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European League of Football : Hat Frankfurt Galaxy den Fokus verloren?

Sollten konzentriert bleiben: die Spieler von Frankfurt Galaxy um Quarterback Jakeb Sullivan Bild: IMAGO/Kessler-Sportfotografie

Frankfurt Galaxy gewinnt zwar gegen die Panthers Wrocław in Polen, spielt dabei aber auch die wohl schwächste Halbzeit der bisherigen Saison. Wirklich optimistisch auf die Zukunft stimmt das nicht.

          2 Min.

          Ob die Höhenluft den Protagonisten der Frankfurt Galaxy zu Kopf gestiegen ist? Man musste davon ausgehen nach dem achten Saisonspiel, das die American-Football-Mannschaft am Sonntagabend zwar 30:29 gegen die Panthers Wrocław gewann, das aber auch eklatante Schwächen offenbarte – und in gewisser Weise völlig kontradiktorisch zu dem Stand, was sich Trainer Thomas Kösling eigentlich vorgenommen hatte.

          Jan Ehrhardt
          Sportredakteur.

          Nach der vorvergangenen Partie in der European League of Football (ELF) gegen die Cologne Centurions war es bei der Pressekonferenz zu bemerkenswerten Szenen gekommen. Cheftrainer Kösling hatte da von einer mentalen Blockade bei seinen Spielern gesprochen, die ausgelöst worden sei durch den großen Erwartungsdruck und die gestiegene öffentliche Aufmerksamkeit für den Vorjahressieger der ELF-Meisterschaft. Diese mentale Blockade sei hauptsächlich dafür verantwortlich gewesen, dass die Frankfurter die meisten ihrer Spiele mit erheblichen Startschwierigkeiten begonnen hatten – und am Ende auch drei davon verloren.

          Galaxy geht anfangs komplett unter

          Zu Ruhe und Besonnenheit rief Kösling deshalb vor dem Auswärtsspiel in Polen auf; Kopf abschalten, nicht an Football denken, die mentale Blockade lösen, nur um dann miterleben zu müssen, wie die Verantwortlichen der Galaxy kurzfristig die eigentlich geplante Busreise nach Breslau in eine öffentlichkeitswirksame PR-Aktion für einen ihrer Mitgesellschafter verwandelten.

          Dem gehört neben zahlreichen anderen Beteiligungen auch eine deutsche Fluggesellschaft, die für das Team eigens eine Maschine mit Galaxy-Schriftzug versah und Mannschaft samt Trainer- und Betreuerstab per Charterflug zum Duell mit den Panthers brachte. Die im europäischen Football wohl einzigartige Aktion, vor allem in den sozialen Medien entsprechend in Szene gesetzt, erzielte zwar die gewünschte Öffentlichkeit, Fokus auf das Wesentliche aber, den Football, dürfte anders aussehen.

          Und so lief dann auch das Spiel: Kösling musste mitansehen, wie sein Team in den ersten beiden Vierteln komplett unterging, offensiv kaum etwas zustande brachte und defensiv insbesondere in der Passverteidigung größte Probleme hatte. „Es war die wohl schwächste Halbzeit der laufenden Saison“, resümierten die Frankfurter folgerichtig, die zwischenzeitlich 0:20 zurückgelegen hatten.

          Dass Galaxy die Partie doch noch gewann, knapp und in letzter Sekunde, lag vor allem an einigen Umstellungen des Trainers in der zweiten Spielhälfte, etwa dem Einsatz des Wide Receivers Marvin Rutsch als Runningback – und an der Treffsicherheit des Kickers Ryan Rimmler, der mit einem Field Goal aus 52 Yards (47,5 Meter) die nötigen Punkte erzielte.

          Wirklich optimistisch stimmen auf das möglicherweise vorentscheidende Heimspiel gegen die noch unbesiegten Vienna Vikings in zwei Wochen dürfte dieser Sieg die Frankfurter jedoch kaum. Dort aber braucht die Mannschaft unbedingt einen Erfolg, jede weitere Niederlage wäre fatal für die Hoffnungen auf die abermalige Play-off-Teilnahme. Eine weitere derart schwache erste Hälfte jedenfalls kann sich Frankfurt in dieser Saison nicht mehr leisten.

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