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Fecht-EM in Düsseldorf : Florettfechter gewinnen Silbermedaille

  • Aktualisiert am

Deutschlands Andre Sanita im Duell mit Frankreichs Enzo Lefort Bild: dpa

Zwei Tage blieben die deutschen Fechter bei der EM in Düsseldorf ohne Medaille, nun folgt innerhalb von zwei Tagen das dritte Edelmetall. Für das deutsche Florett-Quartett ist erst der Finalgegner eine Nummer zu groß.

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          Erst der bronzene Befreiungsschlag durch Max Hartung und Alexandra Ndolo – dann der silberne Überraschungserfolg der deutschen Florett-Herren: Das Quartett um den viermaligen Einzel-Weltmeister Peter Joppich und Peking-Olympiasieger Benjamin Kleibrink verlor bei der Heim-EM in Düsseldorf zwar das Finale gegen Frankreich 26:45, sammelte mit Platz zwei aber wichtige Punkte für die Olympiaqualifikation.

          „Das ist ein guter Schritt in Richtung Tokio. Es ist wirklich gut gelaufen“, sagte Kleibrink. Auch Sportdirektor Sven Ressel zeigte sich zufrieden: „Die Freude überwiegt absolut. Ich bin sehr, sehr froh. Das ist eine ganz tolle Leistung.“

          Erst im Finale war für Kleibrink, Joppich sowie Andre Sanita und Luis Klein Frankreich eine Nummer zu groß. Früh lag das Quartett zurück und konnte den Rückstand nicht mehr aufholen. Der Erfolg des Florett-Teams war dabei nicht zu erwarten gewesen. Im Einzel waren Kleibrink, Joppich und Co. früh ausgeschieden. Entsprechend groß war die Freude bereits über den Einzug ins Halbfinale, in dem die Deutschen den Weltmeister Italien mit 45:40 in die Schranken wiesen. Den Italienern blieb am Ende Rang vier, Russland wurde Dritter.

          Hartung und Ndolo holen Einzel-Bronze

          Am Mittwoch hatten zum Abschluss der Einzelwettbewerbe Säbel-Spezialist Hartung sowie Degenfechterin Alexandra Ndolo mit den ersten deutschen Medaillen für große Erleichterung gesorgt. Die Zwischenbilanz mit dreimal Edelmetall vor den letzten beiden Tagen entspricht bereits jetzt der Ausbeute des unter Druck stehenden Deutschen Fechter-Bundes (DFeB) aus dem Vorjahr.

          Beim entthronten Titelverteidiger Hartung überwog unmittelbar nach seiner Halbfinalniederlage am Mittwoch noch die Enttäuschung über das verpasste Triple, doch diese wich nur kurze Zeit später dem Stolz. „Direkt nach dem Match bin ich erstmal frustriert. Aber eigentlich ist es toll, weil lange nicht klar war, ob ich wegen meines Fußes starten kann“, sagte der 29-Jährige. Hartung war mit einem Kapselanriss angetreten und unterlag erst dem späteren Europameister Wenjamin Reschetnikow aus Russland mit 10:15. Bei den Team-Wettkämpfen am Samstag möchte er seinen Erfolg krönen: „Ich würde mit den Jungs gerne eine Medaille holen, vor allem nach den guten Ergebnissen im Einzel“, sagte Hartung.

          Ein weiteres Erfolgserlebnis strebt in der Mannschaft auch Ndolo an. Die Leverkusenerin, vor zwei Jahren bereits mit EM-Silber dekoriert, verlor im Halbfinale gegen die spätere Europameisterin Coraline Vitalis (Frankreich) mit 12:15. „Die Freude über Bronze überwiegt, weil heute echt ein schwerer Tag für mich war“, sagte Ndolo.

          Mit Silber sammelten die Deutschen wertvolle Punkte für Olympia 2020 in Tokio. Da für die Olympiaqualifikation die Ergebnisse in der Mannschaft wichtiger sind als im Einzel, ist Platz zwei ein großer Erfolg. Bei der erfolgreichen Qualifikation im Team dürfen auch drei Starter des jeweiligen Landes im Einzel teilnehmen.

          Das deutsche Säbel-Quartett verpasste am Donnerstag eine Überraschung. Für Anna Limbach, WM-Fünfte von 2017, Julika Funke, Leo Krüger und Ann-Sophie Kindler reichte es immerhin zu Rang sechs. Auch sie sammelten dadurch wichtige Punkte für die Olympiaqualifikation.

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