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Eishockey-WM : Wenigstens nicht wieder zweistellig

  • Aktualisiert am

Und noch ein Gegentor: Deutschlands Eishockeyteam geht auch gegen Tschechien unter Bild: dpa

Nach dem Debakel gegen Norwegen geht die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft auch gegen Tschechien unter. Die direkte Olympia-Qualifikation ist dadurch verspielt.

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          Nach 20 Gegentoren in den letzten beiden WM-Spielen steht das deutsche Eishockey unter Schock. Die direkte Qualifikation für Olympia 2014 ist verspielt und die Zukunft von Bundestrainer Jakob Kölliker fraglich. „Die WM ist verbockt“, gab der Schweizer nach dem peinlichen 1:8 (1:3, 0:3, 0:2) zum WM-Abschied gegen Tschechien am Dienstag in Stockholm zu. Nur zwei Tage nach dem heftigen 4:12-Debakel am Sonntag gegen Norwegen blamierte sich das Team des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) erneut.

          Die mit dem forschen Ziel Viertelfinale gestarteten Deutschen schlossen ihre Vorrundengruppe nur als Sechster von acht Teams ab und reisen nun völlig gedemütigt nach Hause. Für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi muss sich das DEB-Team im Februar 2013 erst qualifizieren. Das entsprechende Turnier soll in Deutschland stattfinden. „Ich hätte mir gewünscht, dass das hier anders gelaufen wäre. Ich glaube, dass das bei allen tief sitzt. Das ist mit Sicherheit nicht zufriedenstellend. Man ist aber gut beraten, da mal ein paar Tage drüber nachzudenken“, sagte DEB-Chef Uwe Harnos.

          Der Verbandsboss kündigte an, die beabsichtigte langfristige Zusammenarbeit mit Kölliker noch einmal überdenken zu wollen. „Ich denke, dass man das jetzt analysieren muss. Dann muss man sich an einen Tisch setzen und ein Fazit ziehen, und dann muss man gemeinsam eine Entscheidung für die Zukunft treffen“, sagte Harnos. Eine schnelle Entscheidung werde es aber nicht geben.

          Von den Spielern im Stich gelassen

          Eigentlich sollte Kölliker langfristig gehalten werden. Im Gespräch ist auch der Posten des Sportdirektors. Kölliker betonte, auch nach dem neuerlichen Trauerspiel gerne weiter für den DEB arbeiten zu wollen. „Selbstverständlich, warum nicht? Jetzt werden Gespräche geführt, ich bin für alles offen“, sagte der Schweizer und bekam Unterstützung von den Spielern. „Er ist nicht nur ein guter Trainer, sondern auch ein netter Mensch. So Leute muss man halten“, sagte Torhüter Dennis Endras. Wie schon gegen Norwegen wurde Kölliker allerdings zuvor von seinen Spielern auf dem Eis im Stich gelassen.

          Über seine Zukunft wird neu verhandelt: Eishockey-Bundestrainer Kölliker
          Über seine Zukunft wird neu verhandelt: Eishockey-Bundestrainer Kölliker : Bild: REUTERS

          Vor 2114 Zuschauern unterstrichen die tschechischen Torschützen Ales Hemsky (2. Minute), Lukas Krajicek (11.), Martin Erat (17.), Petr Koukal (26./45.), David Krejci (30.), Jiri Novotny (35.) und Mirslav Blatak (47.) den Klassenunterschied. „Und das mit angezogener Handbremse“, bemerkte Endras spöttisch. Für deutschen Jubel hatte nur Thomas Greilinger mit seinem zwischenzeitlichen 1:1 (8.) gesorgt. „Wir haben unglücklich gekämpft, das Spiel lief völlig an uns vorbei“, meinte Kölliker und fand damit noch schmeichelhafte Worte für den Auftritt seiner Schützlinge.

          Eishockey-WM, Vorrunden-Tabellen

          Gruppe A in Helsinki
          1. KANADA 35:15 Tore / 19 Punkte
          2. USA 32:17 / 16
          3. FINNLAND 21:14 / 15
          4. SLOWAKEI 21:13 / 15
          5. Frankreich 21:32 / 9
          6. Schweiz 16:21 / 6
          7. Weißrussland 11:23 / 3
          8. Kasachstan 11:33 / 1

          Viertelfinale (Do., 17. Mai)
          Kanada - Slowakei 12.00 Uhr
          USA - Finnland 17.30 Uhr
          Absteiger zur B-WM: Kasachstan
           

          Gruppe B in Stockholm
          1. RUSSLAND 27:8 Tore / 21 Punkte
          2. SCHWEDEN 29:15 / 15
          3. TSCHECHIEN 24:11 / 14
          4. NORWEGEN 33:19 / 13
          5. Lettland 11:19 / 6
          6. Deutschland 14:31 / 6
          7. Dänemark 13:23 / 4
          8. Italien 6:31 / 2

          Viertelfinale (Do., 17. Mai)
          Russland - Norwegen 14.45 Uhr
          Schweden - Tschechien 20.15 Uhr
          Absteiger zur B-WM: Italien

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