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Tennis in Hamburg : Die zweite Premiere

  • -Aktualisiert am

An der Spitze des Tableaus: Daniil Medwedew aus Russland. Bild: dpa

Vier Spieler der ersten zehn der Weltrangliste schlagen diese Woche bei den European Open am Rothenbaum auf. Ein solches Niveau gab es zuletzt vor mehr als einem Jahrzehnt in der Hansestadt.

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          Blauer Himmel, Temperatur über 20 Grad, schick renoviertes Stadion, Zuschauer auf den neuen Sitzplätzen des Center Courts, Tennis mit Weltklassespielern – echt jetzt? Nach allem, was in diesem Jahr im Sport passierte oder vielmehr nicht passierte, erlebt die Hansestadt dieser Tage besondere Momente. Ursprünglich hätten die Hamburg European Open, ein Turnier der Masters-500-Kategorie, Mitte Juli stattfinden sollen, doch seinerzeit wurde nirgendwo in Europa Profitennis gespielt.

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          Jetzt läuft die Maschine langsam wieder an, und der neue Termin hat gegenüber dem alten sogar Vorteile. Am kommenden Wochenende beginnen die French Open in Paris, natürlich auch auf Sand, so lockte der renovierte Rothenbaum eine erstklassige Besetzung. Vier Spieler der ersten zehn der Weltrangliste, an der Spitze Daniil Medwedew aus Russland und der Grieche Stefanos Tsitsipas, neun der ersten 20 – so etwas gab es zuletzt vor mehr als einem Jahrzehnt, als Hamburg noch zur ersten Kategorie der Mastersturniere gehörte.

          Mit zehn Millionen Euro – je rund eine aus den Kassen der Hansestadt und des Deutschen Tennis Bundes und dem satten Rest von acht Millionen von Unternehmer und Mäzen Alexander Otto – sieht der traditionsreiche Rothenbaum so aus, als käme er aus einer umfangreichen Kur. Bei der offiziellen Eröffnung vor knapp drei Wochen wandte sich Otto mit den Worten an Turnierdirektorin Sandra Reichel: „Danke, dass ihr den Mut hattet, das Turnier zu veranstalten. Ich hoffe, dass ihr dafür belohnt werdet.“

          Es ist ja selbst in normalen Zeiten ohne Pandemie keine Kleinigkeit, Tennisturniere auf hohem Niveau zu veranstalten, aber angesichts der umfangreichen Maßnahmen und Einschränkungen in Covid-19-Zeiten lässt sich der Schwierigkeitsgrad nun locker mit drei multiplizieren. Im vergangenen Jahr hatte Sandra Reichel mit ihrer Firma MatchMaker Sports das Turnier zum ersten Mal veranstaltet, aber trotz der Erfahrungen ähnelt die Organisation wegen der Umstände einer zweiten Premiere. Sie habe noch nie so viele Turnierbudgets erarbeitet, sagt die Österreicherin, das große Erwachen käme wahrscheinlich erst nach dem Turnier.

          Maximal 2300 Zuschauer am Tag dürfen auf die Anlage – auf dem renovierten Center Court wäre für 10.000 Platz. Die Spiele auf den Außenplätzen sind für Zuschauer tabu, um den Leuten dennoch möglichst viel Tennis zu bieten, wird schon morgens ab halb elf auf dem Center Court gespielt.

          Die US Open kürzlich in New York hatten noch ohne Zuschauer stattgefunden, ein gewöhnungsbedürftiger Anblick, verbunden mit einem merkwürdigen Gefühl. „Wir sind alles Entertainer und brauchen die Interaktion“, sagt Deutschlands Routinier Philipp Kohlschreiber, der in dieser Woche zum 16. Mal in Hamburg aufschlagen wird. „Zuschauer sind für uns wie der Herzschlag.“

          Wie schon in New York ist die Bewegungsfreiheit der Spieler stark eingeschränkt – sie sollten das Hotel möglichst nicht verlassen. Aber zumindest der Weg zur Arbeit mit dem offiziellen Shuttle ist deutlich kürzer als bei den US Open, fünf Minuten anstatt anderthalb Stunden. Es sei alles so schön rausgeputzt, sagt Kohlschreiber, „da fühle ich so ein bisschen mit den Veranstaltern, die eine Riesen-Investition vorgenommen haben und so ein hartes Jahr erleben. Hamburg als Weltstadt hat es verdient, so ein erstklassiges Turnier zu haben.“ Los geht’s – oder, ausgedrückt im Stil der neuen Umkleidekabine mit dicken schwarzen Buchstaben auf leuchtend gelber Wand: Nich lang schnacken, Schläger packen.

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