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Hockey-Olympiasieger : Fürste fordert politisches Bekenntnis zum Sport

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Deutliche Worte: Moritz Fürste bleibt auch nach dem Ende seiner Karriere nicht stumm Bild: dpa

Deutsche Sportler sollen Medaillen gewinnen. Doch im internationalen Vergleich hinken viele Athleten hinterher. Eine Reform des Spitzensports soll die Wende bringen. Hockeyspieler Fürste knüpft diese an eine Forderung.

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          Platz zwei hinter Snowboarderin Silvia Mittermüller beim Geschicklichkeitsfahren konnte Moritz Fürste verkraften. „Erster unter den Normalsterblichen für diese Disziplin, das ist okay“, sagte der zweimalige Hockey-Olympiasieger am Dienstag im spanischen Playa de Granada am Rande der von der Deutschen Sporthilfe ausgerichteten Veranstaltung „Champion des Jahres“. Wie viele Rio-Olympiasieger und insgesamt rund 100 Top-Athleten kam der 31-Jährige bei strahlendem Sonnenschein ordentlich ins Schwitzen. „Es macht mega viel Spaß, sich mit den anderen zu messen. Und der Ehrgeiz ist groß.“

          Zwar steht bei der Urlaubswoche der Spaß im Vordergrund, aber auch fern der Heimat haben die Athleten sportpolitische Themen auf der Agenda. Mit Blick auf die anstehende Spitzensportreform forderte Fürste ein klares Bekenntnis der Politik zum Sport. „Wenn wir als Deutschland in 20 Jahren noch richtig konkurrenzfähig sein wollen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften, muss was passieren“, sagte der Hamburger, der in Rio mit Deutschland Bronze gewann und danach seine Karriere beendete.

          Olympische Erfolgsbilanz ist rückläufig

          Am Mittwoch werden auf einer internen Sitzung des Bundestagssportausschusses mit DOSB-Präsident Alfons Hörmann und Bundesinnenminister Thomas de Maizière die bisherigen Ergebnisse vorgestellt. Die olympische Erfolgsbilanz des deutschen Sports ist rückläufig. Holten die Deutschen bei den Sommerspielen 1992 in Barcelona noch 82 Medaillen, waren es in Rio nur noch 42.

          Für Fürste kann es nur einen Weg geben: ein klares Bekenntnis zum Sport und entsprechende Förderung sowie Professionalisierung. „Wenn die Entscheidung ist, wir wollen bei Olympischen Spielen eine der Top-3-Nationen sein, dann geht das nur über Vollprofis und viel mehr Investition in den Sport“, sagte er. Der Welthockey-Spieler von 2012 ergänzte: „Und wenn die Entscheidung ist: ’Es ist uns egal, wir wollen in der Breite Spaß haben, und wenn dann am Ende was rauskommt, ist das toll.’ Dann ist das eine Kommunikation, die dann aber auch so geführt werden muss.“

          Für die Probleme im deutschen Spitzensport sei Hockey das plakativste Beispiel. „Wenn im Hockey nichts passiert, wird Deutschland bei den übernächsten Olympischen Spielen nicht mehr medaillenfähig sein“, mahnte Fürste eindringlich. In den anderen Nationen seien inzwischen fast alle Profis, „die in den letzten vier Jahren nichts anderes gemacht haben. Und diese Entwicklung wird genauso weitergehen.“

          „Der Weg ist das Problem“

          Der zum „Champion des Jahres“ nominierte Wasserspringer Patrick Hausding spricht sich für eine zielorientierte Förderung aus. „Bisher wird man ganz gut gefördert, wenn man in der Spitze ist. Aber der Weg dahin ist das Problem, damit haben die meisten Sportler zu kämpfen. Da muss auf jeden Fall angesetzt werden“, sagte der Olympia-Dritte vom 3-Meter-Brett.

          Hausding holte die einzige Medaille für den Deutschen Schwimmverband, der stellvertretend für die Misere im deutschen Sport steht. Im November findet eine große Verbandstagung statt, Hausding ist als Aktivensprecher der Wasserspringer dabei. „Ich denke, es wird eine große Reform geben. Es muss sich was ändern, denn es ist mehr als offensichtlich, dass es große Probleme gibt“, meinte der Berliner.

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