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Basketball beim FC Bayern : Aufsteigen und oben bleiben

Der emotionale Anführer: Andrea Trinchieri, Basketballtrainer des FC Bayern Bild: Tobias Hase/dpa

An diesem Spieltag könnten sich die Bayern als erste deutsche Mannschaft für die Playoffs der Euroleague qualifizieren. Danach kommt die wohl größte Herausforderung im Profisport auf sie zu.

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          Im Sommer 2020, als die Basketballabteilung des FC Bayern in einer sportlichen Krise steckte, hat Sportdirektor Daniele Baiesi eine mutige Entscheidung getroffen: Er hat in München einen Trainer angestellt, mit dem er sich vorher in Bamberg zerstritten hatte. Und schaut man nun auf die Tabelle der Euroleague, des besten Klubwettbewerb Europas und des zweitbesten der Welt, muss man sagen: Der Mut hat sich gelohnt.

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          Wenn die Bayern-Basketballer an diesem Donnerstag in Valencia gewinnen sollten, könnten sie sich als erste deutsche Mannschaft für die Play-offs der Euroleague qualifizieren. Und selbst wenn sie nicht gewinnen sollten, müsste an den finalen drei Hauptrundenspieltagen schon alles schiefgehen, um ihren Platz unter den Top 8 noch zu verlieren.

          Es ist so oder so erstaunlich, dass München mit vergleichsweise kleinem Etat so gut mithalten kann. Das liegt vor allem an Baiesi – und der Entscheidung, die dieser im Sommer getroffen hat: Wer sich nur einen Spielerkader leisten kann, der den anderen vom Talent her unterlegen ist, muss etwas finden, das den anderen überlegen ist. Baiesi hat den Trainer Andrea Trinchieri gefunden.

          Wenn man über diese Saison hinausblickt, ist es ein Stück weit egal, was Trinchieri und seine Spieler in den nächsten Wochen noch in der Euroleague erreichen, denn die große Zukunftsfrage ist eigentlich schon geklärt. Vor ein paar Wochen hat die Euroleague dem FC Bayern eine Dauerkarte für ihren Wettbewerb angeboten. So läuft das in der Privatliga Euroleague: Wer sich dort einkauft, darf immer mitspielen.

          Lässt sich der Erfolg wiederholen?

          Der Vertrag ist noch nicht unterschrieben, aber daran zweifelt keiner. Denn die beiden Organisationen sind aufeinander angewiesen. Die Euroleague braucht den FC Bayern, um den deutschen Markt abzudecken und sich im internationalen Vertrieb mit dessen Marke zu dekorieren. Und der FC Bayern braucht die Euroleague, um als Klub zu wachsen und die Arena zu füllen, die im Münchner Olympiapark gebaut wird. Außerdem ist es der Wettbewerb, der zum Selbstverständnis des Vereins passt: eine Liga mit den Großen.

          Sportlich haben sich die Bayern dort vorerst etabliert. Sie schlugen den FC Barcelona, ZSKA Moskau und Anadolu Efes Istanbul, die vermutlich drei besten Mannschaften in Europa. Nun sollte man aber auf die Umstände hinweisen. Sie gewannen auch in Tel Aviv, in Belgrad und sogar zweimal in Istanbul – in Hallen, in denen man in normalen Zeiten gegen den Widerstand der Fans nicht so leicht gewinnen kann. Und so bleibt die große Frage: Lässt sich der Erfolg der Corona-Saison regelmäßig wiederholen?

          Das erwarten zumindest Herbert Hainer und Uli Hoeneß, der neue und der alte Präsident des FC Bayern. Sie wollen mit ihrem Basketballprojekt nicht nur national, sondern auch international führend sein. In einer außergewöhnlichen Saison haben Management und Mannschaft Außergewöhnliches geleistet. Jetzt wartet auf sie aber die wohl größte Herausforderung im Profisport: Sie müssen das Außergewöhnliche gewöhnlich machen.

          Christopher Meltzer
          Sportkorrespondent in München.

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