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Eishockey-Trainer Sturm : Das Debüt wird zum Debakel

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Das Debüt mit Los Angeles in der NHL war für Marco Sturm alles andere als ein gelungener Einstand. Bild: dpa

Nur zwei Tage nach seinem Abschied als Eishockey-Bundestrainer stand Marco Sturm erstmals in der NHL als Ko-Trainer bei den Los Angeles Kings an der Bande – und musste dabei eine bittere Niederlage einstecken.

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          Auf dem Zwölf-Stunden-Flug von München nach Los Angeles hatte sich Marco Sturm unzählige Videos angeschaut. Keine Kinofilme, sondern die letzten Spiele der Kings. Wenig später sah der ehemalige Eishockey-Bundestrainer live, wie viel Arbeit ihn als Assistenzcoach in der NHL erwartet.

          „Ich war Stürmer, also will ich Tore sehen“, sagte der 40-Jährige. Bei seinem Debüt an der Bande der Kings fielen sie vorwiegend auf der falschen Seite – die 1:5-Heimpleite gegen die Toronto Maple Leafs setzte den Abwärtstrend des Tabellenletzten aus Kalifornien fort. „Wir müssen mehr Offensive kreieren, mehr Tempo“, forderte Sturm, der als Assistent des neuen Cheftrainers Willie Desjardins für die Angreifer zuständig ist. Mit nur 34 Toren stellen die Kings die schwächste Offensive der NHL.

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          Am Sonntag hatte Sturm beim Deutschland Cup in Krefeld noch mit vielen Emotionen und feuchten Augen Abschied von der Nationalmannschaft genommen. Zwei Tage später trat der deutsche NHL-Rekordspieler 9000 Kilometer entfernt seinen neuen Job an – und erlebte gleich ein Debakel. Bei seiner dritten Niederlage in Serie und der zehnten in den vergangenen 13 Spielen war der Stanley-Cup-Sieger von 2012 und 2014 chancenlos. Mit nur elf Punkten aus 17 Spielen ist LA der mit Abstand schlechteste Klub in der NHL.

          Sturm, der in Los Angeles als Chefcoach der Zukunft gilt, kennt mehrere seiner neuen Schützlinge bereits. Vor acht Jahren stand er noch gemeinsam mit Anze Kopitar oder Dustin Brown auf dem Eis. „Ich habe mit einigen von ihnen gespielt – oder gegen sie“, sagte er, „das heißt, dass ich noch immer jung bin, oder?“ In der Saison 2010/11 hatte Sturm 17 Spiele für die Kings bestritten: „Es ist komisch, jetzt auf der anderen Seite zu sein.“

          Mit der Silber-Sensation bei den Olympischen Spielen im Februar in Pyeongchang hatte der Trainer-Neuling auch die NHL auf sich aufmerksam gemacht. Der Traum von der zweiten Karriere in Nordamerika erfüllte sich früher als erwartet. Für seinen neuen Chef war Sturm das Positivste an einem schlimmen Abend. „Es war gut, ihn dabei zu haben“, sagte Desjardins: „Er wird eine großartige Ergänzung sein, er wird uns auf jeden Fall helfen.“ Sturm hatte erst vor knapp zwei Wochen das überraschende Angebot aus Los Angeles angenommen und den Deutschen Eishockey-Bund (DFB) um die Auflösung seines bis 2022 laufenden Vertrages gebeten.

          Am Montag war er nach Kalifornien geflogen – noch ohne seine Familie, die Weihnachten nachreisen wird. Der Start ist stressig: Vier Spiele in sechs Tagen stehen auf dem Programm mit Flügen nach Chicago, Nashville und St. Louis. „Es wird eine heiße Phase“, sagte Sturm: „Da kommt viel auf mich zu. Aber ich hab‘s mir so gewünscht.“

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