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Klitschko und die Corona-Krise : „Ohne Kampf gibt es keinen Sieg“

  • -Aktualisiert am

Mundschutz mit Botschaft: „Dosyt shastat“ – hört auf herumzuschlendern, fordert Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko. Bild: press klichko

Das Coronavirus trifft auch Kiew. Bürgermeister Vitali Klitschko erinnert sich an seine Zeit im Boxring. Dass er im Kampf gegen die Krankheit in seiner Stadt früher als anderswo die Initiative ergriffen hat, hat einen besonderen Grund.

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          Vitali Klitschko hat sein Leben lang schicksalhafte Kämpfe geführt. Im Boxring und auf der Politbühne: Gegen 47 Schwergewichtler, von denen der dreimalige Weltmeister 45 besiegte, 41 durch Knockout. Gegen schwere Verletzungen, die den zwei Meter großen Koloss zu einer vierjährigen Pause zwangen. Gegen zwei Präsidenten der Ukraine. Als Galionsfigur des Euro-Majdan-Aufstandes trug Klitschko, der Vorsitzende der von ihm gegründeten Oppositionspartei UDAR (Schlag), maßgeblich dazu bei, dass der autokratische und kleptomanische Putin-Vasall Viktor Janukowitsch nach Russland fliehen musste. Gegen den seit einem knappen Jahr regierenden Wolodymyr Selenskyi, der den im Mai 2014 gewählten Kiewer Bürgermeister entmachten und als Chef der staatlichen Stadtverwaltung absetzen wollte. Nun kämpft der 48 Jahre alte Vitali Klitschko in der ukrainischen Hauptstadt gegen das Coronavirus. Dieser Gegner ist unsichtbar.

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          „Das ist ein ganz anderer Kampf“, sagte der Bürgermeister in einem knapp halbstündigen Telefongespräch mit dieser Zeitung: „Ich kämpfe für meine Stadt, für die Gesundheit und das Leben von Millionen Menschen, für die ich verantwortlich bin.“ Als Boxer habe er früher drei-, viermal im Jahr gekämpft. „Als Bürgermeister kämpfe ich 365 Mal im Jahr. In der aktuellen Pandemie sozusagen rund um die Uhr.“ Schulen und Kindergärten habe er nach heftigen Diskussionen im Stadtrat schließen lassen – bereits am 12. März, als in Kiew noch kein Fall registriert war. Die Autorität des einstigen Boxchampions setzte sich durch. Der erste mit dem Virus infizierte Kiewer meldete sich am 16. März, ein Student, der sofort in das Oleksandrivska Hospital eingeliefert wurde, das Zentrum der Epidemie-Bekämpfung. Der junge Mann hatte sich durch eine vom Urlaub aus Frankreich zurückgekehrte Frau infiziert. Sie wurde zu Hause in Quarantäne medizinisch behandelt.

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