https://www.faz.net/-gtl-a62z1

Rettung bei Vendée Globe : „Ich sinke. Das ist kein Witz“

Nun am Grund des Ozeans: Die Yacht von Kevin Escoffier ist am Montag 800 Seemeilen südlich von Kapstadt zerbrochen. Bild: Imago

Bei der Vendée Globe sind die Seglerinnen und Segler wochenlang auf sich allein gestellt – und im Notfall doch füreinander da. Dem Franzosen Kevin Escoffier hat diese Kameradschaft nun das Leben gerettet.

          3 Min.

          Auf einer Rettungsinsel, die See unruhig, die Wellen bis zu fünf Meter hoch, spritzende Gischt. Das Wasser unter dem französischen Skipper Kevin Escoffier: zehn Grad kalt. Ohne Peilsender, die Sicherheitsausrüstung unvollständig, treibt er im Südpolarmeer. Wie alle Segler und Seglerinnen bei der Vendée Globe ist er auf sich allein gestellt – in diesem Moment besonders, in anderen weniger. Manchmal sehen die Skipper ihre Konkurrenten an sich vorbei ziehen, können ihnen zuwinken. Doch im äußersten Fall sind sie Hunderte Seemeilen entfernt.

          „Ich realisiere nun, was passiert ist“, sagt der Franzose Escoffier am Dienstagmittag im Livestream. „Ich habe immer noch das Bild meines Bugs im Kopf, der nach oben zeigt. Es ist wie in einem schlechten Traum. All das Wasser, dass hereingekommen ist. Das ist für mich immer noch schwer zu glauben.“ Am Montag um 14.46 Uhr (MEZ) hatte er sein Boot aufgeben müssen. Davor konnte er noch eine Nachricht verschicken: „Ich brauche Hilfe. Ich sinke. Das ist kein Witz“, stand darin. „Innerhalb von vier Sekunden war das Boot voll. Dann kam von hinten eine Welle, das Wasser zerstörte die meiste Elektronik. Ich hatte Zeit, um eine Nachricht abzusetzen, dann musste ich raus. Es war total verrückt“, schildert er die Situation in einem Video kurz nach seiner Rettung.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Uiguren in einem chinesischen Internierungslager im Jahr 2017

          Kritik der Vereinigten Staaten : Begeht China einen Genozid?

          Umerziehungslager und Zwangssterilisationen: China geht hart gegen die ethnische Minderheit der Uiguren vor. Amerikas scheidender Außenminister spricht von einem Genozid. Was folgt daraus für Joe Biden?

          Frankreichs Karikaturen-Streit : Inzest unter Pinguinen

          Es gilt das ungedruckte Wort: Die Zeitung „Le Monde“ hat einen neuen Karikaturen-Streit ausgelöst, der Frankreich entzweit. Die Chefredakteurin Caroline Monnot entschuldigt sich. Der Zeichner Xavier Gorce nimmt seinen Hut.