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Expedition Himalaya : Die wilde Abfahrt aus siebentausend Metern Höhe

Erst geht es auf den Gipfel, dann auf Ski hinab ins Tal: Benedikt Böhm bei einer seiner früheren Expeditionen Bild: Dynafit

Extreme Höhe, steiles Gelände, wenig Orientierung: Bei der Abfahrt vom Himlung Himal warten auf Benedikt Böhm riesige Herausforderungen. Auch in den Alpen boomt Skibergsteigen. Das sorgt für Probleme.

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          Hans Kammerlander stand auf dem Gipfel des Mount Everest, auf 8848 Meter Höhe. Und tat, was dort oben sonst niemand tut: Er schnallte die Ski an. Er hatte sie bei seinem Aufstieg auf der Nordseite des Bergs mit auf den höchsten Punkt der Welt geschleppt, 16 Stunden und 40 Minuten war er unterwegs gewesen, ohne Flaschensauerstoff, so schnell wie niemand zuvor – eine kaum fassbare Leistung. Nun stieg er in die Bindung, stellte die Ski quer zur Talrichtung und rutschte vorsichtig hinaus in den Abgrund – so schilderte er es in seinem Buch „Bergsüchtig“. Es war der 24. Mai 1996.

          Bernd Steinle
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Das Bild von Hans Kammerlander und seinen Ski auf dem Gipfel des Mount Everest ist bis heute eines der prägnantesten in der Geschichte des Höhenbergsteigens. Mit Besteigung und Befahrung des Everest hat der Südtiroler einen Sport auf die Spitze getrieben, der hierzulande lange im Verborgenen ablief – zuletzt aber mächtig in Bewegung kam: das Skibergsteigen. In den beiden vergangenen Wintern waren in den bayerischen Alpen Szenen zu sehen, die man sonst nur von historischen Fotos, aus der Zeit vor motorisierten Aufstiegshilfen, oder aus Filmen wie „Der weiße Rausch“ von den Ski-Pionieren am Arlberg kannte: Lange Schlangen von Skifahrern stapften zu Fuß die Hänge nach oben.

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