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Fechten : EM-Gold mit dem Säbel

  • Aktualisiert am

Überflieger des Tages: Benedikt Wagner ist Europameister. Bild: dpa

Das hat kaum einer erwartet: Säbelfechter Wagner holt bei der EM in Polen völlig überraschend Gold. Dagegen sind Hartung und Szabo früh gescheitert.

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          Benedikt Wagner ist nach seinem wundersamen Siegeszug Europameister - für Deutschlands Top-Säbelfechter ist die Olympia-Generalprobe dagegen missglückt. 44 Tage vor Beginn der Spiele in Rio scheiterten die hoch eingeschätzten Max Hartung und Matyas Szabo bei der EM früh. Umso lauter war der Jubel im deutschen Lager um Wagner: „Endlich hat er es geschafft. Das ist eine herausragende Leistung“, kommentierte Sportdirektor Sven Ressel die erste internationale Einzelmedaille des 26-Jährigen. Im Gold-Gefecht behielt Wagner gegen den Franzosen Vincent Anstett mit 15:13 die Oberhand.

          Bundestrainer Vilmos Szabo war „super glücklich“ nach dem dritten EM-Einzeltitel eines deutschen Säbelfechters nach Felix Becker 1993 und Wiradech Kothny 1999. Und er war fix und fertig angesichts der Aufholjagden Wagners: „Ich habe keine Ahnung, wie er das geschafft hat“, sagte der Coach. Aber egal: „Wir haben Gold.“

          Wagner, Team-Weltmeister von 2014 und -Europameister von 2015, erwischte in der Arena von Torun einen Perfekten tag. 15:8 gegen den Franzosen Maxence Lambert, 15:10 im Achtelfinale gegen Italiens Olympia-Zweiten Diego Occhiuzzi, danach 15:13 gegen den Weißrussen Alexander Bujkewitsch - damit hatte er mindestens Bronze sicher.

          Aber Wagner wollte trotz einer Verletzung an der rechten Patellasehne noch mehr. Im Halbfinale gegen Russlands einstigen Junioren-Weltmeister Kamil Ibragimow gelang ihm ein Kraftakt: 8:14 lag Wagner hinten, setzte dann aber alle weiteren Treffer und siegte 15:14. „Ein Gefecht ist halt erst bei 15 zu Ende“, bemerkte der nicht für Olympia qualifizierte Deutsche. Auch gegen Anstett hatte er 0:6 und 4:8 zurückgelegen; am Schluss aber triumphierte Wagner und brüllte seine Freude über den Titel laut heraus.

          „Das Gefecht ist erst bei 15 zu Ende“: Wagner behält die Nerven und gewinnt.
          „Das Gefecht ist erst bei 15 zu Ende“: Wagner behält die Nerven und gewinnt. : Bild: dpa

          Max Hartung und Matyas Szabo freuten sich mit Wagner. Sie selbst aber waren enttäuscht. „Ich war nicht sehr konzentriert, hatte einen schlechten Tag. Das darf mir bei den Olympischen Spielen nicht passieren“, sagte der Weltranglisten-Fünfte Hartung nach seinem Aus unter den Top 32 beim 12:15 gegen Anstett und Platz 23 im Abschlussklassement. Bei der WM 2015 war Hartung im Einzel und mit dem Team Dritter geworden. Bundestrainer-Sohn Szabo erwischte es gar schon im 64er-Tableau beim 8:15 gegen Ibragimow und wurde 39. „Man kann auf jeden Fall sagen, dass es eine misslungene Olympia-Generalprobe war“, kommentierte Szabo sein Scheitern. Nun versuchen sie, am Samstag ihren europäischen Team-Titel von 2015 erfolgreich zu verteidigen. „Mit der Mannschaft wollen wir ein bisschen Spaß haben“, kündigte Hartung an.

          Sozanska scheidet im Viertelfinale aus

          Nach Florett-Bronze für Carolin Golubytskyi und André Sanita scheiterte Monika Sozanska an diesem Vorhaben. Die ambitionierte Olympia-Zehnte von 2012 verlor im Degen-Viertelfinale gegen Rumäniens WM-Fünfte Simona Gherman mit 10:13. „Gherman gehört zu den Besten weltweit. Bei mir hat das Quäntchen Glück gefehlt“, sagte die Leipzigerin. Neue Europameisterin wurde prompt Gherman mit 9:5 im rumänischen Finale gegen Ana Maria Popescu.

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