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Bahnrad-EM in München : Böser Sturz überschattet Gold für Emma Hinze

  • Aktualisiert am

Schwerer Sturz im Oval: Zwei Fahrerinnen mussten danach ins Krankenhaus. Bild: AFP

Emma Hinze wird vor dem Rennen von Übelkeit geplagt und weint. Dann aber gewinnt sie bei der Bahnrad-EM ihren dritten Titel nach Zielfoto-Entscheid. Für zwei Fahrerinnen endet der Tag im Krankenhaus.

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          Emma Hinze hat bei den Bahnrad-Europameisterschaften bereits ihren dritten Titel gewonnen. Die 24 Jahre alte Cottbuserin besiegte am Montag im Sprint-Finale die Französin Mathilde Gros in drei Läufen. Im entscheidenden dritten Lauf entschied das Zielfoto. Nach den Erfolgen im Team-Sprint mit Pauline Grabosch (Chemnitz) und Lea Sophie Friedrich (Chemnitz) sowie im 500-Meter-Zeitfahren mit dem deutschen Rekord von 32,668 Sekunden war es auf dem Holzoval in der Messe München bereits das dritte Gold für die Sprint-Weltmeisterin.

          „Jetzt geht es mir wieder gut. Ich bin heute komplett durch alle Emotionen gegangen. Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich heute gewinne“, sagte Hinze. Ihr Magen habe den ganzen Tag nicht mitgespielt. „Ich habe mich übergeben, ich habe geweint, ich habe gedacht, ich schaffe das nicht“, berichtete sie. Sie habe nichts essen können und keine Kraft gehabt. Das Team habe sie aber aufgebaut – nun reist sie mit drei Titeln aus München ab. „Das ist super schön. Ich kann das noch gar nicht so richtig fassen, dass ich heute auch gewonnen habe“, sagte Hinze.

          Bundestrainer Jan van Eijden erklärte anschließend, dass sie mit Rücksicht auf ihre Gesundheit und mit Blick auf die WM vom 12. bis 16. Oktober in Paris auf einen Start im Keirin an diesem Dienstag verzichtet. „Die letzten zwei Tage und die Gesamtbelastung haben ihr so den Schuh ausgezogen, dass wir sagen, auch in Hinsicht auf die WM, dass wir Keirin weglassen. Ihr ging es heute wirklich nicht gut“, berichtete der frühere Sprint-Weltmeister.

          Lea Sophie Friedrich unterlag unterdessen im kleinen Finale der Niederländerin Laurine van Riessen in zwei Läufen und verpasste damit ihre zweite Medaille. Im 1000-Meter-Zeitfahren belegte der Cottbuser Maximilian Dörnbach in 1:00,225 Minuten den dritten Platz. Schneller waren nur Melvin Landerneau aus Frankreich (59,975 Sekunden) und der Italiener Matteo Bianchi (1:00,089 Minuten). Damit hat der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) vor dem Abschlusstag der Bahnrad-Wettbewerbe sechsmal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze gewonnen.

          Überschattet wurden die Wettbewerbe von einem folgenschweren Sturz. Beim Punkterennen des Vierkampf-Wettbewerbes Omnium der Frauen kollidierten fünf Fahrerinnen miteinander. Während Johanna Kitti Borissza (Ungarn), Emily Kay (Irland) und Maike van der Duin (Niederlande) kurz darauf die Bahn wieder selbstständig verlassen konnten, wurden die Griechin Argiro Milaki (30) und Hanna Solowej (30) aus Ukraine hinter einem Sichtschutz lange im Innenraum medizinisch versorgt.

          Beiden Sportlerinnen wurde dabei in Tropf angelegt, ehe sie auf Tragen aus der Halle und ins Krankenhaus gebracht wurden. Milakis Nacken wurde mit einer Halskrause gestützt. Mehrere Sanitäter kümmerten sich um die Verletzten. Über die Art und Schwere der Verletzungen war zunächst nichts bekannt. Für die medizinische Erstversorgung und Reparaturen an der beschädigten Holzbahn war das Rennen unterbrochen.

          Die deutsche Starterin Lea Lin Teutenberg blieb von dem Crash verschont. Bereits am Samstag war die italienische Weltmeisterin Letizia Paternoster in derselben steilen Kurve nach der Zielgeraden gestürzt. Die 23-Jährige erlitt einen Bruch des rechten Schlüsselbeins sowie eine Gehirnerschütterung. Die EM-Bahn in den Münchener Messehallen ist von den üblichen 250 Metern auf 200 Meter verkürzt. Diese Länge ist international ungewohnt und gilt Beobachtern als Sicherheitsrisiko.

          Sprint-Bundestrainer Jan van Eijden hält schwere Stürze wie bei der EM für normal. „Das gehört zum Sport dazu, gerade zum Radsport. Wenn du auf die Bahn gehst, musst du akzeptieren, dass du hinfallen kannst“, sagte der frühere Sprintweltmeister. Natürlich hoffe jeder, dass das nicht passiere und wenn, dass es glimpflich ausgehe. „Aber das gehört zum Radsport leider mal dazu. Du fährst eng nebeneinander, und wenn du nicht eng nebeneinander fährst, dann hast du auch immer weniger Chancen, dass du gewinnen kannst“, erklärte der 46-Jährige.

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