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Fecht-EM in Sheffield : Heidemann kehrt mit Silber zurück - Hartung top

  • Aktualisiert am

Ende einer Durststrecke: Britta Heidemann (links) ist bei der EM in Sheffield in Form Bild: dpa

Gold, Silber und Bronze: Nach den Individualwettbewerben stehen Deutschlands Fechter bei der EM in der nordenglischen Grafschaft Yorkshire gut da. Britta Heidemann holt Silber mit dem Degen, Max Hartung Bronze mit dem Säbel.

          Britta Heidemann fand zu ihrer glorreichen Vergangenheit zurück, Max Hartung gehört die Zukunft. Die Degen-Olympiasiegerin und der Säbel-Nachwuchsmann machten die EM in Sheffield für Deutschlands Fechter schon bei Halbzeit zu einer neuerlichen Erfolgsgeschichte: Die Leverkusenerin holte Silber, der Dormagener Bronze. Damit war der Medaillensatz des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB) nach Gold für den Leipziger Degen-Routinier Jörg Fiedler komplett.

          Manfred Kaspar erkannte zwar keinen Grund, in überschwängliche vorolympische Freude auszubrechen. Der Zufriedenheitsgrad des deutschen Fecht-Sportdirektors war aber hoch. „Dass wir dazugehören, hat sich wohl deutlich gezeigt. Gold, Silber, Bronze - das ist okay, wir stehen im selbstgesetzten Soll-Bereich“, befand er, obwohl es auch einige Rückschläge gab.

          So schied Degen-Titelverteidigerin Imke Duplitzer (Bonn) schon unter den Top 32 gegen Frankreichs Atlanta-Olympiasiegerin Laura Flessel-Colovic mit 14:15 aus. Säbel-Ass Nicolas Limbach (Dormagen) verpasste mit dem gleichen Resultat gegen den erneut erfolgreichen russischen Titelverteidiger Alexej Jakimenko das angestrebte Edelmetall und wurde Fünfter. Heidemann und Hartung machten vieles wett.

          „Ich habe nie daran gezweifelt“

          Die 28-Jährige, nach Olympiasieg 2008, WM-Titel 2007 und EM-Gold 2009 die „Grande Dame“ auf der Planche, präsentierte sich nach langer Durststrecke wieder mit eisernen Nerven und hoher Moral. Unter den besten 16 und im Viertelfinale verhinderte sie mit unglaublichen Schlussattacken im „Sudden Death“ zweimal das Aus. Im Finale misslang ihr das: 8:9 verlor sie gegen die Schweizerin Tiffany Geroudet, war aber dennoch „extrem froh“ über ihre sechste internationale Einzelmedaille seit WM-Bronze 2002 in Lissabon, „damals mit 18 noch als kleiner Scheißer. Und jetzt habe ich mich wieder wie die alte Britta gefühlt.“

          Das war auch wichtig, denn seit Plowdiw 2009 rannte Britta Heidemann den großen Erfolgen hinterher. Jetzt, gerade rechtzeitig für die harte Olympia-Qualifikation, ist sie wieder da: „Ich habe nie daran gezweifelt, dass mein fechterisches Potential noch da ist.“

          Hartung, Junioren-Weltmeister von 2009, stellte sein Können mit Rang drei erstmals auch mit Edelmetall im Erwachsenenbereich unter Beweis, verlor erst im Halbfinale gegen den Weltranglistenersten Jakimenko mit 10:15 und war „total happy“. Jetzt arbeiten der 21-Jährige und Vilmos Szabo daran, „Jakimenko zu knacken“, wie der Disziplin-Bundestrainer es ausdrückte.

          „Es war ein tolles Gefecht“

          Limbach präsentierte sich mit dem alten und neuen Europameister Jakimenko auf Augenhöhe und war mit Rang fünf „überhaupt nicht unzufrieden. Es war ein tolles Gefecht - und der WM-Titel ist mir wichtiger“, sagte der Dormagener mit Blick auf das Weltchampionat in Catania (8. bis 16. Oktober). Dort geht es im Einzel um die 2,5-fache Weltranglistenpunktzahl und mit den Teams um das Doppelte für die knallharte Olympia-Ausscheidung.

          Für den DFeB war zum Abschluss der Einzelwettbewerbe nicht alles bestens. Duplitzer (19.), Monika Sozanska (20.) und Ricarda Multerer (27.) vergaben mit dem Degen wichtige Qualifikationszähler für London 2012. Limbachs Säbel-Mitstreitern Björn Hübner (21.) und Benedikt Wagner (36.) blieben ebenfalls nur hintere Plätze.

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