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French Open : Grönefelds Geheimnis: Schlafen

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Ganz ausgeschlafen: Anna-Lena Grönefeld Bild: dpa

Anna-Lena Grönefeld hat an ihrem 21. Geburtstag bei den French Open Großes vollbracht: Als erste Deutsche seit 2000 steht sie nach einem Sieg über Gisela Dulko im Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers. Dort fordert sie nun Justine Henin-Hardenne.

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          Anna-Lena Grönefeld beschenkte sich zum Geburtstag mit dem bislang größten Erfolg ihrer Karriere, Thomas Haas und Nicolas Kiefer dagegen verabschiedeten sich wieder einmal sang- und klanglos von den French Open in Paris.

          „Das ist auf jeden Fall ein Meilenstein“, sagte die beste deutsche Tennisspielerin nach ihrem 6:3, 6:4-Erfolg gegen Gisela Dulko aus Argentinien (Siehe auch: Tennis: Ergebnisse von den ATP-Turnieren). Am Dienstag darf sie sich nun im ersten Grand-Slam-Viertelfinale ihres Lebens mit der Titelverteidigerin Justine Henin-Hardenne aus Belgien messen - und von den ungeliebten Nebenplätzen auf den Center Court oder den nur wenig kleineren „Court Suzanne Lenglen“ umziehen.

          „Das beste Geburtstagsgeschenk habe ich mir selbst gemacht“, sagte die seit Sonntag 21 Jahre alte Fedcup-Spielerin, die 2003 die Junioren-Konkurrenz der French Open gewann. „Ich habe hier noch nie auf den großen Plätzen gespielt. Um bei den Grand Slams erfolgreich zu sein, arbeitet man das ganze Jahr.“ Während Grönefeld als erste deutsche Spielerin in einem Grand-Slam-Viertelfinale seit sechs Jahren - als Anke Huber 2000 bei den US Open in der Runde der letzten Acht stand - auf der roten Asche von Roland Garros für Furore sorgt, fand für die Davis-Cup-Spieler Haas und Kiefer die ohnehin durchwachsene Sandplatz-Saison dagegen ein unrühmliches Ende.

          „Ich habe noch viel vor”
          „Ich habe noch viel vor” : Bild: REUTERS

          Desaster für DTB-Herren

          Seit zehn Jahren findet bei den Herren die zweite Woche der French Open nun schon ohne einen Profi des Deutschen Tennis Bundes (DTB) statt. Zwar ist Sand bekanntermaßen nicht der Lieblingsbelag von Kiefer und Haas - doch die Art und Weise, wie sich vor allem der Hamburger Haas aus dem prestigeträchtigen Turnier verabschiedete, war erschreckend. Bei der glatten Dreisatz-Niederlage gegen den 19 Jahre alten Novak Djokovic aus Serbien-Montenegro hatte sich der 28jährige vom jüngsten im Feld verbliebenen Spieler vorführen lassen. „Scheiß Sandplatz-Saison“, fluchte Haas sogar während des Matches und erklärte nach der Pleite: „Jetzt hoffe ich auf bessere Zeiten.“

          Das gilt auch für Kiefer, der wieder einmal vom eigenen Körper gestoppt wurde. Für den Hannoveraner war ebenfalls in der dritten Runde Endstation, nachdem er gegen den Tschechen Tomas Berdych wegen einer Blessur am Handgelenk aufgeben mußte. „Schade, ich war in einer guten Form, physisch und psychisch bereit“, sagte Kiefer. „Auf dem Rückflug habe ich mir aber mit Coach Sascha Nensel geschworen, daß auch das uns nicht von unserem Weg abbringen darf. Ich bewahre meine Zuversicht.“

          Schmerzen am ganzen Körper

          Obwohl auch sie in den ersten Runden mit Schmerzen am ganzen Körper und Verbänden am rechten Arm sowie an beiden Füßen und am Rücken spielte, biß sich Grönefeld durch. Auf die Frage, wie sie sich die lange Zeit bis zu ihrem Einsatz vertrieben habe, antwortete sie: „Ich habe in der Umkleidekabine ein wenig geschlafen. So ein kleines Nickerchen, nicht länger als 30 Minuten, tut ganz gut.“

          So präsentierte sie sich gegen Dulko hellwach - ganz im Gegensatz zu der Weltranglistenersten Amélie Mauresmo. Just zu dem Zeitpunkt, als Grönefeld auf Court 1 jubelnd zum Netz rannte, verabschiedete sich die bei ihrem Heimspiel an Nummer eins gesetzte Französin auf dem Center Court völlig überraschend nach einer 7:6 (7:5), 1:6, 2:6-Niedferlage gegen die Tschechin Nicole Vaidisova aus dem Turnier und mußte auch im zwölften Anlauf ihren Traum vom ersten Sieg in Paris begraben. „Mauresmo am Boden“, titelte die „L'Équipe“ am Tag danach. „Die Jahre vergehen und die Ergebnisse für Mauresmo gleichen sich.“

          Federer und Nadal kommen weiter

          Derweil rückt das Traumfinale zwischen dem Weltranglistenersten Roger Federer und „Sandplatz-König“ Rafael Nadal näher. Der seit Samstag 20 Jahre alte Nadal folgte mit einem 6:2, 5:7, 6:4, 6:2-Erfolg gegen den australischen Tennisprofi Lleyton Hewitt am Montag dem top-gesetzten Schweizer ins Viertelfinale des Grand-Slam-Turniers in Paris. Dort trifft der Titelverteidiger aus Spanien, der seine imposante Erfolgsserie auf Sand auf 57 Siege in Folge ausbaute, am Mittwoch auf den serbischen Shootingstar und Haas-Bezwinger Novak Djokovic, der sich gegen Gael Monfils aus Frankreich 7:6 (7:5), 7:6 (7:5), 6:3 durchsetzte.

          Alexander Waske erreichte an der Seite von Andrei Pavel (Rumänien) zum zweiten Mal in seiner Karriere bei einem Grand-Slam-Turnier das Halbfinale im Doppel. Der Frankfurter war nach dem 2:6, 6:2, 6:1, gegen Xavier Malisse/Mahesh Bhupathi (Belgien/Indien) gewohnt selbstbewußt. „Ich will dieses Turnier gewinnen. Unsterblich wird man nur, wenn man einen Grand-Slam-Titel holt“, sagte der 31jährige. Bereits bei den Australian Open 2005 hatte er an der Seite des Österreichers Jürgen Melzer einmal das Doppel-Halbfinale bei einem Grand-Slam-Turnier erreicht.

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