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Fecht-EM : Zweimal Bronze und eine Flasche Champagner

  • -Aktualisiert am

Großer Jubel: Max Hartung feiert einen Treffer im Viertelfinale gegen Bolade Apithy. Bild: dpa

Alexandra Ndolo und Max Hartung polieren die Bilanz der deutschen Fecht-Equipe bei ihrer Heim-EM gründlich auf. Dem Säbelkämpfer gelingt dabei ein persönliches Triple – auch dank des cleveren Einsatzes eines Teamkollegen.

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          Degenfechterin Alexandra Ndolo und Säbelkämpfer Max Hartung haben bei der Fecht-Europameisterschaft in Düsseldorf jeweils eine Bronzemedaille gewonnen. Nachdem die ersten beiden EM-Tage für die deutsche Equipe medaillenlos blieb, polierten die beiden Rheinländer – Ndolo tritt für Leverkusen an, Hartung für Dormagen – die einheimische Bilanz gründlich auf.

          Alexandra Ndolo zeigte in der Messehalle 8b starke Nerven. Auf dem Weg zu ihrer zweiten EM-Medaille nach 2017 gewann sie zwei ihrer vier Gefechte mit dem Minimal-Vorsprung von 15:14. Gegen die starke Französin Auriane Mallo lag sie dabei in der Runde der besten 32 schon mit vier Treffern im Rückstand, und der Kampftag schien früh beendet – ehe die 32 Jahre alte Linkshänderin zu einem furiosen Finale ansetzte und weiterzog.

          Gegen die Rumänin Maria Udrea lag die Leverkusenerin dagegen von Beginn an in Führung, und war sich zum Ende des Viertelfinal-Gefechts auch nicht zu schade, einfach mitzustechen – beim Degen dürfen im Gegensatz zu den anderen Waffen beiden Seiten punkten, sofern die Stiche binnen fünf Hunderstelsekunden registriert werden. Nach einem Doppeltreffer zum 15:14 hatte Ndolo eine Medaille sicher, da bei einer Fecht-EM Rang drei nicht ausgefochten wird. Sie riss beide Arme in die Luft, ehe sie von ihrem stürmischen jungen Trainer Dominik Csobo fast umgerannt wurde.

          Champagner für den Zählkönig

          Im Halbfinale unterlag sie dann 12:15 gegen die spätere Europameisterin Coraline Vitalis (Frankreich), und zunächst überwog bei ihr die Enttäuschung, doch der Gewinn von Bronze hellte ihre Stimmung bald auf. „Wie ich sie kenne, ist sie erst mal ein bisschen traurig, aber dann doch zufrieden“, sagte Csobo nach dem Gefecht.

          Max Hartung im Kampf gegen Veniamin Reshetnikov aus Russland
          Max Hartung im Kampf gegen Veniamin Reshetnikov aus Russland : Bild: EPA

          So ähnlich äußerte sich auch Säbelfechter Max Hartung, nachdem er im Halbfinale dem Russen Veniamin Reshetnikov 10:15 unterlegen war. Im ersten Moment zeigte er sich enttäuscht, dass ihm gegen den späteren Europameister in der Schlussphase des Gefechts die Mittel fehlten, dagegen zu halten. „Vielleicht fehlte der eine Zentimeter“, spielte er auf seine Kapselverletzung im linken Fuß an, die ihm ein Stück Bewegungsfreiheit kostete. Letztlich empfand aber auch er Genugtuung und Freude darüber, zum dritten Mal nacheinander ein EM-Treppchen geentert zu haben. Nach seinen beiden Goldmedaillen 2017 und 2018 war es diesmal Bronze.

          Ein besonderer Verdienst auf dem Weg zum Erfolg gebührte dabei seinem Teamkollegen Björn Hübner. Der hatte, auf der Tribüne sitzend, mitbekommen, dass sich das Kampfgericht in Hartungs Viertelfinale gegen den Franzosen Bolade Apithy schlicht verzählte und einen Treffer doppelt notierte. Es dauerte zwar eine Weile, bis Hübner die Jury überzeugt hatte, noch einmal Apithys Treffer durchzuzählen, doch dann bekam er Recht. Aus einem 10:13 wurde ein 10:12, Hartung fasste neuen Mut und gewann 15:14. „Dafür bekommt Björn eine Flasche Champagner“, versprach der glückliche Medaillengewinner.

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