei Silber und zwei Bronzemedaillen gewonnen.

          32.000 Zuschauer-Plätze

          Die Arena wurde bereits 1916 als reines Fußball-Stadion gebaut. Zur Fußball-WM 1958 erfolgte dann der Umbau zum Leichtathletik- und Fußball-Stadion, das zuerst Nya Ullevi (Neues Ullevi) genannt wurde. Mittlerweile sagt man nur noch Ullevi-Stadion, es faßt nach dem Umbau zur Fußball-EM 43.000 Zuschauer. Bei der Leichtathletik-EM finden neben Offiziellen und Medienvertretern 32.000 Menschen Platz.

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