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Erik Zabel im Interview : „Niemand kann alleine gewinnen“

  • Aktualisiert am

Hatten Sie Kontakt zu Hondo in den letzten Wochen?

Nein.

Armstrong hat seinen Rücktritt nach der Tour de France angekündigt: Ein Vorteil oder ein Nachteil für Ullrich?

Ich kenne Armstrong ganz gut. Eines ist garantiert: Egal, was passiert, er wird immer hochmotiviert und streitlustig in die Tour de France gehen. Egal, was vorher war, und egal, was vorher gesagt und geschrieben wurde.

Haben Sie eigentlich Ihr Training verändert?

Ja.

Inwiefern?

Darüber rede ich nicht gern. Training betrachte ich als meine Privatsache. Ich verspüre nicht das Bedürfnis, mich zu jedem Thema zu äußern - im Gegensatz zu anderen, die alle Veränderungen, Neuerungen, Verbesserungen mitteilen. Ich kann nur soviel sagen, daß ich erkannt habe, daß ich, was die Quantität des Trainings, den Umfang, betrifft, wenig Luft nach oben habe. Daß ich deshalb versuche, qualitativ das Training noch zu verbessern, zu verfeinern.

Sie gelten als Trainingsbesessener, und die Schinderei soll Ihnen noch immer Spaß machen?

Das ist mein Job, den ich sehr gerne mache. Es ist auch meine Passion, und ich war immer der Meinung: Wenn ich zu den Besten der Welt gehören will, dann muß ich auch ein bißchen mehr tun als alle anderen. Ich hatte mal einen klugen Trainer auf der Bahn, der hat gesagt, wenn du sicher sein willst, daß du ein Punktefahren gewinnen kannst, dann mußt du in der Lage sein, einen größeren Gang als die Konkurrenz zu fahren und den flüssig rumzukriegen. Und so ähnlich sehe ich es auch beim Training. Ich verfüge über ein gutes Talent, aber nur mit Talent kommst du nur auf ein gewisses Niveau, der Rest geht nur mit harter Arbeit. Wenn ich besser sein will als die anderen, muß ich auch härter arbeiten.

Und wo finden Sie dabei den Spaß?

Grundsätzlich fahre ich lieber Rennen, als daß ich trainiere. Ich hatte im vergangenen Jahr neue Wege beschritten, ohne die Klassiker im April. Ich hatte im Frühjahr mehr Kilometer im Training als die Klassikertruppe mit Rennen und Training zusammen, aber so richtig gezündet hat es nicht. Auf der andere Seite hat es mich runtergezogen, daß ich die Klassiker am Fernseher anschauen mußte: die Flandern-Rundfahrt, Gent-Wewelgem, Paris-Roubaix. Daraus habe ich die Lehre gezogen, das zu tun, was mir Spaß macht, was mich befriedigt. Also bin ich in diesem Jahr wieder Klassiker gefahren.

Wo liegt der Spaß beim Henninger-Turm?

Man muß unterscheiden. Es gibt Rennen, die so wichtig sind, bei denen man so unter Druck steht, daß der Spaß erst an zweiter Stelle kommt. Der Henninger-Turm ist so ein Rennen. Ich fahre jetzt, glaube ich, zum 13. Mal als Profi beim Henninger, es ist immer dasselbe Ritual, was schön ist, sind die vielen Zuschauer, das ist für alle ein Erlebnis. Auf der anderen Seite ist es immer so gewesen, daß wir in Frankfurt als Team gezwungen waren, das Rennen zu machen, die Verantwortung zu übernehmen. Die Konkurrenz schaut immer extrem auf uns, und für die Mannschaft ist der Henninger am 1.Mai immer nicht nur ein Tag der Arbeit, sondern ein Tag der sehr harten Arbeit. Das weiß man vorher. Das ist ungefähr so, wie wenn man zum Zahnarzt geht und der bohrt. Man weiß, das tut weh. So ist das beim Henninger-Turm. Man fährt einmal im Jahr hin, und man weiß, es tut weh.

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