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164. Henkel-Preis der Diana : „Eine hübsche, kleine Stute“, die es in sich hat

  • -Aktualisiert am

Perfekt fürs klassische Stutenrennen: Toskana Belle Bild: picture alliance / dpa

Eigentlich hatten ihr die Buchmacher nicht viel zugetraut: Als Außenseiterin ging die Stute Toskana Belle des deutschen Trainers Andreas Wöhler in das Galopprennen. Dann lief sie der Konkurrenz davon.

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          Mehr als 22 Flugstunden liegen zwischen der Galopprennbahn am Düsseldorfer Grafenberg und dem Flemington Racecourse im australischen Bundesstaat Victoria. Und doch hat der Melbourne Cup, das wichtigste Galopprennen in „Down Under“, für die Hauptakteure des 164. Henkel-Preis der Diana, dem deutschen Stutenderby, eine zentrale Rolle gespielt – für Trainer, Besitzer, Berater und auch für den Jockey der Siegerin.

          Nur Toskana Belle, der eigentliche Star der mit 500.000 Euro Preisgeld fürstlich ausgestatteten Prüfung für dreijährige Stuten über 2200 Meter, zeigte sich von den internationalen Verbindungen unbeeindruckt. Wie auch von der Tatsache, dass ihr die Wetter wenig zutrauten: „Sie ist nicht wie eine 18 zu 1-Außenseiterin gelaufen, oder?“, flachste ihr Reiter, der Australier Kerrin McEvoy nach dem knappen Start-Ziel-Sieg vor den Stuten Wagnis und Mylady. „Sie ist eine hübsche, kleine Stute.“ Und Teil eines Plans, der perfekt aufging.

          Faible für deutsche Vollblutzucht

          Der Vollblutagent Ronald Rauscher hatte für seinen langjährigen Klienten, das Galoppsyndikat Australian Bloodstock, gezielt nach einer Starterin in dem klassischen Stutenrennen gesucht. Die Geschäftsführer der australischen Besitzergemeinschaft, Luke Murrell und Jamie Lovett, haben weltweit schon mehr als 700 Siege errungen. Sie haben ein Faible für die deutsche Vollblutzucht – und das schon bevor sie mit dem von Christoph Berglar gezüchteten Hengst Protectionist 2014 in Partnerschaft den Melbourne Cup gewannen.

          Rauscher wurde in der vom Münchner Buchmacher Simon Springer in Frankreich gezüchteten Toskana Belle, die im Mai in Düsseldorf ein Listenrennen gewann, fündig. Sie wechselte von Trainer Marian Falk Weißmeier von Mülheim an der Ruhr auf das Gestüt Ravensberg bei Gütersloh zu Andreas Wöhler. Schließlich hatte dieser Protectionist betreut und als erster deutscher Trainer den renommierten Melbourne Cup gewonnen. Wöhler ist ein Spezialist für den Preis der Diana. Es war bereits sein sechster Erfolg bei dem Stutenklassiker seit 1991.

          „Toskana Belle hat sich in den vergangenen vier Wochen toll entwickelt und nach dem Abschlusstraining letzte Woche konnten wir sie guten Gewissens nachmelden“, sagte der Trainer. Die Nachmeldung kostete 50.000 Euro – die Siegprämie betrug 300.000 Euro. „Da meine beiden Stalljockeys gerade gesperrt sind, war es ein Glück, dass Kerrin in der Nähe war“, sagte Wöhler. „Es hat mich gefreut, dass Andreas angerufen hat“, sagte McEvoy, der wegen eines internationalen Jockeywettbewerbs am Samstag im englischen Ascot weilte.

          Früh in seiner Karriere gewann der 41-Jährige zur Jahrtausendwende den Melbourne Cup. Das brachte ihm ein langjähriges Engagement für das Godolphin-Galoppimperium des Emirs von Dubai, Scheich Muhammad Bin Raschid Al Maktoum. In Deutschland gewann er in dieser Zeit drei Gruppe-1-Rennen, darunter zwei Mal den Großen Preis von Baden mit Warrsan (2004 und 2005).

          Zwei weitere Melbourne Cup-Triumphe folgten: 2016 mit dem vom Gestüt Schlenderhan gezogenen Almandin und 2018 mit Cross Counter für seinen ehemaligen Arbeitgeber Goldolphin. McEvoy, der in Streaky Bay, einer 1000-Seelen-Gemeinde nahe Adelaide aufwuchs, stammt aus einer Rennsportfamilie. Der Vater war Jockey, drei seiner Brüder ebenfalls. Und er ist der Schwager von Michelle Payne, die 2015 als erste Frau den Melbourne Cup gewonnen hat.

          Die Renntaktik fiel einfach aus: McEvoy ließ Toskana Belle von vorne galoppieren, sie führte bereits am Start und gewann das 2200-Meter-Rennen in der neuen Rekordzeit von 2 Minuten und 11,21 Sekunden.

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