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Krawietz/Mies bei French Open : Ein Finale mit besonderer Bedeutung

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Wiederholungstäter? Andreas Mies (links) und Kevin Krawietz können bei den French Open ihren zweiten Titel gewinnen. Bild: dpa

Die Kraft der Erinnerung: Andreas Mies und Kevin Krawietz stehen zum zweiten Mal im Doppel-Finale von Paris. 2019 gelang den beiden Deutschen der ganz große Coup. Und in diesem Jahr?

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          Neulich sagte ein Scherzkeks in der Kabine zu Andreas Mies, er solle doch mal über seine Bilanz in Paris nachdenken, die besser sei als die gefeierte Erfolgsliste des Kollegen Rafael Nadal. Hinter einem solchen Vergleich steckt eine sehr spezielle Sicht der Dinge, aber fest steht, dass der Kölner Mies und sein Coburger Partner Kevin Krawietz im Gegensatz zum Spanier noch nie ein Spiel im Stade Roland Garros verloren haben. Beim überraschenden Gewinn des Titels im Juni vergangenen Jahres nicht und auch jetzt nicht bei den verspäteten French Open anno 2020. Mies ist Rheinländer, er lacht gern und viel, und der Gedanke gefiel ihm. „Vielleicht“, meinte er sichtlich amüsiert, „sollten wir zurücktreten, wenn wir jetzt noch mal gewinnen.“

          An diesem Samstag (ab etwa 16.15 Uhr bei Eurosport), nach dem Finale der Frauen (ab 15.00 Uhr bei Eurosport), werden Krawietz und Mies wieder um den Titel spielen, und das allein ist kaum hoch genug einzuschätzen. Zum einen deshalb, weil die besten Doppel der Welt auf dem gleichen Niveau spielen, Sieg und Niederlage oft nur eine Frage von ein, zwei Punkten sind. Nach dem Spiel der dritten Runde gegen die Franzosen Bonzi und Hoang wären die Titelverteidiger fast schon draußen gewesen, aber drei abgewehrte Matchbälle verlängerten den Traum.

          Gegner in bemerkenswerter Form

          Die beiden folgenden Spiele gewannen Krawietz und Mies souverän, zuerst gegen die Briten Jamie Murray und Neal Skupski und dann im Halbfinale gegen den Niederländer Wesley Koolhof und dessen kroatischen Partner Nikola Mektic. Den ersten Punkt holten sie, obwohl sie sich während des Ballwechsels fast im Weg gestanden hätten, beim letzten half Krawietz’ krachender Return. Hinterher waren beide der Meinung, ihr Plan habe extrem gut funktioniert, nachdem sie vor ein paar Wochen bei den European Open in Hamburg noch gegen diese Gegner verloren hatten.

          Die Erinnerungen der beiden an den Coup vom vergangenen Jahr werden an jeder Ecke der Anlage wieder wach und sind trotz der unvermeidbaren Einschränkungen in jedem Spiel ein paar Punkte wert. Im Finale werden sie die beste Form und viel Rückenwind brauchen, denn die Gegner Mate Pavic und Bruno Soares sind bemerkenswert gut in Form. Bei den US Open vor ein paar Wochen gewannen der Kroate und der Brasilianer ihren ersten Grand-Slam-Titel zusammen, interessanterweise mit einem Sieg im Finale über Koolhof/Mektic. Pavic und Soares hatten jeweils mit anderen Partnern schon die größten Titel gewonnen; keine ganz ungewöhnliche Geschichte im Doppel-Leben, wo Partnerschaften in den meisten Fällen nicht für die Ewigkeit gedacht sind.

          Kevin Krawietz und Andreas Mies hatten von Anfang an das Gefühl, sie harmonierten gut miteinander und könnten zusammen um Titel spielen, seit sie es vor drei Jahren zum ersten Mal bei einem kleinen Turnier in Meerbusch miteinander versucht hatten. Dass sie nun zum zweiten Mal auf dem Court Central um eine der wichtigsten Trophäen des Tennis spielen, ist aber auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil es nicht nur rein rechnerisch einen Unterschied macht, ob man eine davon gewinnt oder mehrere; es ist die aus der Musik bekannte Geschichte vom One-Hit-Wonder.

          Im Buch der Erfolge des deutschen Tennis kommen in der Rubrik Doppel nur zwei Namen zweimal vor: Claudia Kohde-Kilsch, die 1985 bei den US Open und zwei Jahre später in Wimbledon mit ihrer tschechischen Partnerin Helena Sukova gewann, und Philipp Petzschner, Sieger in Wimbledon 2010 und in New York 2011 gemeinsam mit Jürgen Melzer aus Österreich. In einer Nebenrubrik steht seit kurzem Laura Siegemund, die 2016 in New York mit Mate Pavic das Mixed gewann und vier Jahre danach das Doppel mit Wera Swonarewa.

          Pavic? Damit wären wir wieder beim zweiten Finale von Kevin Krawietz und Andreas Mies, die sich in jeder Hinsicht wünschten, alles könnte so sein wie im vergangenen Jahr. Damals saß eine Gruppe von fast fünf Dutzend Freunden und Mitgliedern beider Familien zur Unterstützung auf der Tribüne. Diesmal werden sie es fast allein hinkriegen müssen; pro Doppel gab es nur vier Karten.

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