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Eishockey-WM in Belarus : Eine Umarmung von Lukaschenka

Enge Beziehung: Aleksandr Lukaschenka begrüßte René Fasel. Bild: dpa

Die Kritik an Belarus als Teilausrichter der Eishockey-WM wächst. Doch Machthaber Aleksandr Lukaschenka hält an der Austragung in seinem Land fest. Unterstützung bekommt er dafür vom Verbandspräsidenten René Fasel.

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          Machthaber Aleksandr Lukaschenka begrüßte René Fasel, den Präsidenten des Internationalen Eishockey-Verbands (IIHF), mit einer Umarmung, Sprüchen zum Coronavirus, zum Verhältnis von Politik und Sport und zur Lage in dem Land, das er weiterhin als seines sieht: Belarus. Dort soll vom 21. Mai bis 6. Juni die Eishockey-Weltmeisterschaft stattfinden. Fasel hat angekündigt, dafür „alles“ zu tun, Lukaschenka bekräftigte am Wochenende im russischen Staatsfernsehen, eine Absage wäre eine „Schande“.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Eigentlich war das Turnier im Tandem mit Lettland geplant. Wegen Lukaschenkas brutalen Vorgehens gegen die Protestbewegung für ein Ende der Diktatur wollen die Letten nicht mehr. Der Widerstand wächst. Ende Januar will die IIHF entscheiden, ob das Turnier in Belarus stattfindet. Fasels Besuch diente der Vorbereitung. Lukaschenka bekräftigte, dass in Belarus keinerlei Gefahr drohe. Die Demonstranten „und andere Unzufriedene“ stürmten in Belarus keine Regierungseinrichtungen, sagte Lukaschenka mit Blick auf die jüngsten Vorgänge in Washington.

          Gewalt gegen die Protestbewegung

          Der Machthaber widersprach seiner üblichen Behauptung, die Protestbewegung sei der gefährliche Arm westlicher Widersacher. Die „Gäste“ seien sicher. Tatsächlich dürften mögliche WM-Besucher allenfalls durch Zufälle Opfer von Prügelattacken von Lukaschenkas Schergen werden. Außer wenn sie sich weiß-rot-weiße Fähnchen auf die Wangen malen sollten, wie es die Anhänger der belarussischen Protestbewegung tun. Dann könnten sie sogar Gefahr laufen, es mit dem Leiter des belarussischen Eishockeyverbands, Dmitrij Baskow, persönlich zu tun zu bekommen: Baskow, der Fasel ebenfalls empfing, war im vergangenen November allem Anschein nach daran beteiligt, den Minsker Roman Bondarenko während einer Aktion gegen weiß-rot-weiße Bändchen zu verprügeln. Tags darauf starb er in einem Krankenhaus.

          „Ich muss dich, glaube ich, nicht überzeugen, dass hier in Belarus alles normal ist“, sagte Lukaschenka zu Fasel. Wenn die IIHF dem „ungerechten Druck“ standhalte, werde man das Turnier abhalten, auch ohne Lettland, als „beste Weltmeisterschaft der Geschichte“. Wenn nicht, dann eben nicht. Lukaschenka dankte „René“ – „ohne deine persönliche Position hätten wir nie diese Weltmeisterschaft bekommen“. Fasel beklagte „sehr großen Druck auf uns“. Schon vor der Eishockey-Weltmeisterschaft 2014 in Minsk habe es „Druck“ gegeben.

          Beide zitierten einander mit der Aussage, man möge Sport und Politik nicht vermischen, Sport solle „Völker vereinen und nicht trennen“. Die Belarusian Sport Solidarity Foundation – der Verein vertritt rund 1200 belarussische Sportler, die Macht und Gewalt des Regimes beklagen – teilte mit, sie habe das Treffen „ungläubig“ zur Kenntnis genommen. Die Athletenvertretung forderte die Absage des Turniers wegen der groben Menschenrechtsverletzungen des Lukaschenka-Regimes.

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