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Steffi Graf wird 50 : „Ich wünschte, das wäre später in meiner Karriere passiert“

Der 22. und letzte: Steffi Graf nach dem spektakulären Sieg gegen Martina Hingis bei den French Open 1999 Bild: SVEN SIMON

Grand Slam und Olympiasieg, 377 Wochen Nummer eins der Welt, 22 gewonnene Grand-Slam-Turniere. Heute ist sie selten auf großen Tennisturnieren zu sehen. Mit 50 kann sie sein, was einst kaum möglich war: Stefanie Graf, die private Person.

  • -Aktualisiert am
          4 Min.

          Zu den großen Tennisturnieren trifft sich die Familie, das war erst neulich in Paris wieder so. Bei einem Gang durch das Fernsehzentrum kreuzen Martina Navratilova, Chris Evert, Boris Becker oder John McEnroe den Weg, auch Björn Borg taucht immer mal wieder auf, Mats Wilander sowieso, und selbst der 80 Jahre alte Rod Laver schaut regelmäßig Spiele in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York an. Sie analysieren, diskutieren, kritisieren, weil Tennis ein wesentlicher Teil ihres Lebens war und ist. Man könnte es Liebe nennen, muss man aber nicht; eine stabile Beziehung fürs Leben scheint es allemal zu sein. Stefanie Graf ist selten bei einem dieser Treffen dabei. Hier und da vielleicht im Auftrag ihrer langjährigen Werbepartner, und sie macht ihre Sache gut, doch auch nach all den Jahren sind öffentliche Auftritte offensichtlich nicht ihr Ding.

          Viel zurückgezogener und leiser als die einstmals beste Spielerin der Welt kann man nicht leben, schon gar nicht in Las Vegas, wo sie seit 20 Jahren mit ihrem Mann Andre Agassi und den beiden Kindern zu Hause ist. Sohn Jaden Gil, der begeistert Baseball spielt, wird im Oktober 18, die Tochter Jaz Elle ist zwei Jahre jünger. Als Graf und Agassi damals ein paar Tage vor der Geburt des Sohnes heirateten, standen sie barfuß und in Jeans in ihrem Haus vor einem Friedensrichter, Zeugen der Zeremonie waren nur die beiden Mütter und drei Rasenpfleger, die gekommen waren, um sich um den Garten zu kümmern, und so zufällig Zeugen des Ja-Wortes wurden. So hat Agassi die Szene in seiner vor zehn Jahren erschienenen Autobiografie „Open“ beschrieben; man kann davon ausgehen, dass die Gattin in ihrem früher oft nicht erfüllten Wunsch, eine private Person sein zu dürfen, davon eher nichts verraten hätte.

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