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Renaissance des Pfeilewerfens : Gegen Darts ist Golf ein Kinderspiel

  • -Aktualisiert am

Fabian Schmutzler? Müssen Sie sich nicht merken. Lieber: „The Fabulous Fab“ Bild: Frank Röth

Der Restsport kann viel lernen vom Darts. Allein die Kampfnamen! Wir hätten schon Vorschläge für Thomas Bach, Joachim Löw, Uli Hoeneß und Jan Ullrich. Nur eine DFB-Idee war keine gute. Eine Glosse.

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          Ich weiß schon gar nicht mehr, warum ich die Scheibe abgehängt habe. Ist vielleicht ein bisschen fad geworden mit der Zeit. Oder ich hab’s einfach nicht hingekriegt mit dem Darts. Das Nervende an diesem, nun ja, Sport ist, man zielt im Zustand vollkommener Konzen­tration auf die dreifache Zwanzig, und der verdammte Pfeil trudelt in die einfache Eins.

          Umgekehrt zielt man auf die doppelte Eins, um das Spiel siegreich zu beenden, und der Pfeil fliegt in die dreifache Zwanzig. Ein brillantes Ergebnis im Prinzip, aber völlig für die Katz in diesem Fall, ein Sechser im Lotto, nur den Schein nicht abgegeben. Ja, wer nicht an die eigene Unzulänglichkeit glaubt, für den ist Darts der kürzeste Weg zur Selbsterkenntnis.

          Wie kompliziert das Ganze ist, erkennt man schon daran, dass Dartspieler nicht etwa Dart spielen, sondern Darts, dass also auch das „s“ hinfliegt, wie es gerade will. Wie auch immer: Gegen Darts ist Golf ein Kinderspiel. Wohl deshalb habe ich meine Scheibe abgehängt. Schätze, ich werde sie jetzt aber wieder aus dem Keller holen, falls ich sie finde zwischen all dem ausrangierten Sporttrödel.

          Die mögliche Renaissance des Dartspiels bei uns hat einen Namen: Fabian Schmutzler. Ist der neue Stern am Darts-Himmel. Ein 16 Jahre alter Frankfurter, der sich für die WM im Alexandra Palace in London qualifiziert hat, die Mitte Dezember beginnt. Fabian Schmutzler – den Namen können Sie sich merken, müssen Sie aber nicht.

          Denn wie für Dart-Profis üblich, hört der hessische Shootingstar auf einen Kampfnamen: „The Fabulous Fab“. Mitte Dezember wird er in den legendären Alexandra Palace einlaufen, der selbst einen Kampfnamen trägt: „Ally Pally“, was cooler klingt als etwa das Dortmunder Fußballstadion, das Signal Iduna Park heißt und nicht Kloppodrom, wie es sich gehörte.

          Der Restsport jedenfalls kann viel lernen von Darts. Allein die Kampfnamen? IOC-Präsident Bach etwa, der ja immer etwas hölzern rüberkommt, hätte als „Bachelor“ Bach natürlich ein ganz anderes Entrée in die Jugend der Welt. Oder: „The Master of Desaster“ Löw am trüben Ende seiner Karriere als Bundestrainer? Oder Jan „New Kicks in the Blood“ Ullrich zu seiner großen Zeit?

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          Geheimnis des Darts : Auf der Suche nach dem perfekten Wurf Bild: FAZ.NET

          Ist natürlich ein schmaler Grat mit solchen Namen: „Freisler“ etwa, eine Idee vom früheren DFB-Chef Keller an die Adresse seines Vize Koch, kam nicht so gut an. Lieber was Unverfängliches: Bum Bum Becker, so was in der Art. „Dynamite“ Hoeneß. Ich persönlich werde auf einen Kampfnamen zunächst verzichten. Muss erst mal die Sechzig treffen. Aber eine Einlaufmusik habe ich schon. Queen: „Don’t stop me now“.

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