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Formel 1 : „McLaren bestraft, Piloten gerettet“

  • Aktualisiert am

Tuttosport: „Das Urteil ist eine Farce” Bild: REUTERS

„Ein schwarzer Tag für den Sport“, schreibt eine italienische Zeitung als Reaktion auf das Urteil gegen das Formel-1-Team McLaren-Mercedes. Der „Freispruch“ für die beiden Silberpfeil-Piloten wirft dagegen Fragen auf.

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          Das härteste Urteil in der jüngeren Geschichte der Formel 1 hat McLaren-Mercedes geschockt, der „Freispruch“ für die Silberpfeil-Piloten in der Spionageaffäre wirft dagegen Fragen auf und wird bereits heftig kritisiert. „Das Urteil ist eine Farce“, wetterte die italienische Zeitung „Tuttosport“ am Freitag. „McLaren nur in der Konstrukteurs-WM bestraft. So schlägt die FIA noch unseren Fußballskandal.“

          McLaren war vorgeworfen worden, illegal beschaffte Unterlagen seines Hauptkonkurrenten Ferrari zum eigenen Vorteil ausgewertet zu haben. Auch der „Corriere della Sera“ kommentierte das Urteil des FIA-Weltrates (Siehe: Spionageaffäre: Urteil schockt McLaren-Mercedes) bissig: „McLaren bestraft, die Piloten sind gerettet. Das ist eine Justiz mit doppelter Heuchelei. Ein schwarzer Tag für den Sport.“

          Formel-1-Legende Niki Lauda reagierte derweil mit Unverständnis auf das Urteil. „Ich vermisse die Begründung für die Härte dieses Urteils. Ich weiß nicht, was für Beweise dem FIA-Weltrat vorgelegen haben müssen, um zu einer solchen Entscheidung zu kommen.“

          Zusammenarbeit wird belohnt

          Der Weltrat des Internationalen Automobilverbandes FIA hatte am Donnerstagabend die Rekordstrafe verhängt. Damit muss das britisch-deutsche Formel-1-Team die Spionage-Affäre teuer bezahlen und einen fast sicheren Titel ausgerechnet dem Erzrivalen Ferrari kampflos überlassen.

          Die Fahrer Lewis Hamilton und Fernando Alonso blieben indes wegen der besonderen Umstände verschont. „Sie haben mit uns zusammengearbeitet und wertvolle Informationen gegeben“, teilte FIA-Präsident Max Mosley mit. „Deshalb dürfen sie ihre Punkte behalten.“ Lauda lobt diese Entscheidung ausdrücklich. „Sie haben damit ja nichts zu tun.“ Ferraris Teamchef Jean Todt findet indes, dass „die Strafe hätte härter ausfallen können, die Beweislage ist eindeutig gewesen.“

          Haug: „Jetzt erst recht“

          „Dieses Urteil ist ein Schock für alle im Team und, wie Reaktionen bei Medien und Formel 1-Publikum zeigen, auch für weite Teile draußen“, sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug die Entscheidung. Er kündigte zugleich eine mögliche Berufung gegen das Urteil an, „wenn uns die Erklärung des Weltverbandes vorliegt“. Dies werde bis zum Ende des Wochenendes sicher geschehen.

          „Wir kämpfen jetzt erst recht mit aller Entschiedenheit weiter, um auf der Rennstrecke Antworten zu geben, wie zuletzt in Monza, und neben der Rennstrecke vor Gericht Gerechtigkeit zu finden“, betonte Haug, nachdem das Team am 26. Juli bei einer ersten Anhörung noch freigesprochen worden war (Siehe: Chronologie: Die Spionageaffäre in der Formel 1).

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