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ALBA Berlin vor EuroLeague : Der Beste fängt neu an

Jaleen Smith konnte sich jährlich verbessern: Was erreicht er diese Saison? Bild: Huebner

Jaleen Smith steht vor seinem Debüt mit ALBA Berlin beim FC Barcelona in der ersten Klasse Europas – der EuroLeague. Er schwärmt von seinen Gegnern wie ein Kenner von edlen Weinen.

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          Reichlich 27 Minuten Spielzeit, 13 Punkte und einige spektakuläre Dribblings beim 101:63 über die Skyliners Frankfurt – war dies die Antwort auf die Frage, was aus dem MVP, dem wertvollsten Basketball-Profi der vergangenen Saison, nach dessen Wechsel zum deutschen Meister Alba Berlin geworden ist? Keinen einzigen Punkt hatte Jaleen Smith zum Auftakt der Saison bei der Niederlage seines neuen Klubs gegen die Telekom Baskets Bonn erzielt, gerade zwei Mal geworfen in nicht mehr als elf Minuten Spielzeit. „Dies ist keine Antwort. Mich hat niemand etwas gefragt“, erwiderte Smith nach dem Triumph am Dienstagabend. „Ich versuche, meinen Weg hier zu finden.“

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          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          MVP, wertvollster Spieler der Liga, das ist eine große Auszeichnung und zugleich eine schwere Hypothek. Der herausragende Aufbauspieler des vergangenen Jahres, der die MHP Riesen Ludwigsburg als Stratege, Passgeber und Scorer auf Platz eins der Hauptrunde führte, muss sich nun einordnen in ein Ensemble, das nicht auf Einzelleistungen setzt, sondern auf schnelles, intelligentes Teamplay.

          „Ich hatte Alba ja schon vorher spielen sehen“, erzählt Jaleen Smith in Berlin: „Mir war klar, dass selbst die Besten hier zwanzig Minuten spielen, nicht viel mehr. Hier hängt nicht alles von mir ab. Ich kann so hart spielen, wie ich kann, und mich darauf verlassen, dass mein Nebenmann genauso gut ist.“

          Lenker des Spiels

          Jaleen Smith, 26 Jahre alt, geboren und aufgewachsen in Texas, will nach oben. Dafür arbeitet er hart. Als ihn die NBA bei der Talentwahl 2017 ignorierte, als er das College (New Hampshire) absolviert hatte, wurde er mit 22 Jahren Profi in der zweiten deutschen Liga, beim USC Heidelberg. Dort entdeckten ihn die MHP Riesen Ludwigsburg und holten ihn mit einem Zeitvertrag in die erste Liga. Sein Ehrgeiz und seine wachsenden Fähigkeiten überzeugten Trainer John Patrick.

          Den Verbleib von Smith für ein zweites Jahr sicherte sich Patrick, indem er seine wieder einmal neu formierte Mannschaft auf diesen zentrierte. Smith erfüllte die hohen Erwartungen. Mit seiner Beweglichkeit und Übersicht ist er ein guter Lenker des Spiels, trifft solide aus der Distanz und ist mit seinen 1,93 Meter auch unter dem Korb ein Faktor.

          Debüt in der ersten Klasse Europas

          So spielte er sich, häufig von der ersten bis zur letzten Sekunde auf dem Feld, bei Treffern (15,2 Punkte), Assists (5,3) und Steals (1,7) unter die Besten der Liga. Und führte zur Überraschung der Konkurrenz und zur Begeisterung seines Publikums Ludwigsburg mit dreißig Siegen auf Platz eins der Hauptrunde. Nach dem Ausscheiden im Halbfinale der Play-offs gegen Bayern München durfte Jaleen Smith gehen. Er habe es verdient, künftig in der Euroleague zu spielen, lobte Patrick zum Abschied.

          Bevor er die Saison in Berlin begann, zeigte Smith sich beim Probetraining bei den Phoenix Suns und den Philadelphia 76ers in der NBA, dem Traumziel eines jeden Basketball-Profis. An diesem Freitag wird er beim FC Barcelona sein Debüt geben in der ersten Klasse Europas, der zweiten der Welt. „Mirotic, Calathes, Higgins . . .“ Smith zählt die Namen der Gegenspieler auf, wie ein Kenner von Weinen schwärmen würde: „Das ist wie ein All-Star-Team. Vielleicht die beste Mannschaft Europas.“

          Ob sein Berliner Team, dem drei von vier Center verletzt fehlen und das noch nicht eingespielt wirkt, es mit den Katalanen aufnehmen kann, die 19 Mal die Meisterschaft gewonnen haben und zwei Mal die Euroleague, ist zweifelhaft. Doch die Begegnung ist ein Wert an sich. „Gegen solche Mannschaften will man spielen. Man will sehen, wo das eigene Team steht.“ Und wo man selbst steht.

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