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Europa-Spiele in Baku : Silber für deutsche Turnerinnen und Kajak-Gold

  • Aktualisiert am

Auch dank Elisabeth Seitz holen die deutschen Turnerinnen Silber Bild: AFP

Die deutschen Turnerinnen erkämpfen sich die Silber-Medaille in Baku. Auch die Kanuten werden bei den Europa-Spielen den Erwartungen gerecht. Die Tischtennis- und Turner-Herren enttäuschen.

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          Die Spitzenkanuten und Tischtennis-Damen haben dem deutschen Team bei den Europa-Spielen einen goldenen Montag beschert. Binnen acht Minuten holten Max Hoff mit einem starken Endspurt und der überlegene Sebastian Brendel im Canadier-Einer die ersten beiden deutschen Titel bei den Spielen von Baku.

          Insgesamt sicherten sich die Erfolgsgaranten vom Deutschen Kanu-Verband am ersten von zwei Finaltagen fünfmal Edelmetall. „Fünf Entscheidungen, fünf Medaillen – was will man mehr“, sagte DKV-Sportdirektor Jens Kahl. Den Zeitpunkt des Kontinentalwettkampfs sah Kanu-Dominator Hoff „aber immer noch kritisch, es ist für uns Kanuten dadurch nicht so wichtig.“

          Den Männern die Schau gestohlen

          Am Nachmittag zogen die Asse von Bundestrainerin Jie Schöpp an der Tischtennis-Platte nach. Nach ihrer ersten Länderspiel-Niederlage für Deutschland sorgte Han Ying beim 3:2 über die Niederlande am Ende mit einem Erfolg im letzten Einzel für die Entscheidung. „Ich war super-nervös, ich war klare Favoritin und durfte nicht verlieren“, sagte die 32-Jährige nach dem Dreisatzsieg über Britt Eerland. „Ich bin sehr glücklich, überglücklich, mehr als glücklich.“ Die weiteren Punkte für die Europameister-Auswahl von Bundestrainerin Jie Schöpp holte Shan Xiaona im Einzel und im Doppel mit Petrissa Solja.

          Ohne Top-Star Timo Boll blieben die deutschen Herren hingegen ohne die erhoffte Team-Medaille. Nach dem Ausfall des erkrankten Rekord-Europameisters verlor die Mannschaft von Bundestrainer Jörg Roßkopf das Duell um Bronze 0:3 gegen Österreich. Da Boll fehlte, stand die Niederlage bereits nach dem 0:3 von Patrick Baum zum Auftakt gegen Daniel Habesohn fest.

          Auch im Turnen stahlen die Frauen den Männern die Schau. Sophie Scheder, Elisabeth Seitz und Leah Grießer erkämpften hinter den favorisierten Russinnen Silber. Die von Fabian Hambüchen geführte Männer-Riege schaffte den Podestplatz nicht. Beim Sieg der Russen reichte es trotz Steigerung am zweiten Tag nur zu Platz fünf. Nach dem ersten Tag der Konkurrenz sei „die Stimmung im Dorf schon ein bisschen gedrückt“ gewesen, gab Hambüchen zu. „Aber wir haben das wieder hingekriegt: Wir haben Karten gespielt und viel gelacht.“

          Keiner ist schneller als Sebastian Brendel (Bild von 2012)
          Keiner ist schneller als Sebastian Brendel (Bild von 2012) : Bild: dpa

          Der deutsche Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig zog schon zuvor beim Sieg der Tischtennis-Damen auf der Tribüne eine positive erste sportliche Zwischenbilanz. „Die Sportarten wie Kanu und Tischtennis, von denen wir wissen, dass wir erfolgreich sind, haben das voll bestätigt“, lobte Schimmelpfennig.

          Von Algen ausgebremst

          Trotz des Stolzes auf das Premieren-Gold wollte bei Kanu-Dominator Hoff aber noch nicht die ganz große Euphorie über den Kontinentalwettbewerb aufkommen. „Die erste Goldmedaille freut mich auf jeden Fall, es war ein hartes Stück Arbeit“, berichtete der 32 Jahre alte Europameister nach dem Triumph über die 1000 Meter im Kajak-Einer. Der Fokus liege aber diese Saison auf dieser WM in Mailand, betonte Hoff. „Wenn wir dort nicht gut sind, fahren wir nicht zu Olympia. Und da schaut die Welt hin.“

          Nach einem starken Rennen verpassten Max Rendschmidt und Marcus Groß im Kajak-Zweier über 1000 Meter mit reichlich Pech den möglichen dritten deutschen Sieg und holten Silber. Die beiden wurden durch Algen und Wasserpflanzen am Boot gebremst. Im Kajak-Vierer wurden auch Franziska Weber, Conny Wassmuth, Verena Hantl und Tina Dietze Zweite. Peter Kretschmer und Michael Müller sicherten sich Bronze im Canadier-Zweier über 1000 Meter.

          Aline Focken hat unterdessen die dritte Medaille für das deutsche Ringer-Team in Baku gewonnen. Die Weltmeisterin setzte sich am Montag im Kampf um Bronze gegen Martina Kuenz aus Österreich durch. Focken brachte ihre Kontrahentin im Freistil-Duell in der Gewichtsklasse bis 69 Kilogramm nach 111 Sekunden auf die Schultern. Im Halbfinale war sie an der Ukrainerin Alina Stadnik gescheitert. Zuvor hatten bereits die deutschen Ringer Frank Stäbler und Ramsin Azizsir den dritten Platz bei den ersten Europaspielen belegt.

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