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Fecht-WM in Peking : „In erster Linie Sportler“

  • Aktualisiert am

Imke Duplitzer: es soll nur um Medaille gehen Bild: AFP

Die deutschen Fechter wollen sich bei der Team-WM in Peking auf ihren Sport konzentrieren. „Ich fahre in erster Linie dahin, um Athlet zu sein“, sagte Degenfechterin Imke Duplitzer, die sich zuvor an die Spitze der Peking-Kritiker gesetzt hatte.

          Die Diskussion über mögliche Proteste gegen die Menschenrechtspolitik der chinesischen Olympia-Gastgeber dauert an, doch die deutschen Fechter wollen sich am Wochenende in Peking auf ihren Sport konzentrieren. Bei der Mannschafts-Weltmeisterschaft im Herrenflorett (Freitag) und Damendegen (Samstag) soll es auf der Planche „nur“ um Medaillen gehen.

          „Ich fahre in erster Linie dahin, um Athlet zu sein. Das sollte man uns zugestehen“, sagte Degenfechterin Imke Duplitzer (Bonn), die sich in den vergangenen Wochen an die Spitze der Peking-Kritiker gesetzt hatte. Auch der Weltmeister im Florett-Einzel, Peter Joppich, ist dagegen, die Tibet-Frage mit den vor-olympischen Testwettkämpfen zu verknüpfen. „Man sollte Politiker fragen und nicht die Sportler. Wir fahren dahin, um Sport zu machen“, erklärte der Koblenzer.

          „Das ficht mich nicht an, ob Hawaii oder Peking“

          Damit liegen die Sportler knapp vier Monate vor den Olympischen Spielen voll auf Linie des Deutschen Fechter-Bundes. DFeB-Sportdirektor Claus Janka stellt klar: „Wir sind nicht wegen einer politischen Demonstration dort, sondern um einen Wettbewerb zu machen.“

          Peter Joppich: „Wir fahren dahin, um Sport zu machen”

          Mit ihrer Ankündigung, nicht an der olympischen Eröffnungsfeier teilzunehmen, erhielt Imke Duplitzer eine mediale Aufmerksamkeit, die ihr trotz andauernder Erfolge seit einem Jahrzehnt nie zuteil geworden war. Unter besonderem Druck sieht sich die 32-Jährige deswegen aber nicht: „Das ficht mich nicht an, ob die WM auf Hawaii oder in Peking ist, ich muss an diesem Tag Profi sein. Ich bin gespannt, was mich da erwartet und schaue mir das genau an. Für Sportpolitik sind andere Leute zuständig.“

          Neben dem Prestige geht es auch um Fördergelder

          Gemeinsam mit Einzel-Weltmeisterin Britta Heidemann (Leverkusen) hat Duplitzer seit 2002 bei jeder WM eine Medaille gewonnen. Viel lieber hätten die beiden aber im August nicht nur im Einzel um olympisches Edelmetall gekämpft. Doch weil das Internationale Olympische Komitee (IOC) den Fechtern nur zehn Entscheidungen und 200 Startplätze zugesteht, müssen wie bereits 2004 zwei Teams pausieren. Diesmal trifft es im Damendegen und Herrenflorett ausgerechnet die beiden erfolgreichsten deutschen Waffen.

          Noch größere Erfolgsaussichten als die Degendamen haben die Florettfechter. Als Weltranglisten-Erste gehen Joppich und der WM-Dritte Benjamin Kleibrink an den Start. Der Verband siedelt den Stellenwert der Team-WM hoch an, geht es doch neben dem Prestige auch um Fördergelder. „Ich bleibe bei meiner Faustregel: Wenn du zwei Chancen hast, musst du eine machen“, sagt Janka.

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