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Intelligenz von Sportlern : Die Macht der Intuition

Tennisstar Novak Djokovic ist bekannt für sein dünnes Nervenkostüm. Emotionen sind wichtig, müssen aber in entscheidenden Momenten kontrolliert werden. Bild: Reuters

Spitzensportler treffen unter Zeitdruck Entscheidungen und handeln blitzschnell. Sie wissen oft, was in welchem Moment richtig ist. Macht sie das intelligent?

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          Im Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 gegen Argentinien verhält sich Jens Lehmann ungewöhnlich. Zwischen den Schüssen im Elfmeterschießen fasst er in seine Stutzen. Er zieht einen kleinen Zettel hervor und studiert ihn kurz. Dann steckt er ihn wieder weg. Die Argentinier verschießen zwei Elfmeter, die Deutschen kommen eine Runde weiter.

          Stefanie Sippel
          (sips.), Sport

          Lehmanns Zettel-Trick hat funktioniert, aber wahrscheinlich nicht wegen der Informationen auf dem Zettel. Sondern, weil die Schützen verunsichert wurden. Was steht da über mich drauf? Wo schieße ich jetzt hin? Schon Gerd Müller wusste: „Wenn’s denkst, ist eh zu spät.“ Der Satz verrät schon, wie Sportler in Extremsituationen intelligent handeln: intuitiv. Es gibt Sätze wie „Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien“ von Andreas Möller. Oder Lothar Matthäus: „Das Chancenplus war ausgeglichen.“ Auch wegen solcher Sätze werden Sportler nicht immer für intelligent gehalten – zu Unrecht. Möller ist für seine Handlungsschnelligkeit auf dem Platz bekannt, Matthäus hatte ein herausragendes Verständnis für das Spiel. Setzt das nicht Intelligenz voraus?

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