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Eiskunstlauf : Steuer darf zum Grand Prix nach Moskau

  • Aktualisiert am

Sie dürfen in Moskau zu dritt ran Bild: dpa

Der Stasi-belastete Eiskunstlauf-Trainer Steuer darf sein Paar Sawtschenko/ Szolkowy beim Grand Prix in Moskau betreuen. Das Münchner Landgericht lehnte den Widerspruch der DEU ab.

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          Der Stasi-belastete Eiskunstlauf-Trainer Ingo Steuer darf die Europameisterschafts-Zweiten Aljona Sawtschenko/Robin Szolkowy beim Grand Prix in Moskau betreuen. Das Münchner Landgericht lehnte an diesem Dienstag den Widerspruch der Deutschen Eislauf-Union (DEU) gegen eine Einstweilige Verfügung ab, welche die Betreuung des Paares durch Steuer bei dem Wettkampf am Freitag und Samstag erlaubt. Die DEU-Vertreter um Präsident Dieter Hillebrand kündigten nach der Verhandlung in München noch vor der schriftlichen Urteilsbegründung Beschwerde beim Oberlandesgericht an.

          „Wir sind jetzt ganz froh“, sagte Anwältin Karla Vogt-Röller nach dem positiven Urteilsspruch für ihre Mandanten. Sawtschenko/Szolkowy hatten geklagt, weil sie beim Wettkampf auf ihren Trainer angewiesen seien. „Wir fühlen uns in unserer Rechtsauffassung bestätigt“, erklärte die Anwältin. Das Eislauf-Paar und Steuer nahmen nicht an der knapp einstündigen Verhandlung teil. An diesem Mittwoch will das Trio wie geplant nach Moskau fliegen.

          Dritte einstweilige Verfügung der Saison

          Das Gericht stellte offenbar das Grundrecht auf Ausübung der Berufsfreiheit über das Verbandsrecht der DEU. Die Eislauf-Union war im „Fall Steuer“ bei der schon dritten einstweiligen Verfügung der Saison erstmals von einem Gericht angehört worden, was bisher aus Zeitgründen vor den Wettkämpfen nicht möglich gewesen war. Der Verband will mit dem ehemaligen Paarlauf-Weltmeister Steuer wegen seiner Rolle als „IM Torsten“ in der DDR grundsätzlich nicht mehr zusammenarbeiten.

          An dem Fall hängt auch die finanzielle Förderung des Verbandes durch das Bundesinnenministerium (BMI), das schon einmal Geld zurückgehalten hatte, weil die DEU sich nicht klar positioniert hatte. „Ohne öffentliche Gelder ist die DEU nicht in der Lage, weiter zu bestehen. Es geht um einen ganzen Verband“, führte DEU-Vizepräsident und Anwalt Uwe Harnos aus. Die weitere Entwicklung des Falles hängt aus Sicht der Anwältin Vogt-Röller vor allem von der Haltung des BMI ab. „Der Druck kommt von dort, das ist in der Verhandlung ganz deutlich geworden“, sagte sie.

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