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Ryder Cup : Europäern bleibt nur die Hoffnung auf ein „Wunder von Wisconsin“

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Der Engländer Ian Poulter und Rory McIlroy aus Nordirland waren mit ihren Leistungen beim Ryder Cup in Wisconsin sichtlich unzufrieden. Bild: AFP

Während das Team USA glänzte, waren die Leistungen der Europäer bei dem Golf-Prestigeduell teils überraschend schwach. Der Rückstand der europäischen Mannschaft ist fast nicht mehr aufzuholen.

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          Wenn am diesem Sonntag nicht das „Wunder von Wisconsin“ geschieht, ist der Ryder Cup entschieden: Nach den ersten beiden Tagen mit insgesamt 16 Vierern, wie die Doppel im Golf heißen, führt das „Team USA“  gegen die Europa-Auswahl mit 11:5. Noch nie in der Geschichte dieses Golf-Prestigeduells konnte ein solcher Rückstand aufgeholt werden. Die bisher größten Comebacks gelangen 1999 den Amerikanern und 2012 den „Euros“, die jeweils 6:10 zurückgelegen hatten. In den zwölf Einzeln am Sonntag (Beginn 18 Uhr MESZ) benötigen die Gastgeber nur noch drei Siege und ein Remis, um die für Rückeroberung des Ryder Cups nötigen 14 ½ Punkte zu erreichen.

          Und noch etwas spricht für den Heimsieg: Bisher ist es jedem Team am Sonntag gelungen, in den Einzeln mindestens dreieinhalb Punkte zu gewinnen. Europa dagegen müsste neun der zwölf Partien für sich entscheiden, um 14 Punkte für ein Remis zu erreichen, das dem Titelverteidiger reichen würden, um den Pokal wieder mit auf den alten Kontinent zu nehmen.

          Doch zumindest die Profis der Europa-Auswahl  verbreiten noch einen Funken Hoffnung: „Jeder von uns glaubt, dass er sein Einzel gewinnen kann“, sagte der Shane Lowry. Der 34 Jahre alte Ire, einer der drei Team-Neulinge, hatte sich am Samstagnachmittag im Vierball-Match mit seinem englischen Partner Tyrell Hatton gegen die Tony Finau und Harris English mit „1auf“ (ein mehr gewonnenes Loch) knapp durchgesetzt. „Wenn man ein Prozent Chancen hat, muss man zu hundert Prozent daran glauben“, fügte er an. Der 34 Jahre alte British-Open-Champion von 2019 sorgte mit einem versenkten Putt aus drei Metern am 18. Loch dafür, dass sich die Gäste die letzten „Session“ im Vierball mit 2:2 teilten nachdem sie die ersten drei mit 1:3 verloren hatten.

          „Es ist noch nicht vorbei“

          „Es ist noch nicht vorbei. Wir werden alles geben“, sagte Sergio Garcia. Der 41 Jahre alte Spanier gewann mit seinem 15 Jahre jüngeren Landsmann Jon Rahm am Samstag seine beiden Partien. Erst siegten die beiden im Klassischen Vierer gegen Brooks Koepka und Daniel Berger (3&1). Am Nachmittag gewann die neue „Golf-Armada“ auch das Match gegen Koepka, der diesmal mit Jordan Spieth spielte (2&1). „Jon hat gespielt wie die Nummer eins“, lobte Garcia seinen Partner. Der 26 Jahre alte Baske demonstrierte an den beiden Tagen, warum er die Weltrangliste souverän anführt. Mit dreieinhalb Punkten (drei Siege und ein Remis) ist er der mit Abstand erfolgreichste Europäer.

          Auch wenn der Branchenhackordnung im Lochspiel – also dem Duell Mann gegen Mann – nicht so viel Bedeutung beigemessen wird, in Whistling Straits zeigte nicht nur Rahm, warum er so hoch eingestuft wird. Der Weltranglistenzweite Dustin Johnson gewann alle seine vier Vierer, drei Mal mit dem der Nummer drei, Collin Morikawa, an seiner Seite, der sich wie Olympiasieger Xander Schaufele in seinen drei Matches durchsetzte.  

          Überraschend schwache Leistung von Rory McIlroy

          Während alle zwölf Amerikaner punkteten, sogar jeder an einem Vierer-Sieg beteiligt war, gingen sieben von zwölf der „Euros“ vollkommen leer aus, darunter die englischen Routiniers Ian Poulter (45 Jahre), Paul Casey (44) und Lee Westwood (48). Noch überraschender war, die schwache Vorstellung von Rory McIlroy. Erstmals bei seiner sechsten Ryder-Cup-Teilnahme musste  er bei einer Session pausieren. Im Klassischen Vierer musste der nordirische Star am Samstagvormittag zusehen. Am Nachmittag schickte Harrington ihn dann gemeinsam noch einmal mit Poulter ins Rennen. Gegen die Paarung Johnson/Morikowa waren die beiden chancenlos (4&3). Wie weit McIlroy von seine Bestform entfernt ist, zeigt eine  Statistik: In den beiden Vierball-Matches spielte er nur ein einziges Loch unter Par, am Freitag das fünfte Loch mit einem Eagle.

          Trotz der Formschwäche etlicher Spieler gab sich Harrington auch am Samstagabend optimistisch.: „Es ist eine schwerer Aufgabe, aber es ist immer noch möglich. Jeder Spieler muss sich morgen darauf fokussieren, sein Match zu gewinnen“.  

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