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Frankfurt Skyliners : Schwere Schlagseite

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Zu wenig Korbtreffer in dieser Saison: Frankfurt Skyliners in akuter Absturzgefahr Bild: Wonge Bergmann

Neun Niederlagen nacheinander, die nächste droht an diesem Dienstag im Basketball-Eurocup. Die Skyliners stehen schwer unter Druck: Trainer Katzurin wirkt ratlos. Und Geschäftsführer Wöbke ist nicht mal da.

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          Ob Gunnar Wöbke das ernst gemeint hat? Kurz vor Saisonbeginn hat der Geschäftsführer der Frankfurt Skyliners in einem Internet-Chat mit den Fans des Basketball-Bundesligaklubs gesagt: „Wir sind gut beraten, zunächst das Ziel Klassenerhalt auszugeben.“ Damals hat es viele Beobachter der Szene gegeben, die verdutzt waren über so viel, schon fast pessimistisch wirkende, Bescheidenheit. Doch inzwischen hat sich gezeigt, dass diese Einschätzung so falsch nicht war - vielleicht sogar richtiger, als Wöbke dies selbst für möglich gehalten hätte.

          Die Frankfurter, die am Ende der vergangenen Saison als Dritter glänzend dastanden, sind überraschend schlecht in Schuss. Dabei hatte niemand erwartet, dass die weitgehend neu zusammengestellte Mannschaft gleich die Luxus-Destinationen der Liga ansteuern würde. In der meist ruhigen See des Mittelfelds hätte man die Hessen aber schon vermutet. Doch nun sind sie unterwegs in tückischen Gewässern. Die Wellen schlagen hoch, und ein sicherer Hafen ist weit und breit nicht in Sicht.

          Der neue Hauptsponsor Fraport steht ja eigentlich eher für Höhenflüge als für Startschwierigkeiten. Doch die halten hartnäckig an. Neun Niederlagen nacheinander, die letzte davon am Sonntag gegen Trier, sprechen eine deutliche Sprache. Und an diesem Dienstag droht die nächste Niederlage im Eurocupspiel beim russischen Vertreter Kuban Krasnodar (Sprungball um 17.30 Uhr). Die Frage drängt sich auf: Wie konnte es so weit kommen? In Muli Katzurin haben die Skyliners einen Trainer verpflichtet, der schon allerhand Erfolge vorweisen kann. Ob er aber in Frankfurt einen Draht zur Mannschaft gefunden hat, diesen Beweis ist der zuweilen düster wirkende Israeli noch schuldig geblieben.

          Skyliners-Geschäftsführer Wöbke: Wegen einer persönlichen Auszeit nicht an Bord

          Natürlich gibt es dieses andauernde Verletzungspech. Realistisch betrachtet ist aktuell aber nur Spielmacher Justin Gray außer Gefecht. Alle anderen spielen wieder. Es sind Profis dabei wie John Leuer, der vielleicht einer Karriere in der amerikanischen Profiliga NBA entgegensteuert. Und gleich zwei deutsche Nationalspieler: Tim Ohlbrecht und Johannes Herber. Dass Jimmy McKinney und Quantez Robertson famose Basketballspieler sind, haben sie in der zurückliegenden Spielzeit immer wieder bewiesen. Und nun soll alles wegen eines verletzten Spielers aus den Fugen geraten? Da stimmt etwas nicht.

          Katzurin wirkt ratlos

          Wenn dies tatsächlich so ist, haben die Skyliners entweder ihren Kader nicht sorgfältig genug zusammengestellt - vielleicht auch, weil sie es aus wirtschaftlichen Gründen nicht besser konnten. Oder die Mannschaft ist nicht in der Lage, ihre Qualitäten erfolgreich zu entwickeln. Letzteres, nämlich die Klasse des Teams zu entdecken und zu fördern, ist eine Aufgabe des Cheftrainers. Am Sonntag, nach dem 54:64 gegen Trier, wirkte Katzurin fast schon ratlos.

          Renommiert, aber auch der richtige? Trainer Katzurin

          Ein Trainerwechsel ist in einer solchen Situation ein probates Mittel. Doch auch dies scheint aufgrund der beschränkten finanziellen Mittel nicht möglich zu sein. Kein neuer Spieler, kein neuer Trainer - die Skyliners sind in akuter Seenot. Das Schiff hat nicht einmal einen Kapitän. Denn Wöbke, der als Geschäftsführer Kurskorrekturen vornehmen könnte, ist derzeit wegen einer persönlichen Auszeit nicht an Bord. Die Schlagseite wird stärker, die See ist rauh. Und der Wetterbericht verheißt nichts Gutes.

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