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French Open : Grönefeld gewinnt Mixed-Titel gegen Görges

  • -Aktualisiert am

Anna-Lena Grönefeld mit ihrem Mixed-Partner Jean-Julien Rojer Bild: AP

Im Einzel ist Anna-Lena Grönefeld verschwunden, doch für deutsche Grand-Slam-Titel hat zuletzt nur sie gesorgt. In Paris folgte der zweite Erfolg im Mixed – und das auch noch gegen ihre Doppelpartnerin und Freundin.

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          Wen sucht man sich aus für ein gemischtes Doppel? Bruder oder Schwester, wie die in den achtziger Jahren erfolgreichen Tschechen Helena Sukova und Cyril Suk?

          Eine Frau, die einem gefällt wie im Fall des Österreichers Jürgen Melzer, der vor drei Jahren in Wimbledon mit Iveta Benesova gewann, die er gut ein Jahr später heiratete? Oder ein Mädchen, dem man auf diese Weise seine Liebe erklären möchte, wie es einst beim schwer in Anke Huber verschossenen Russen Andrej Medwedew der Fall war? 

          Der Normalfall ist – wie fast immer im Leben – weniger romantisch. Als Anna-Lena Grönefeld vor fünf Jahren mit Mark Knowles von den Bahamas in Wimbledon den Titel gewann, hatten sich die beiden über Facebook verabredet.

          Last-Minute-Kombination

          Diesmal war es eine Entscheidung kurz vor Toresschluss, mit der ihr aktueller Partner Jean-Julien Rojer, wie er am Donnerstag in der Siegerrede auf dem Court Central im Scherz erwähnte, eine Freundin gewann, aber auch eine andere verlor, der er absagen musste. Grönefeld wollte ursprünglich mit dem Österreicher Alexander Peya spielen, doch der teilte ihr während des Turniers in Rom mit, er stehe nicht zur Verfügung, und danach waren die meisten potentiellen Kandidaten schon vergeben.

          Rojer, der wie Knowles aus der Karibik stammt, machte sich sozusagen frei. Die Last-Minute-Kombination passte gut: Ohne je vorher miteinander trainiert zu haben, gewann die beiden fünf Spiele in Paris und am Ende bei Rojers Premiere auf dem Court Central mit dem Sieg über Julia Görges und Nenad Zimonjic (2:6, 6:2, 10:7) das Turnier.

          Die Geschichte, wie Landsfrau Görges ihren Partner gefunden hatte, spricht für den guten Ruf, den sie im Kreise der Doppelspieler genießt. Während des Turniers in Rom ließ der Serbe Görges’ Coach Sascha Nensel wissen, er würde gern bei den French Open Mixed mit Julia spielen, und so ein Angebot von einem der besten und erfolgreichsten Doppelspieler lehnt man ja nicht ab. Beide waren sich hinterher einig, dass die Partnerschaft irgendwann fortgesetzt werden soll, Görges war allerdings ein wenig geknickt, dass sie im Finale nicht so gut spielte, wie sie sich das vorgestellt hatte.

          „Ein glücklicherer Mensch“

          Bei Anna-Lena Grönefeld lief es besser – einen Tag, nachdem sie an ihrem 29. Geburtstag im Halbfinale drei Matchbälle abgewehrt hatte. Die kleine Replica des Siegerpokals wird nun einen Platz zu Hause neben der anderen kleinen Trophäe aus Wimbledon bekommen.

          In gewisser Weise ist die Pariser Silberware ein Symbol für die Bedeutung einer wichtigen Entscheidung: Vor drei Jahren hatte sie beschlossen, nur noch Doppel und Mixed zu spielen, weil sie das Gefühl hatte, dem Stress und Druck der Einzelkonkurrenz auf die Dauer nicht gewachsen zu sein. „Seitdem“, sagt sie, „bin ich ein glücklicherer Mensch.“

          Glücklich und im Reinen mit sich gewann sie den ersten deutschen Grand-Slam-Titel auf diesem so speziellen roten Tennisplatz seit Steffi Grafs Sieg gegen Martina Hingis auf den Tag genau 15 Jahre zuvor, dem letzten der 22 im Einzel in Grafs glorreicher Karriere. Der Sieg machte sich gut als Einstimmung für den Auftritt von Andrea Petkovic ein paar Stunden später im Halbfinale gegen Simona Halep.

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