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Fechten : Heidemann holt WM-Silber

  • Aktualisiert am

Silber ist sicher: Britta Heidemann jubelt über den Finaleinzug Bild: REUTERS

Immerhin auf eine deutsche Fechterin ist Verlass: Britta Heidemann holt bei der WM im russischen Kasan Silber. Während die 31-jährige ihren zweiten Titel nur knapp verpasst, scheiden ihre Teamkollegen reihenweise früh aus.

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          Britta Heidemann bleibt auch ohne zweites WM-Gold ein Topstar des Degenfechtens. Das Weltmeisterschaft-Finale verlor sie zwar, doch das 11:15 gegen Italiens Jungstar Rossella Fiamingo war keine Niederlage, sondern Ansporn auf dem Weg zu neuen Großtaten.

          Ein Jubelschrei, die Faust in die Höhe gereckt - als WM-Silber sicher war, wurde es einmal mehr überdeutlich: Die 31-Jährige ist einfach phänomenal. Die Degen-Erfolgsgarantin hat Deutschlands Fechter im russischen Kasan vor einer historischen Negativbilanz bewahrt.

          Nach dem 15:10 im Halbfinale gegen die Estin Erika Kirpu verwehrte erst die 23-jährige Fiamingo der acht Jahre älteren Heidemann den zweiten WM-Triumph nach 2007 in St. Petersburg - die Deutsche konnte trotzdem stolz sein. Denn: „Ich gehe nicht mit riesigen Erwartungen in die WM“, hatte sie wegen Handschmerzen und Achillessehnenproblemen vor Turnierbeginn noch geäußert.

          Dann wurde es mit dem Einzug in die Vorschlussrunde klar: Heidemann hatte die elfte WM-Medaille ihrer Laufbahn gewonnen - mit extremer Nervenstärke. Unter den Top 32 gegen Simona Gherman aus Rumänien (15:14), im Achtelfinale gegen Shin A Lam aus Südkorea (11:10) und im Viertelfinale gegen Ungarns Weltranglistenerste Emese Szasz (15:14) setzte die „Grande Dame“ der Planchen immer den einen entscheidenden Treffer. Gegen Kirpu war sie dann ungefährdet - gegen die neue Weltmeisterin am Ende möglicherweise zu geschwächt.

          Deutsche monieren Benachteiligung

          Ohne die Heidemann-Medaille wäre der Deutsche Fechter-Bund erstmals in der WM-Geschichte mit dem jetzigen Wettkampfmodus ohne Individualplakette geblieben. Denn die anderen Deutschen floppten. Jörg Fiedler musste in Runde zwei gegen den Esten Sten Priinits (14:15) passen. „Es ist enttäuschend“, resümierte der frühere Degen-Europameister aus Leipzig nach seinem 17. Platz.

          Die anderen deutschen Degen-Männer machten es noch schlechter. Der Leverkusener Falk Spautz, im Vorjahr Achter, wurde nach dem 12:15 gegen den Ukrainer Anatoli Herej 40., Norman Ackermann (Tauberbischofsheim/59.) und Christoph Kneip (Leverkusen/70.) enttäuschten. Imke Duplitzer (Halle-Neustadt/21.), Ricarda Multerer (Heidenheim/42.) und Monika Sozanska (Leipzig) als WM-Siebte von 2011 (45.) konnten die Bilanz gleichfalls nicht aufbessern.

          Treffer: Britta Heidemann (links) punktet im Halbfinale gegen Erika Kirpu

          Sebastian Bachmann mit dem Florett (Platz acht) und Säbel-Könner Max Hartung (Platz sieben) waren dran, scheiterten indes im Viertelfinale. „Bachi ist klar benachteiligt worden“, klagte Sportdirektor Ressel nach dem 12:15 des Tauberbischofsheimers gegen Timur Safin. Der international zuvor fast unbekannte Russe holte Bronze. Der Dormagener Hartung unterlag gegen den später drittplatzierten Rumänen Tiberiu Dolniceanu klar (5:15).

          Safin hatte in Runde zwei den viermaligen Einzel-Champion Peter Joppich aus Koblenz (Platz 20) mit 15:6 regelrecht von der Planche gefegt. „Schnell einen Haken dranmachen - am Dienstag ist Mannschaft“, meinte Joppich. Neuer Weltmeister wurde Russlands Olympia-Achter Alexej Tscheremissinow, Arianna Errigo aus Italien blieb Weltmeisterin. Das deutsche Florett-Ass Carolin Golubytskyi (Tauberbischofsheim) stürzte nach einer Erstrundenpleite von Rang zwei 2013 auf Position 33 ab.

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