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Eishockey : Die Krönung der Frankfurter Löwen

So sehen Sieger aus: Die Frankfurter Eishockey-Cracks bejubeln einen Treffer – später folgte die große Sause. Bild: Jan Huebner

Mit dem 5:2-Sieg im sechsten Spiel gegen Bietigheim sichern sich die Frankfurter den Titel in der DEL2. Das ist der vorläufige Höhepunkt nach dem Neubeginn des Eishockeyklubs.

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          „Es geht ums Ganze! Kämpfen für Frankfurt.“ Das stand auf einem Plakat, das Fans der Löwen in die Höhe hielten. Der Appell an die heimischen Eishockey-Cracks war Hoffnung und Warnung zugleich: Wenn nicht jetzt, wann dann? Nachdem die Frankfurter die ersten drei Spiele der Finalserie in der DEL2 gegen die Bietigheim Steelers gewonnen, die beiden folgenden aber verloren hatten, sollte die sechste Begegnung in der Eissporthalle am Dienstagabend endlich die Entscheidung bringen. Und diesmal haben die Löwen ihr Publikum, ganz anders als am Freitag beim zweiten Heimspiel der Finalserie, nicht enttäuscht.

          Sie gewannen vor 7000 Zuschauern gegen die Steelers 5:2 (0:0, 2:1, 3:1). Damit stand fest: Die Löwen sind deutscher Meister. Zwar nur in der zweiten Liga. Doch das spielte keine Rolle an einem Abend, an dem fast alles so war wie einst im April 2004. Da hatten die Lions in der Endspielserie die Berliner Eisbären bezwungen und die deutsche Meisterschaft errungen – ehe sie 2010 Insolvenz anmelden und sich wieder ganz hinten anstellen mussten. Sieben Jahre später sind sie also wieder obenauf, wenn auch noch nicht ganz oben.

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          Doch dort wollen die Frankfurter möglichst bald wieder hin, zurück in die höchste deutsche Spielklasse. Doch da die DEL einen sportlichen Aufstieg bisher noch nicht zulässt und es unwahrscheinlich ist, dass sich ein Team aus der Elite-Liga zurückzieht und ein Platz frei wird, müssen sich die Hessen gedulden. Im Jahr 2019 könnte die Verzahnung zwischen erster und zweiter Liga vollzogen werden. Doch das war am Freudentag natürlich (noch) kein Thema.

          Das Thema vor dem Spiel war die mentale Verfassung beider Teams. Der Bietigheimer Trainer hatte sich seine Gedanken gemacht, wie sich die Löwen nach zwei Niederlagen in Folge wohl fühlen müssen. „,Wir liegen 3:0 vorne, wir werden Meister, wir sind die Größten, der Titel ist gut für meine Karriere‘ – solche positiven Gedanken haben sich die Frankfurter noch vor ein paar Tagen gemacht“, sagte Kevin Gaudet: „Und jetzt denken sie plötzlich über die negative Seite nach, nach dem Motto: ,Wir sind die größten Idioten, wenn wir eine 3:0-Führung noch verspielen‘.“ Gaudet wird seinen Spielern eingetrichtert haben, dass das Momentum jetzt auf ihrer Seite sei. Soweit die Theorie.

          Auf dem Eis machten die Löwen keinen eingeschüchterten Eindruck. Der Wille, es besser machen zu wollen als in den beiden vorausgegangen Spielen, war deutlich zu erkennen. Und ein Tor fiel auch – allerdings eines, das nicht zählte. Lukas Laub brachte den Puck zwar am Bietigheimer Torhüter Sinisa Martinovic vorbei über die Linie, doch weil das Gehäuse verschoben war, blieb der Jubel aus. Danach legten die Frankfurter zu und erhöhten den Druck.

          Zwar spielten sie sich keine zwingenden Torchancen heraus, signalisierten ihrem Gegner aber, dass mit ihnen wieder zu rechnen ist. Spielerisch ansehnlich sind wichtige Play-off-Spiele selten. Kampf ist Trumpf – auch am Dienstag. Schließlich kann ein kleiner Fehler weitreichende Folgen haben. Bloß nichts falsch machen, bloß nicht zu viel riskieren.

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          Obwohl sich die Spielanteile im zweiten Drittel urplötzlich zugunsten der Steelers verschoben, gingen die Löwen in Führung. Maximilian Gläßl traf in der 28. Minute zum 1:0 und beruhigte die Nerven der in Bedrängnis geratenen Hessen ungemein. Und nachdem Laub gar auf 2:0 erhöht hatte (31.), waren die Fans in Feierlaune – die allerdings hielt nur drei Minuten an.

          Nach einem Pass von Shawn Weller lenkte der Frankfurter Pawel Dronia die Scheibe ins eigene Tor. Da hätte es noch einmal spannend werden können. Doch dagegen hatten die Löwen im Schlussdrittel etwas. Christoph Gawlik (44.), Brett Breitkreutz (52.) und Nils Liesegang (57.) erhöhten auf 5:1, ehe Weller noch verkürzte. Der Krönung der Löwen stand da längst nichts mehr im Weg.

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