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Eiskunstlauf : Ingo Steuer ist „nicht mehr tragbar“

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DEU beendet Zusammenarbeit mit Ingo Steuer Bild: AP

Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) wird ab sofort nicht mehr mit Trainer Ingo Steuer zusammenarbeiten. „Er hat den Verband permanent an den Pranger gestellt. Er ist nicht mehr tragbar“, sagte DEU-Präsident Mirmseker.

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          Der frühere Stasi-Spitzel Ingo Steuer hat bei der Deutschen Eislauf-Union (DEU) keine Zukunft mehr. DEU-Präsident Reinhard Mirmseker bestätigte am Dienstag im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) die sofortige Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Paarlauftrainer: „Er hat den Verband in den vergangenen Wochen permanent an den Pranger gestellt und einzelne Präsidiumsmitglieder auch persönlich angegriffen. Er ist nicht mehr tragbar.“

          Nachdem der 39jährige Ende Januar als IM „Torsten“ entlarvt und nicht als Betreuer für die Olympischen Winterspiele in Turin akkreditiert worden war, brach zwischen Steuer, der DEU und dem Nationalen Olympischen Komitee eine Dauerfehde aus. Der Coach der Europameisterschaftszweiten Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy klagte sich per Einstweiliger Verfügung ins Turin-Team.

          „Wir sind ruhig geblieben, Steuer leider nicht“

          Als der ehemalige Paarlauf-Weltmeister die DEU-Verbandsfunktionäre in der Folgezeit als „komplett überfordert“ bezeichnete und der DEU bescheinigte, „keinen Arsch in der Hose“ zu haben, war das Maß für den Verband voll. „Ohne diese völlig haltlosen Vorwürfe hätte man vielleicht noch Möglichkeiten ausloten können. Um die Lage zu entspannen, sind wir in den vergangenen Monaten ruhig geblieben, Ingo Steuer leider nicht“, erklärte Mirmseker.

          Schon bei einem Gespräch über die sportliche Zukunft von Sawtschenko/Szolkowy mit der DEU am 29. Mai soll Steuer nicht mehr dabei sein, was der Olympia-Dritte von 1998 am Dienstag noch gar nicht begreifen konnte und wollte. „Bei diesem Treffen hätte man doch vieles klären können. Jetzt ist meine Lage natürlich schwierig“, sagte Steuer, der nach seinem vorzeitigen Ausscheiden aus der Bundeswehr seit April Anglistik und Amerikanistik in Chemnitz studiert.

          „Ingo soll unser Trainer bleiben“

          Sein Paar hofft noch, die DEU bei dem anberaumten Treffen zu einer weiteren Zusammenarbeit mit Steuer bewegen zu können. „Wir haben zusammen viel erreicht, Ingo soll unser Trainer bleiben. Wir müssen jetzt darüber sprechen, ob die DEU uns als deutsches Paar unterstützen kann“, sagte Szolkowy. Für Mirmseker allerdings steht eine Rücknahme des Trennungsbeschlusses nicht auf der Tagesordnung: „Wir lassen uns nicht erpressen.“

          Die Suche nach einem neuen Betreuer für die Olympia-Sechsten von Turin soll schon in der kommenden Woche beginnen. Als möglicher Kandidat wird dabei seit längerer Zeit Oleg Wasiljew gehandelt. Der Russe, zusammen mit Jelena Walowa Paarlauf-Olympiasieger 1984 in Sarajevo, betreute zehn Jahre lang die Goldmedaillengewinner von Turin, seine Landsleute Tatjana Totmianina und Maxim Marinin, die mittlerweile ihre Karriere beendet haben.

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