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Freiwasserschwimmen : Goldene Belohnung nach fünf Stunden im kalten Wasser

  • Aktualisiert am

Alleine im Lake Lupa: Lea Boy Bild: EPA

Für 25 Kilometer im 17,5 Grad kalten Lake Lupa benötigt Lea Boy exakt 4:53:57 Stunden. Damit gewinnt die 21-Jährige souverän den EM-Titel im Freiwasserschwimmen.

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          Noch vor der ersehnten Goldmedaille wollte Lea Boy das wärmende Frottee-Handtuch in die fast tauben Hände bekommen. Nach knapp fünf Stunden im 17,5 Grad kalten Lupa-See war die Freiwasserschwimmerin trotz Neoprenanzug durchgefroren aber überglücklich. Die 21-Jährige hatte mit einer famosen Leistung über 25 Kilometer am Sonntag für einen goldenen Abschluss der EM-Freiwasserrennen gesorgt und sich selbst den ersten internationalen Einzel-Titel beschert. „Ich freue mich natürlich riesig“, sagte die 21-jährige: „Es war zwischendurch ein bisschen kalt, aber dann kam zum Glück etwas die Sonne raus.“ Nun könne sie es aber kaum erwarten, ins Hotel zu kommen: „Da gibt es eine heiße Dusche“.

          „Ich hatte eigentlich keinen Plan“

          Ihr Herz erwärmt hatte zuvor auch die Siegerehrung. Als zu ihren Ehren die Nationalhymne gespielt wurde, kämpfte sie mit den Tränen. Die Goldmedaille hatte sie sich aus Hygienegründen selbst um den Hals hängen müssen, doch das trübte die Freude nicht. Ihr Strahlen war auch hinter der Corona-Schutzmaske deutlich zu erkennen.

          Die Elmshornerin hatte etwa vier Kilometer vor dem Ziel eine beeindruckende Attacke gestartet und Lara Grangeon (Frankreich) und Barbara Pozzobon (Italien) am Ende um mehr als eine Minute auf die Plätze distanziert. Boy erreichte ihren größten internationalen Einzelerfolg und schon die zweite Medaille der diesjährigen Titelkämpfe nach Bronze mit der Staffel,  sowie den ersten deutschen EM-Titel in dieser Disziplin seit dem Sieg von Angela Maurer im Jahr 2006.

          „Ich hatte eigentlich keinen Plan“, bekannte Boy hinterher: „Um ehrlich zu sein: Ich war am meisten überrascht, als ich gesehen habe, dass mir niemand folgen konnte.“ Elea Linka (Barsbüttel) belegte einen guten sechsten Platz, Jeannette Spiwoks (Würzburg) stieg knapp zehn Kilometer vor dem Ziel aus.

          Bei den Männern unterstrich der Franzose Axel Reymond seine Ausnahmestellung auf der längsten Distanz. Der Weltmeister von 2017 und 2019 gewann das EM-Rennen über 25 Kilometer. Nach 4:35:59,8 Stunden schlug er vor dem Italiener Matteo Furlan und dem Russen Kirill Abrosimow an. Niklas Frach (Gelnhausen) belegte den 13. Platz. Andreas Waschburger aus Saabrücken hatte nach einem positiven Corona-Test verzichten müssen.

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