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Unser täglich Buch (1) : So hat man Ali noch nie gesehen

Sybille Titeux und Amazing Améziane, Muhammad Ali, Knesebeck Verlag, 120 Seiten, 24,95 Euro. Bild: Knesebeck Verlag

Die Buchmesse und der Sport: Nun sind zwei Bücher über die verstorbene Box-Legende Muhammad Ali erschienen, die unterschiedlicher nicht sein könnten – und sich wunderbar ergänzen.

          In welchem Moment Muhammad Ali der Größte war? „Der größte Ali war der, den wir nie gesehen haben“, hat Angelo Dundee, der Trainer des Box-Genies und Menschenrechtlers, auf diese Frage geantwortet. Jener Ali, dem ein amerikanisches Gericht auf dem Höhepunkt seiner Karriere verbot, das zu tun, was er am besten konnte: boxen. Am 3. Juni dieses Jahres ist Ali, gezeichnet von seiner langjährigen Parkinson-Erkrankung, im Alter von 74 Jahren gestorben.

          Michael Eder

          Sportredakteur.

          Nun sind zwei Bücher über ihn erschienen, die unterschiedlicher nicht sein könnten - und sich wunderbar ergänzen. „Muhammad Ali“ von Sybille Titeux und Amazing Améziane ist eine Graphic Novel, die Alis Leben und Kämpfe mit kurzen prägnanten Texten und großzügig-kraftvollen Illustrationen eindrucksvoll nacherzählt. Sie nimmt den Leser mit auf eine Zeitreise, die in Louisville, Kentucky, beginnt, wo Ali als Cassius Clay 1942 geboren wurde, in einem Haus, das sein Vater für 4500 Dollar gekauft hatte.

          Eine Reise, die ihn als Amateur zum Olympiasieg führte, als Profi zum Weltmeister aller Klassen und als Mensch zu einem unbeugsamen Verfechter antirassistischer und pazifistischer Überzeugungen. Der Comic endet mit einer Illustration, die Ali 2002 vor dem Stern zeigen, den sie ihm zu Ehren auf dem Hollywood Boulevard eingelassen haben. Nicht auf dem Boden wie all die anderen, sondern an der Wand des Kodak Theatre, weil der gläubige Muslim Ali nicht gewollt hatte, dass man auf den Namen des Propheten tritt. Ein Bild von beeindruckender Aktualität.

          Peter Angelo Simon, Muhammad Ali Fighter’s Heaven 1974, Midas Verlag, 176 Seiten, 49 Euro.

          „Muhammad Ali Fighter’s Heaven 1974“ heißt das zweite Buch, und es ist nicht schrill und quietschbunt wie der Comic, es ist grau, schwarz-weiß, ein Fotobuch, grobkörnig und feinsinnig. Im Sommer 1974 bereitete sich Ali nach sieben Jahren Sperre wegen Verweigerung des Wehrdienstes auf sein Comeback gegen George Foreman vor, das am 30. Oktober 1974 in Kinshasa, Zaire, als „Rumble in The Jungle“ stattfinden sollte.

          Im August zuvor hatte der Fotograf Peter Angelo Simon die Gelegenheit, Ali zwei Tage lang privat zu begleiten und zu fotografieren. Simon jagte 33 Filme durch seine Kamera, und das Ergebnis füllt dieses Buch. Es zeigt Ali in seinem Trainingscamp „Fighter’s Heaven“, beim Besuch in einem Altersheim, in einer Schule, es zeigt ihn ohne Posen, ohne Allüren, im Schaukelstuhl, mit seinem Tonbandgerät, mit seiner Familie. So wie man ihn selten gesehen hat, vielleicht noch nie.

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