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Fed Cup : Es fehlt noch ein Sieg

  • Aktualisiert am

Kraftvoll: Angelique Kerber Bild: AP

Eine nervenstarke Andrea Petkovic und eine lockere Angelique Kerber bringen die deutschen Tennis-Damen im Halbfinale des Fed Cups gegen Australien 2:0 in Führung. Der Einzug in das Finale ist greifbar nahe.

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          Trotz eines perfekten Auftakts ihres Spitzenduos warnt die Bundestrainerin vor Übermut: „Es gibt drei Punkte zu vergeben, wir haben erst zwei“, sagte Barbara Rittner nach dem ersten Triumphgefühl. „Wir haben jetzt drei weitere Chancen, irgendwie den dritten Punkt zu holen und werden das ohne jede Gedankenlosigkeit oder Überheblichkeit angehen. Morgen ist ein komplett neuer Tag.“

          Mit zwei überzeugenden Siegen haben Andrea Petkovic und Angelique Kerber die deutschen Tennis-Damen im Fed-Cup-Halbfinale in Australien am Samstag mit 2:0 in Führung gebracht. Nur noch ein Punkt fehlt jetzt zum ersten Finaleinzug seit 22 Jahren und einem Endspiel im November gegen Italien oder Tschechien. Doch nach den bemerkenswerten Auftritten der guten Freundinnen Petkovic und Kerber besteht im deutschen Team fast kein Zweifel mehr daran, dass es in diesem Jahr endlich klappt mit dem ersten Endspiel seit 1992.

          „Wir wollen ins Finale“

          „Man merkt, diese Mannschaft hat ein Ziel: Wir wollen ins Finale. Und genau so sind die beiden Mädels heute auch aufgetreten“, sagte Teamchefin Rittner erleichtert und beeindruckt von dem Geschehen vor 4300 Zuschauern in der Pat Rafter Arena von Brisbane. Auf dem schnellen Hartplatz setzte sich Petkovic gegen Samantha Stosur 6:1, 7:6 (9:7) durch, Kerber gewann anschließend gegen Casey Dellacqua 6:1, 6:0. Am Sonntag kommt es zunächst zum Duell der Spitzenspielerinnen Kerber und Stosur (4.45 Uhr MESZ / live bei Sat.1 Gold sowie www.tennis.de und www.ran.de).

          Andrea Petkovic feiert mit ihren Teamkolleginnen
          Andrea Petkovic feiert mit ihren Teamkolleginnen : Bild: AP

          Für das vierte Einzel sind Petkovic und Dellacqua vorgesehen, für das abschließende Doppel Julia Görges/Anna-Lena Grönefeld und Dellacqua/Ashleigh Barty. „Ich bin sehr zufrieden, dass es 2:0 steht und auch mit meiner Leistung“, sagte die Weltranglistensiebte Kerber. Nur 50 Minuten benötigte die 26 Jahre alte Kielerin im Duell der Linkshänderinnen für ihren Erfolg gegen die völlig überforderte Dellacqua. Doch auch die deutsche Nummer eins wehrte voreilige Gratulationen ab. „Es ist noch nicht gewonnen, träumen werden wir dann, wenn wir mit einem Sieg nach Hause fliegen“, sagte die Norddeutsche.

          Angespannt und hochkonzentriert

          Vor dem Duell mit Stosur ist sie gewarnt: 2011 unterlag Kerber der späteren Turniersiegerin im Halbfinale der US Open auf Hartplatz, 2012 im Playoff-Duell der Weltgruppe in Stuttgart auf Sand. Damals gewann Stosur beide Einzel, die deutschen Damen stiegen in die Weltgruppe II ab. „Ich hoffe, dass ich sie endlich schlagen kann“, sagte Kerber. „Wir wollen diese Revanche“, ergänzte Rittner.

          Angespannt und hochkonzentriert hatte sie das Eröffnungseinzel zwischen Petkovic und Stosur verfolgt. Die 26 Jahre alte Darmstädterin startete mit dem Selbstvertrauen der frisch gekürten Turniersiegerin von Charleston in das Match und entschied nach 38 Minuten den ersten Durchgang für sich. Doch dann lösten sich bei Stosur in ihrer Geburtsstadt langsam der Druck und die Nervosität. Immer wieder rief Rittner Worte wie „entschlossen“ oder „mutig“ über den Platz, um Petkovic auch in schwierigen Phasen aufzumuntern.

          Im Tiebreak vergab die 28. der Weltrangliste vier Matchbälle, ehe sie nach nervenaufreibenden 101 Minuten den fünften nutzte und im zweiten Vergleich mit der US-Open-Siegerin von 2011 den ersten Sieg feierte. Weitaus entspannter durfte die deutsche Delegation Down Under anschließend Kerber zuschauen. Vom ersten Ballwechsel an diktierte sie Tempo und Rhythmus. 28 Minuten dauerte der erste Satz, der zweite sogar noch sechs Minuten weniger.

          Nerven bewahrt: Andrea Petkovic nach ihrem verwandelten Matchball gegen Samantha Stosur
          Nerven bewahrt: Andrea Petkovic nach ihrem verwandelten Matchball gegen Samantha Stosur : Bild: AP

          „Ich bin unglaublich stolz auf die beiden und ziehe den Hut“, sagte Rittner. Das Gefühl eines Fed-Cup-Finals kennt sie im Gegensatz zu ihren Spielerinnen schon. 1992 stand Rittner mit Steffi Graf, Anke Huber und Sabine Hack beim Sieg gegen Spanien in Frankfurt/Main im deutschen Aufgebot.

          Ebenso wie das deutsche Team haben auch die tschechischen Tennis-Damen beste Chancen auf den Einzug ins Fed-Cup-Finale. Im Duell mit Italien brachte Lucie Safarova die Heimmannschaft am Samstag in Ostrava mit dem 6:4, 6:1 gegen Sara Errani in Führung. Ebenso souverän sorgte Petra Kvitova mit 6:4, 6:2 gegen Camila Giorgi für das 2:0. Damit braucht Tschechien aus den möglichen drei Partien am Sonntag nur noch einen Punkt.

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