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Trotz Doping-Skandals : Europa-Spiele 2019 finden in Russland statt

Sinnvolle Entscheidung? Russland soll die Europaspiele 2019 ausrichten Bild: AP

Trotz des Doping-Skandals wird Russland in vier Jahren die Europa-Spiele ausrichten. Die derzeitige Wettkampfsperre für die eigenen Leichtathleten soll dabei kein Problem sein. Drei Läufer haben sich schon darüber hinweggesetzt.

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          Im Europäischen Olympischen Komitee (EOC) hatten sie sich das alles ein wenig anders vorgestellt. Eigentlich wollte Patrick Hickey an diesem Freitag in Prag auf der Vollversammlung aller Nationalen Olympischen Komitees den Gastgeber der nächsten Europa-Spiele präsentieren, aber es ist etwas dazwischen gekommen.

          Europa-Spiele? Das ist jene Veranstaltung, in deren Umfeld im vergangenen Sommer der aserbaidschanische Potentat Ilham Alijew seine Hauptstadt Baku ins rechte Licht rücken und zahlreiche Oppositionelle ins Gefängnis stecken durfte. Dass die 16 Tage im Sommer von, je nach Sportart, eher zweitrangigem, manchmal drittrangigem Wert war – geschenkt. Hickey hatte es gefallen und, nach dem just vor der Eröffnung in Baku, die Niederlande als Gastgeber der nächsten Auflage 2019 absprangen, hatte er schnell Ersatz gefunden.

          „Nach wie vor bevorzugter Partner“

          Russland sollte in Prag präsentiert werden, mit den Austragungsorten Sotschi und Kasan. Zu ärgerlich, dass sich Russland gerade mit dem Problem Staatsdoping herumschlagen muss, aber das wird sich lösen lassen. „Russland ist nach wie vor unser bevorzugter Partner“, sagte Hickey in Prag laut „insidethegames.biz“. „Die Spiele sind erst in vier Jahren und ich sehe echtes Potential, dass Russland dann sein neues, robustes Anti-Doping-System und eine saubere Sportkultur präsentieren kann. Ich bin sicher, dass Russland künftig Anführer sein kann.“

          Er wolle russische Athleten bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro sehen, sagte Hickey laut der russischen Nachrichtenagentur Tass in Prag, wo ihm unter anderem Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, zuhörte. Es sei an der Zeit für das EOC, dass Nationale Olympische Komitee Russlands zu unterstützen. Bach befand, Russland habe bereits „sehr wichtige erste Schritte getan“.

          Ein Problem in der Wettkampfsperre vor den Olympischen Spielen sieht noch nicht einmal der russische Sportminister Witali Mutko: „Das muss keine Tragödie sein. Umso besser trainiert werden wir vor Olympia sein.“ Was allerdings aus den drei russischen Läufern wird, die trotz der Sperre in der vergangenen Woche bei internationalen Wettkämpfen starteten, ist noch nicht klar. Der russische Leichathletikverband hofft auf eine milde Strafe. Die Sportler hätten vom Verbot nichts gewusst.

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