https://www.faz.net/-gtl-a2g63

Horror-Sturz im Radsport : „Ich hatte Angst, nicht zu überleben“

  • Aktualisiert am

Beim Zielsprint bei der Polen-Rundfahrt kommt es zu einem schlimmen Unfall. Bild: EPA

Beim Zielsprint stürzt Fabio Jakobsen heftig, weil er von einem Gegner abgedrängt wurde. Die Verletzungen sind schwer. Nun spricht der Radprofi erstmals über die „dunkle Zeit auf der Intensivstation“.

          2 Min.

          Zwei Wochen nach seinem schlimmen Sturz bei der Polen-Rundfahrt hat sich der niederländische Radprofi Fabio Jakobsen in der ersten öffentlichen Stellungnahme über seine Todesängste geäußert und eine lange Regenerationszeit angekündigt. „Es war eine schwierige, dunkle Zeit auf der Intensivstation, in der ich Angst hatte, nicht zu überleben“, sagte Jakobsen in einer Teammitteilung vom Dienstag. Die Ärzte und Pfleger hätten sein Leben gerettet. „Dafür bin ich extrem dankbar.“

          Jakobsen befindet sich inzwischen wieder daheim, er könne Schritt für Schritt wieder mehr unabhängig leben. „In den kommenden Wochen und Monaten werde ich mich mehreren Operationen und Behandlungen unterziehen, um die Gesichtsverletzungen zu beheben“, sagte der Sprinter.

          Jakobsen war am 5. August im Zielsprint der ersten Etappe der Polen-Rundfahrt bei hoher Geschwindigkeit in die Absperrgitter gekracht und regungslos liegen geblieben. Der 23-Jährige war von seinem Landsmann Dylan Groenewegen abgedrängt worden. Nach einer fünfstündigen Operation musste er zunächst in ein künstliches Koma versetzt werden.

          Maximilian Schachmann muss nach seinem Schlüsselbeinbruch bei der Lombardei-Rundfahrt derweil nicht operiert werden. Seine Teilnahme an der Tour de France ist aber äußerst fraglich und hängt vom Heilungsverlauf ab. „Die Chance ist da, aber gering“, teilte das Team des deutschen Straßenradmeisters, Bora-hansgrohe, am Dienstag auf dpa-Anfrage mit.

          Der Berliner war am Samstag kurz vor dem Ziel auf einer Abfahrt mit einem Auto kollidiert und gestürzt. Die Verletzung wird nun weiter konservativ behandelt. Schachmann selbst äußerte sich bereits skeptisch zu einer möglichen Tour-Teilnahme. „Ich vermute, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass ich fahre. Zum Tour-Start wird der Bruch definitiv nicht verheilt sein“, sagte der 26-jährige Berliner im Interview der „Bild“.

          „Man muss einfach sehen, wie sich das Schmerzlevel entwickelt. Kann ich ohne Einschränkungen das Rad steuern, und kann ich durch ein Schlagloch fahren, ohne zu schreien oder habe ich schon riesige Schmerzen, wenn ich nach der Trinkflasche greife“, sagte Schachmann. Die Frankreich-Rundfahrt beginnt wegen der Corona-Krise in diesem Jahr am 29. August in Nizza.

          Nach dem Sturz bei der Dauphiné-Rundfahrt ist ein Start der deutschen Radsport-Hoffnung Emanuel Buchmann bei der Tour de France weiter unklar. „Man kann nicht Entwarnung geben und davon ausgehen, dass alles problemlos verläuft“, sagte Sportdirektor Enrico Poitschke dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ und fügte hinzu: „Wenn Emu die nächsten zehn Tage nicht gut trainieren kann, dann muss man einfach sagen, dass er nicht mehr die Form hat, die er benötigt. Dann müssen wir vielleicht schauen, ob wir vielleicht andere Ziele mit ihm in den Fokus nehmen.“

          Buchmann war am Samstag in den französischen Alpen auf einer Abfahrt gestürzt und hatte dabei schwere Prellungen und Hautabschürfungen erlitten. Der gebürtige Ravensburger lag bis dahin auf dem dritten Platz der Gesamtwertung und präsentierte sich in starker Form. Bei der Tour will der 27-Jährige auf das Podest fahren. „Es ist wichtig, dass er in den nächsten Tagen höhere Belastungen fährt, da kann man nichts beschleunigen“, ergänzte Poitschke.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ganz schön neblig: Der Covid-19-Impfstoff muss in Spezialkühlschränken aufbewahrt werden bei mehr als eisigen Temperaturen.

          Corona-Impfung : Was man über mögliche Nebenwirkungen weiß

          In Deutschland wird gegen Covid-19 geimpft. Die Impfstoffe sind neu und vielen nicht geheuer, sie fürchten gar Langzeitfolgen. Dabei ist über unerwünschte Begleiterscheinungen der Spritze schon viel bekannt.
          Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank

          F.A.Z. Exklusiv : Die Deutsche Bank ruft nach mehr Staat

          Das Frankfurter Geldhaus sieht die gemeinsamen Corona-Hilfskredite von KfW und Geschäftsbanken als Erfolgsmodell. So sollte nun auch die Transformation der Wirtschaft in Bereichen wie Verkehr und Künstlicher Intelligenz finanziert werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.