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Frankfurt Skyliners : Kleines Finale statt größter Erfolg

  • -Aktualisiert am

Quantez Robertson und die Frankfurt Skyliners verpassen das Finale Bild: Wonge Bergmann

Die Fraport Skyliners verlieren im Halbfinale der Euro Challenge gegen das französische Basketball-Spitzenteam JSF Nanterre 79:84. Jetzt ist Platz drei Pflicht.

          2 Min.

          Zwei Minuten vor den Ende des Spiels hatten die Fraport Skyliners ihren größten Erfolg auf der internationalen Basketballbühne dicht vor Augen. Justin Cobbs, der amerikanische Spielmacher der Skyliners, brachte seine beiden Freiwürfe im Korb von JSF Nanterre zum 74:73 unter. Das Dutzend mitgereister Frankfurter Fans auf der Tribüne der Hayri Gür Arena von Trabzon jubelte. Aber die Freude währte nur kurz. Wenige Augenblicke später war der Kampf um den Einzug ins Finale der Euro Challenge für die Skyliners verloren. 79:84 unterlagen sie am Freitagnachmittag im Halbfinale dem französischen Spitzenklub.

          „Das ist eine sehr große Enttäuschung für uns“, sagte Trainer Gordon Herbert, dessen Team mit großen Erwartungen und dem Schwung des am vergangenen Sonntag gewonnenen Heimspiels gegen Bayern München in die Türkei gereist war. Den Platz im Play-off der Bundesliga hat Frankfurt seitdem sicher, nun hätte noch die Trophäe des dritthöchsten europäischen Wettbewerbs folgen sollen.

          Aber die Skyliners müssen sich mit dem „kleinen“ Finale begnügen, in dem sie an diesem Sonntag auf den rumänischen Klub CF Targu Jiu treffen (15.30 Uhr), der im zweiten Halbfinale der Heimmannschaft Trabzonspor 63:83 unterlag. „Wir hätten viel lieber am Sonntagabend als am Sonntagnachmittag gespielt“, sagte Trainer Herbert, dessen Spieler wieder einmal schwer in die Partie gekommen waren, und sich wieder erst spät in der zweiten Halbzeit steigerten.

          „Wir haben uns am Ende ein paar schwache Dreierwürfe geleistet, während Nanterre unglaublich gut getroffen hat“, sagte Johannes Voigtmann, mit 16 Punkten zweitbester Frankfurter Schütze hinter Sean Armand (17 Punkte). Der Mann des Spiels war der für Nanterre spielende Amerikaner Kyle Weems (25), dessen „unglaubliche Dreier“, wie es Voigtmann sagte, die Skyliners am Ende des Spiels aus dem Konzept brachten.

          Urlaubsstimmung kommt nicht auf

          Die Skyliners waren bereits am Mittwoch nach Trabzon geflogen. Die Hafenstadt an der Schwarzmeerküste liegt mehr als zwei Flugstunden östlich von Istanbul. Die Frankfurter sind gemeinsam mit den zwei anderen Gastteams des Turnieres in einem Strandhotel außerhalb der Stadt untergebracht. Urlaubsstimmung kam sicherlich auch wegen des ungewöhnlich kühlen Regenwetters kaum auf. In den wolkenverhangenen Bergen vor der Küste liegt noch Schnee. Die Skyliners hatten ohnehin andere Sorgen. Denn der Gegner im Halbfinale hatte es in sich – Nanterre ist derzeit Zweiter der französischen Liga.

          Entsprechend selbstbewusst trat das Team aus dem Vorort von Paris auf. Die Skyliners hatten ihre Not mit den flüssig spielenden, athletischen Profis und taten sich in der Abwehr schwer. Nanterre nutzte dies mit vielen Treffern aus der Distanz, führte nach dem ersten Viertel 27:18. Erst in den zweiten zehn Minuten besannen sich die Frankfurter auf ihre größte Stärke, die Verteidigung. So schafften sie es, nach 15 Spielminuten durch Mike Morrison zum 34:34 auszugleichen.

          Sieg im Spiel um Platz drei ist Pflicht

          Zur Pause lagen die Franzosen freilich wieder 45:37 vorne. Im dritten Viertel gelang es den Hessen, wieder ein unangenehmer Gegner zu werden, und sie verkürzten auf 61:64, bevor es in den Endspurt ging. Als Jacob Burtschis Distanzwurf zum 69:67 in den Korb von Nanterre traf, führten die Frankfurter erstmals in dieser Begegnung, die nur etwa 1500 Zuschauer in der 6000 Fans fassenden Arena sahen.

          Der Rest der Reise ans Schwarze Meer wird schwierig für das Frankfurter Team, das am Sonntag beim Finale nur Zuschauer sein wird und erst am Montag den Heimweg nach Frankfurt antritt. Zuvor muss die Mannschaft noch das Spiel um Platz drei hinter sich bringen. Einen Sieg dort betrachtet Headcoach Gordon Herbert als Pflicht. „Das sind wir dem Klub, den Fans und auch unseren Förderern einfach schuldig“, sagte der Kanadier, während sich seine Spieler enttäuscht in den Bus trollten, um in ihr Hotel zurück zu fahren. „Wir wollen wenigstes dieses Spiel gewinnen“, sagte Voigtmann, „das ist eine Frage des Stolzes.“ Ihn wieder herzustellen, darum wird es am diesem Samstag für Herbert und seine Profis gehen. An diesem Tag wird kein Spiel in diesem Turnier ausgetragen. „Mal sehen, wie die Stimmung beim Frühstück ist“, befand Voigtmann düster dreinschauend. Einen kleinen Lichtblick gibt es schon jetzt: Das Wetter soll besser werden.

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