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Abschluss der European Tour : Zwei strahlende Sieger und ein unerwarteter Verlierer

  • -Aktualisiert am

Zwei Sieger nach einem Turnier: Jon Rahm (links)und Tommy Fleetwood. Bild: Getty

Kein gewöhnlicher „Rookie“: Golfprofi Jon Rahm siegt beim Abschlussturnier in Dubai. Tommy Fleetwood ist der Beste der Saison. Beide profitieren dabei vom unerwarteten Einbruch eines Gegners.

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          Zwei strahlende Sieger und ein unerwarteter Verlierer, der den beiden Glücklichen mit einem überraschenden Einbruch die Tür zu ihren Erfolgen weit öffnete: Jon Rahm hat dank einer Abschlussrunde von 67 Schlägen die DP Dubai World Championship, das Abschlussturnier der European Tour, gewonnen. Der Golfprofi aus Barrika im Baskenland erhielt dafür 1,333 Millionen Dollar Siegprämie. Tommy Fleetwood sicherte sich trotz einer schwachen Abschlussrunde von 74 Schlägen und Platz 21 mit insgesamt rund 5,42 Millionen Euro Preisgeld den Sieg im „Race to Dubai“ (europäische Geldrangliste). Dafür wurde er mit 1,25 Millionen Dollar aus dem mit zehn Millionen Dollar gefüllten Bonuspool für die zehn Großverdiener dieser Turnierserie belohnt. Sowohl der spanische Turniersieger als auch der englische Saisonbeste profitierten von dem unerwarteten Einbruch von Justin Rose.

          Der englische Olympiasieger war mit einem Schlag Vorsprung als Spitzenreiter auf die Schlussrunde gegangen, wirkte souverän und schien nach vier Birdies auf den ersten neun Löchern auf dem besten Weg, mit dem dritten Turniersieg in Serie Fleetwood noch den Titel des Saisonbesten streitig zu machen. Doch dann brach der 37 Jahre alte Weltranglistensechste mit drei Bogeys auf den letzten neun Löchern ein. Am Ende blieb ihm nach einer Abschlussrunde von 70 Schlägen nur der vierte Platz, den er sich mit dem spanischen Masters-Sieger Sergio García sowie den Südafrikanern Dylan Fritelli und Dean Burmester teilte. Besonders bitter für Rose: Hätte er am Sonntag nur einen Schlag weniger benötigt, wäre er als Saisonbester geehrt worden. So blieben ihm als Trostpflaster als Zweiter im Race to Dubai aber immer noch 750.000 Dollar aus dem Bonuspool.

          Aber der Mann des Tages war natürlich der 23 Jahre alte Rahm, der mit einem Schlag Vorsprung vor dem Iren Shan Lowry und dem Thailänder Kiradeck Aphibarnart siegte. „Es fühlt sich unwirklich an, wie Utopia, ein Traumszenarium“, beschrieb der Sieger seine Saison. Denn dem 100 Kilo schweren und 1,88 Meter großen Kraftpaket, das trotz seines extrem kurzen Rückschwungs den Ball unheimlich weit schlagen kann, gelang auf dem Earth Course der Jumeirah Golf Estates schon sein dritter Turniersieg in diesem Jahr, nach den Farmers Open in Kalifornien und den Irish Open in Nordirland.

          Damit schob er sich in der Saisonwertung noch auf den dritten Platz vor seinen Landsmann García, was noch einmal mit 600.000 Dollar dotiert war. Schon vor Beginn des Turniers war Rahm von der European Tour mit dem „Sir Henry Cotton Award“ für den „Rookie“, den Neuling, des Jahres ausgezeichnet worden. Noch nie in der langen Geschichte der European Tour hat ein neues Mitglied derart abgeräumt – und das, obwohl er neben den Majors und den Turnieren der World Golf Championship, die sowohl für die PGA Tour als auch für die European Tour gewertet werden, nur an vier weiteren Veranstaltungen in Frankreich, Italien, Spanien und dem Abschlussturnier in Dubai teilgenommen hatte.

          Schon das zeigt, dass Rahm kein gewöhnlicher „Rookie“ ist, zumal er ansonsten in seiner amerikanischen Wahlheimat seinem Job überwiegend auf der PGA Tour nachgeht. Bei dieser Veranstaltungsreihe sicherte er sich bei insgesamt 23 Turnierstarts mit über sechs Millionen Dollar in der Saisonwertung FedExCup in der vorigen Saison den fünften Platz – und das, obwohl er erst im Juni 2016 nach den US Open ins Profilager übergetreten war. Rahm erfüllte die hohen Erwartungen, die er mit seiner glanzvollen Amateur-Karriere geweckt hatte. In seiner College-Zeit im Team der „Sun Devils“ der Arizona State University gewann er elf Turniere.

          Justin Rose erlebte auf der Schlussrunde einen Einbruch.

          Insgesamt 60 Wochen, länger als jeder andere, führte Rahm die Amateur-Weltrangliste an. Bei seinen ersten Starts auf der PGA Tour sicherte er sich in Windeseile die volle Spielberechtigung für die lukrativste Turnierserie der Welt. Für die European Tour kam es einem Glücksfall gleich, dass Rahm bei den Turnieren der World Golf Championship so viel Preisgeld verdiente und sofort Mitglied dieser Veranstaltungsreihe wurde. Schon jetzt gilt es als sicher, dass Rahm im September in Frankreich in der Europa-Auswahl stehen wird, die den 2016 verlorenen Ryder Cup von den Amerikanern zurückerobern will.

          Martin Kaymer aus Mettmann strebt nach einer durchwachsenen Saison die Teilnahme an diesem Prestigeduell als großes Saisonziel für nächstes Jahr an. Aber dafür muss sich der ehemalige Weltranglistenerste, seit dreieinhalb Jahren ohne Turniersieg, deutlich steigern. In Dubai wechselten bei dem Rheinländer Licht und Schatten. Am Schlusstag gelangen ihm auf den letzten vier Löchern noch drei Birdies, und mit einer Abschlussrunde von 69 Schlägen schob er sich noch auf den geteilten 17. Platz vor.

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