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Basketball-Playoffs : Die Bayern kämpfen sich zurück

Die Bayern haben den längeren Atem und gewinnen Spiel drei gegen Frankfurt Bild: dpa

Zwei Tage nach der Klatsche von Frankfurt gewinnen die Basketballer des FC Bayern wieder gegen die Skyliners. In der Best-of-Five-Serie des Viertelfinals haben die Münchner nun die Trümpfe in der Hand.

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          „Unsere Mannschaft wird die richtige Antwort auf das letzte Spiel geben“, hatte Marko Pesic, der Geschäftsführer der Bayern-Basketballer und Sohn des Trainers, nach der 69:93-Pleite des deutschen Meisters am Dienstag in Frankfurt angekündigt. Und diese Antwort auf die von den Münchnern als „aggressiv“ empfundene Spielweise der Skyliners ließ zwei Tage später, im dritten Spiel der Play-off-Serie, nicht lang auf sich warten.

          Christian Eichler
          Sportkorrespondent in München.

          Schon nach fünf Minuten brachte ein Ellbogenschlag von Nihad Dedovic gegen den Frankfurter Center Danilo Barthel dessen Trainer Gordon Herbert auf die Barrikaden, er leistete sich ein erregtes Wortgefecht mit dem Münchner Kollegen Svetislav Pesic. Die Szene gab am Donnerstag die Richtung vor: Diesmal, in eigener Halle, waren die Bayern das deutlich aggressivere Team. Sie blieben es bis zum Endstand von 82:64. Damit benötigen die Skyliners am Sonntag in Frankfurt einen Sieg, um die Viertelfinal-Serie auszugleichen und ein Entscheidungsspiel am Mittwoch in München zu erzwingen.

          „Wir müssen den Kampf annehmen und zurückschlagen“, hatte der Münchner Center-Hüne John Bryant gefordert, und diese Schlagkraft zeigte sich vor allem unter den Körben. 16 Offensiv-Rebounds waren den Frankfurtern im zweiten Spiel gelungen, eine Zahl, die Bayern-Trainer Pesic weh tat, weil er Offensiv-Rebounds als Frage des Willens betrachtet – den Willen, dorthin zu gehen, wo es wehtut.

          Am Donnerstag sprach die Statistik schon zur Pause Bände darüber, dass die in Bestbesetzung angetretene Meistertruppe es diesmal an Willenskraft nicht mangeln lassen wollte. Sie dominierte unter den Körben, kam auf 26:12 Rebounds, davon 7:1 in der Offensive. „Die Bayern waren herausragend bei den Rebounds“, räumte Herbert ein.

          Keine Frankfurter Lösungen in der Offensive

          „Unsere Reaktion auf die Niederlage in Frankfurt zeigte sich an der Art, wie konzentriert wir anfingen und wie engagiert wir die erste Hälfte spielten“, sagte Pesic. „Wir haben auch, was nicht einfach ist gegen Frankfurt, ihren Offensive-Rebound kontrolliert und keine Fastbreaks zugelassen. Genauso müssen wir auch am Sonntag spielen.“

          Herberts Mannschaft fand in der Offensive vor allem vor der Pause keine Lösungen gegen die bissige Defensive der Bayern. Sie wurde zu Würfen aus schlechter Position gezwungen und kam nur auf eine Trefferquote von 30 Prozent. In der zweiten Hälfte fingen sich die Frankfurter zwar, doch mit dem Halbzeitstand von 46:28 war die Partie so gut wie entschieden. Im dritten Viertel konnten sie die Bayern einmal sogar mit einem aggressiven Pressing überraschen, sie zu fünf Ballverlusten zwingen, was Pesic vor Wut seinen Marker für die Taktiktafel aufs Parkett schmeißen ließ.

          Ausbeute bei „Dreiern“ macht den Unterschied

          Doch diesen Zwischenspurt der Skyliners von 56:33 auf 56:42 hatte der Meister rasch wieder wettgemacht, vor allem dank der 69-prozentigen Trefferquote seines Kapitäns Bryce Taylor, der auf 23 Punkte kam. Dazu war für gleich drei Frankfurter die Partie schon vorzeitig nach ihrem jeweils fünften Foul beendet, für Sean Armand, Quantez Robertson und Aaron Doornekamp, während bei den Bayern nur John Bryant frühzeitig Feierabend am Feiertag hatte.

          Bester Werfer bei den Frankfurtern war Danilo Barthel mit 17 Punkten. Die Wurfleistungen der Skyliners blieben vor allem aus der Distanz sehr mager. Von ihren 17 Dreipunkteversuchen fanden nur zwei ihr Ziel, bei den Bayern waren es acht von 19. Am Ende entsprach der Rückstand im Schlussresultat exakt dem Unterschied in der Ausbeute bei den „Dreiern“.

          Bamberger im Playoff-Halbfinale

          Die Brose Baskets Bamberg haben als erste Mannschaft das Playoff-Halbfinale um die deutsche Basketball-Meisterschaft erreicht. Der Tabellenerste der Hauptrunde gewann auch das dritte Viertelfinalspiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg mit 87:79 (35:42). Erfolgreichste Werfer vor 6800 Zuschauern in der Brose Arena waren der Ludwigsburger David Kennedy mit 22 und der Bamberger Bradley Wanamaker mit 21 Punkten. Im Halbfinale trifft der deutsche Meister der Jahre 2010 bis 2013 auf den Sieger des Duells ratiopharm Ulm gegen die Telekom Baskets Bonn. Dort steht es vor dem dritten Spiel an diesem Freitag nach Siegen 1:1.

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