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Wellbrock bei Finals in Berlin : „Ich wollte mir hier keinen abbaden“

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Schnell nicht nur bei der WM: Florian Wellbrock bei den Finals in Berlin. Bild: dpa

Die deutschen WM-Schwimmer schnappen sich viele Titel bei den Finals. Florian Wellbrock hat Spaß an einem ungewöhnlichen Doppelstart. Und seine Freundin verbessert eine Bestzeit. Super schnell war auch Läuferin Konstanze Klosterhalfen.

          Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock genoss diesen seltenen Doppel-Start. Bei den deutschen Schwimm-Meisterschaften in Berlin schlug der Magdeburger über die ungewohnten 200-Meter-Freistil als Siebter an, ehe er in Berlin über eine WM-Gold-Strecke seine Ausnahmestellung demonstrierte. „Ich habe mich schon darauf konzentriert, dass es einigermaßen schnell wird. Ich wollte mir hier keinen abbaden“, sagte der 21-Jährige. Die Zeit von 14:57,30 über 1500 Meter Freistil sei „im Soll“ gewesen, meinte Wellbrock. Bei seinem WM-Coup vor einer Woche hatte er in 14:36,54 angeschlagen. Aber auch mit der Zeit vom Samstag war der Magdeburger noch mehr als eine halbe Minute schneller als der Zweitplazierte.

          Wellbrock erlebt nach seiner Rückkehr aus Südkorea ein riesiges Interesse an seiner Person. Fotos, Autogrammwünsche, Interviewanfragen - „noch kann ich es genießen“, sagte die große deutsche Olympia-Hoffnung. Auch seine Freundin Sarah Köhler, die auf den ungewohnten 200 Metern Freistil in Berlin Vierte wurde, freute sich über die gestiegene Aufmerksamkeit. „Das ist Bestätigung, Genugtuung für harte Arbeit“, sagte die zweimalige Medaillengewinnerin von Südkorea. „Aber wir sind auch beide langsam ziemlich müde.“ Diese Aussage galt für das Gros der WM-Schwimmer, von denen einige nicht einmal eine Woche nach dem Höhepunkt in Gwangju mit dem Jetlag zu kämpfen hatten. „Ich bin doch müder als gedacht und freue mich jetzt einfach nur auf die Sommerpause“, sagte Marco Koch. Der Weltmeister von 2015 sicherte sich den Titel über 200 Meter Brust.

          Gar nicht müde wirkte dagegen die 17-jährige Anna Elendt. Die Brustschwimmerin schlug über 50 Meter in persönlicher Bestzeit von 30,93 Sekunden an. „Einfach ein unbeschreibliches Gefühl. Ich liebe dieses Becken“, sagte Elendt. Trotz des ungünstigen Zeitpunkts der Finals gleich nach der WM kamen aus dem Schwimm-Lager positive Stimmen. „Wir haben es letztes Jahr in Glasgow gesehen, dass das mediale Interesse einfach riesig war. Ich denke, jetzt wird es ähnlich sein“, sagte Wellbrock in Erinnerung an die European Championships vor zwölf Monaten. Auch Koch war angetan. „Ich finde es cool, dass bei so einem großen Event den ganzen Tag andere Sportarten gezeigt werden und nicht nur immer Fußball“, sagte der 29-Jährige. „Meine Zeit war hier nach der WM Nebensache. Es ist ein tolles Event mit spannenden Rennen und für den Zuschauer ist es egal, ob ich 2:08 oder 2:10 schwimme. Das sieht relativ gleich aus und ich hoffe, es war trotzdem schön anzusehen.“

          Der zweimalige Kugelstoß-Weltmeister David Storl verpasste derweil seinen neunten Titel bei deutschen Freiluft-Meisterschaften. Der 29 Jahre alte Leipziger war wegen Rückenbeschwerden verspätet in die Leichtathletik-Saison eingestiegen und kam am Samstag im Berliner Olympiastadion mit 19,77 Metern nur auf Platz drei. Damit verpasste Storl auch abermals die Norm für die WM Ende September in Doha in Qatar. Meister wurde Simon Bayer vom VfL Sindelfingen mit 20,26 Metern. Die Verantwortlichen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) hatten allerdings bereits vor dem Wettkampf klargemacht, dass Storl bis zum internationalen Nominierungsschluss am 6. September Zeit bekommt, die Qualifikationsweite von 20,70 Meter noch zu erbringen.

          Deutschlands Lauf-Talent Konstanze Klosterhalfen stellte dafür über 5000 Meter in 14:26,76 Minuten einen fantastischen deutschen Rekord aufgestellt. „Ich bin super happy“, sagte die 22-jährige Leverkusenerin. Die bisherige Bestmarke hielt seit 20 Jahren Irina Mikiteno mit 14:42,03 Minuten. Klosterhalfen hatte erst Anfang Juli den deutschen Rekord über 3000 Meter auf 8:20,07 Minuten verbessert.

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