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Eiskunstlauf-EM : Gold für das Steuer-Paar

  • Aktualisiert am

Ungewöhnliche Hebungen: Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy Bild: dpa

Zwölf Jahre nach dem Erfolg ihres Trainers Ingo Steuer mit Partnerin Mandy Wötzel hat wieder ein deutsches Paar einen Titel gewonnen: Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy liefen bei der Eiskunstlauf-EM in Warschau eine Gold-Kür.

          Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy haben bei der Eiskunstlauf-Europameisterschaft in Warschau ihren ersten großen Titel gewonnen. Vor 4.000 Zuschauern im Torwar-Eispalast siegten die Chemnitzer, die schon nach dem Kurzprogramm geführt hatten, mit 199,39 Punkten deutlich vor den ehemaligen russischen Weltmeistern Maria Petrowa und Alexej Tichonow (179,61) sowie Dorota und Mariusz Siudek aus Polen (170,91).

          Es war der erste EM-Titel im Paarlaufen für Deutschland seit zwölf Jahren. 1995 in Dortmund hatte Ingo Steuer, der Trainer der neuen Europameister, zusammen mit seiner damaligen Partnerin Mandy Wötzel gewonnen.

          Perfekte Kür

          Die viermaligen deutschen Meister, in Schwarz und Weiß gekleidet, lieferten eine nahezu perfekte Kür ab. Alle Höchstschwierigkeiten boten sie souverän, mehrfach vom rhythmischen Klatschen des Publikums begleitet. Besonders die ungewöhnlichen Hebungen fanden großen Anklang.

          Stolz auf Gold

          Während sich das Paar am Ende freudestrahlend umarmte, verzog Steuer hinter der Bande keine Miene. Der ehemalige Weltmeister hatte sich wegen seiner Stasi-Vergangenheit seit fast einem Jahr nahezu bei jedem Wettbewerb per Gerichtsentscheid die Berechtigung erstritten, sein Paar betreuen zu dürfen.

          Im Schatten der neuen Titelträger, die die Nachfolge der russischen Olympiasieger Tatjana Totmianina und Maxim Marinin antraten, entschieden die Düsseldorferin Mari-Doris Vartmann und Florian Just aus Essen das interne deutsche Duell um die Tickets für die Weltmeisterschaften Ende März in Tokio für sich. Die Zweiten der deutschen Meisterschaft kamen auf Rang sieben, Zwölfte wurden Rebecca Handke aus Möhnesee und der Essener Daniel Wende.

          Lindemann enttäuscht

          Für Stefan Lindemann, den sechsmaligen deutschen Meister aus Erfurt, hatte die Europameisterschaft am Nachmittag mit einer herben Enttäuschung begonnen. Er hatte sich ein Comeback erhofft - stattdessen erlebte er ein Debakel. Nach einem völlig missratenen Kurzprogramm stürzte er mit 54,21 Punkten bis auf den 17. Platz ab. Die Leistung des WM-Dritten von 2004 reichte nicht einmal aus, um seinen deutschen Rivalen Philipp Tischendorf in die Schranken zu weisen. Der EM-Debütant aus Berlin überraschte mit einem nahezu fehlerfreien Programm und Rang 16 vor der Kürentscheidung an diesem Donnerstag. Dem zur Berliner Trainerin Viola Striegler gewechselten Lindemann hingegen gelang so gut wie nichts. An den dreifachen Lutz konnte er nur den doppelten Toe-Loop anhängen, beim dreifachen Axel stürzte er, den dreifachen Flip landete er nur mühsam auf zwei Füßen. „Ich habe dafür keine Erklärung, beim Einlaufen habe ich mich noch gut gefühlt“, sagte der 26 Jahre alte Zeitsoldat.

          An der Spitze sorgte Tomas Verner für eine Überraschung. Der in Oberstdorf trainierende Tscheche lag mit 76,56 Punkten sogar vor dem Topfavoriten Brian Joubert aus Frankreich (75,18) sowie dem Weißrussen Sergej Dawidow (70,14). Der Wahl-Allgäuer profitierte allerdings von der Absage des Schweizer Weltmeisters Stephane Lambiel, der wegen Motivationsproblemen nicht antrat. Olympiasieger und Titelverteidiger Jewgeni Pluschenko aus Russland hat seine Laufbahn beendet.

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