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Frauenhandball : Der Extremist

Erfolgreicher Trainer, umstrittener Trainer: Herbert Müller (im Bild beim Nürnberger Pokalsieg 2004) Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Geliebt und verhasst: Der umstrittene Trainer Herbert Müller ist eine schillernde Figur im Frauenhandball. Er ist erfolgreich, aber viele werfen ihm unseriöse Machenschaften vor.

          3 Min.

          Mittelmaß ist für Herbert Müller ein Schimpfwort. „Warum sollte ich mich damit zufriedengeben?“, fragt der Trainer des Frauenhandball-Bundesligavereins Thüringer HC, für den er seit dem Sommer verantwortlich ist. Müller zählt zu den besten Trainern der Liga. Mit den Thüringerinnen steht er nach acht Partien an der Tabellenspitze. Der 48-Jährige sucht immer maximalen Erfolg, seine Methoden sind umstritten.

          Am vergangenen Samstag verliert der Thüringer HC im heimischen Bad Langensalza sein erstes Saisonspiel 25:30 gegen Bayer 04 Leverkusen. Als Renate Wolf die Halle verlässt, wird sie ausgebuht, ausgepfiffen, beschimpft. Die Trainerin und Geschäftsführerin der Leverkusenerinnen hatte dem THC vor dem Spiel „Wirtschaftsdoping“ und „Mondgehälter“ vorgeworfen. Sie sagt, Herbert Müller hätte seinen neuen Verein dazu gedrängt, Spielerinnen mit Versprechungen zu locken, die nicht zu halten sind.

          Wolf wirft Müller vor, mit seinen Arbeitsmethoden „verbrannte Erde“ zu hinterlassen. Er sei schon bei früheren Stationen für wirtschaftliches Chaos mitverantwortlich gewesen. Der Thüringer Trainer widerspricht den Vorwürfen vehement. „Die Unterstellungen sind eine bodenlose Frechheit“, sagt er. Der gebürtige Rumäne redet ebenso rasant, wie er sein Team spielen sehen will.

          Enthusiasmus färbt ab

          Nur wenige Teams der Bundesliga spielen so athletisch, so aggressiv. Keines sucht so schnell den Abschluss. Wenn der THC spielt, rennt Müller an der Seitenlinie auf und ab. Er ballt die Fäuste nach Toren, tobt bei fragwürdigen Entscheidungen der Schiedsrichter, rudert immer wieder mit den Armen. „Ich war schon immer ein absoluter Fighter“, sagt Müller. Sein Enthusiasmus färbt ab. Trotz der Niederlage feiert das Publikum sein Team frenetisch.

          „Er kann eben sehr gut überzeugen“, sagt Renate Wolf. Ihre Attacken kommen nicht von ungefähr: Vor zwei Jahren war der THC sportlich abgestiegen, in der vergangenen Saison belegte er den achten Rang. Für ihre Jugendarbeit wurden die Thüringer jedoch stets gelobt - der Verein kooperiert mit einer Sportschule, vergibt Sportstipendien.

          Als in der Sommerpause dann Müller kam, leitete er einen Umbruch ein. Der Etat wurde um fünfzehn Prozent auf eine knappe Million Euro erhöht, zahlungskräftigere Sponsoren gewonnen und neun neue Spielerinnen verpflichtet. Aus der eigenen Jugend findet sich im Bundesligateam fast niemand. Müller sagt: „Wir fühlen uns dazu verpflichtet, ins internationale Geschäft einzusteigen.“

          Für ihn ist es selbstverständlich, die Ziele vorzugeben. Der drahtige Mann bestand darauf, Spielerinnen zu verpflichten, mit denen er bereits zusammengearbeitet hat. Außerdem wurde sein Bruder Helfried als Co-Trainer eingestellt, weil Müller nur ihm hundertprozentig vertrauen könne.

          Immer wieder Pleiten

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