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Frankfurt Lions : Zweifel, Lichtblicke, Verschwiegenheit

Kapitän Jason Young ist seit Freitag Deutscher Bild: dpa

Die Lions haben ihr erstes Testspiel zuhause 1:2 gegen Düsseldorf verloren. Noch bleibt bis zum Start der neuen Eishockey-Saison eine Woche Zeit, um aus den Fehlern zu lernen. Kapitän Young ist endgültig Deutscher.

          Bis zum Saisonstart bleibt den Frankfurt Lions noch knapp eine Woche. Wie es ausschaut, sind die Mannschaft und ihr Trainer gut beraten, die wenigen Tage bis zum Auftakt in Hannover noch zum ausgiebigen Üben und Feilen an körperlichen wie taktischen Defiziten zu nutzen. Der Härtetest gegen Düsseldorf in der Eissporthalle am Bornheimer Hang, verbunden mit der offiziellen Vorstellung des neuen Teams, war jedenfalls nicht dazu angetan, in übermäßigen Optimismus zu verfallen.

          Dass den Löwen noch allerhand fehlt, um einem Favoriten in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) auf Augenhöhe begegnen zu können, ließ sich bei aller Einsatzfreude gegen die wesentlich kompakteren Rheinländer nicht kaschieren. Die als Sparringspartner engagierten Metro Stars, die sich durch hochkarätige Neuverpflichtungen den Ruf des ersten Verfolgers von Titelverteidiger Mannheim erworben haben, wiesen die Löwen am Freitagabend nach anfänglichen Schwierigkeiten souverän in die Schranken. Verdientermaßen 2:1 (2:1, 0:0, 0:0) stand es nach sechzig von vielen Scharmützeln geprägten Minuten, in deren Anschluss sich die Frankfurter noch in einem Festzelt am Ratsweg bei Livemusik und Fassbier als Profis ohne Berührungsängste ihrem trotz allem zuversichtlichen Anhang präsentierten.

          Acht frische Gesichter

          Trainer Rich Chernomaz ging dem Trubel so gut es ging aus dem Weg. Seinem mürrischen Gesichtsausdruck nach zu urteilen, war ihm nicht so recht nach Feiern zu mute. Der Kanadier wird sich vermutlich gewünscht haben, kurz vor Ende der vierwöchigen gemeinsamen Einstimmung auf die kommenden Herausforderungen ein wenig zuversichtlicher in die nahe Zukunft blicken zu können. Acht frische Gesichter haben er und Manager-Debütant Dwayne Norris verpflichtet.

          Mit den Verteidigern Jason Marshall und Lasse Kopitz (beide Kölner Haie) sind aber nur zwei Cracks dabei, die sich in der DEL schon behauptet haben. Möglicherweise ein Manko. „Die anderen müssen die Liga erst noch kennen lernen. Das braucht halt Zeit“, lautete Chernomaz' wichtigste Erkenntnis aus der Schauveranstaltung gegen die DEG, die durch Tore des Neu-Frankfurters Lasse Kopitz (3. Minute), bei Gegentreffern von Peter Ratchuk (16.) und Brandon Reid (19.) früh entschieden war. Dabei war aus Löwen-Sicht gar nicht mal alles schlecht. Zumindest die Defensive, in der vergangenen Runde eine große Schwachstelle, scheint an Qualität hinzugewonnen zu haben.

          Deutscher Pass für Jason Young

          Chernomaz bieten sich, sollten alle Akteure gesund und munter bleiben, Variationsmöglichkeiten, die ihm zuletzt mangels Masse und Klasse nicht möglich waren. Als Pärchen fanden sich gegen Düsseldorf anfänglich Kopitz und Marshall sowie Peter Smrek und Chris Armstrong zusammen. Beide Duos hinterließen einen sattelfesten Eindruck. Wer sein Glück neben Top-Neuzugang Richie Regehr suchen wird, entscheidet sich erst nach dem abschließenden Testspiel an diesem Sonntag (18.30 Uhr) gegen Iserlohn. Michael Bresagk scheint momentan erste Wahl, weil Nationalmannschaft-Abräumer Sebastian Osterloh seine Allround-Qualitäten auch als Ersatzmann für den verletzten Derek Hahn (Handbruch) in der noch zu schwachbrüstigen Offensive unter Beweis stellen könnte. Chernomaz verkniff sich bei dieser Personalie eine eindeutige Aussage. Genau so hielt es auch Norris im Folgenden bei der Frage, an wen die letzte freie Ausländerlizenz gehen und wann sie vergeben werden könnte.

          Seit Freitagmittag ist der gebürtige Kanadier Jason Young nach langem Hin und Her endlich im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft; seinen neuen Pass hielt der Kapitän wenige Stunden vor dem Spiel gegen die Metro Stars erstmals in den Händen. Der dadurch freigewordene Kontingentplatz verschafft dem Manager bei der Suche nach einer Verstärkung ein wenig mehr Handlungsspielraum. Dass in erster Linie eine weitere belebende Sturm-Kraft benötigt wird, daran dürfte ungeachtet der Verschwiegenheit der Sportlichen Leitung spätestens seit Freitag kein Zweifel mehr bestehen. So gesehen hatte die Niederlage gegen Düsseldorf durchaus auch einen Wert.

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