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Eishockey : Schnell zurück im tristen Alltag

Die Eishockey-Euphorie ist beendet: drei Vereine stehen vor dem Aus Bild: dpa

Das war's mit der Eishockey-Euphorie. Die Frankfurt Lions haben ein Insolvenzverfahren angemeldet. Die Kassel Huskies wurden von der DEL bereits ausgeschlossen. Und den Kölner Haien droht die Zahlungsunfähigkeit.

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          Nur fünf Tage nach Ende der überraschend positiv verlaufenen Weltmeisterschaft im eigenen Land ist das deutsche Eishockey schon wieder von seinen Alltagssorgen und Sünden der Vergangenheit eingeholt worden. Am Freitag stellte mit den Frankfurt Lions ein weiterer Verein aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Dem Klub fehlen bei der Planung der kommenden Spielzeit zwei Millionen Euro. Gespräche mit der Stadt Frankfurt, möglichen Investoren und angeblich an einem Einstieg interessierten Investoren verliefen ohne Ergebnis.

          Der Unternehmer Siggi Schneider, der mit der von ihm kontrollierten Sportservice Deutschland AG Ende 2008 als Mehrheitseigner bei den Lions eingestiegen war, hatte zuvor deutlich gemacht, dass er nicht bereit sei, mit weiterem Privatvermögen den Klub zu alimentieren; nach eigenen Angaben haben Schneider und zwei stille Teilhaber in den vergangenen zwölf Monaten fast fünf Millionen Euro aufgewendet, um in die Mannschaft zu investieren und Schulden zu tilgen, die in der Amtszeit des verstorbenen Vorgängers Gerd Schröder aufgelaufen waren.

          „Das Verhalten der DEL ist respektlos“

          Geplant sei dennoch, auch nach der Sommerpause am Spielbetrieb teilzunehmen, am Montag werde die Lizenz beantragt. Wer allerdings von einem eröffneten Insolvenzverfahren betroffen ist, erhält laut DEL-Statuten keine Spielgenehmigung mehr – davon sind bereits die Kassel Huskies betroffen, die in einer grotesk abgelaufenen Versammlung am Donnerstagabend ausgeschlossen wurden. „Das Verhalten der DEL ist respektlos, eine Frechheit. Wir werden es nicht hinnehmen, dass diese Leute einfach ignorieren, was ein Gericht angeordnet hat“, sagte der kommissarische Huskies-Geschäftsführer Fritz Westhelle.

          Eingestürzte Träume: Mehrheitseigner Siggi Schneider will die Lions nicht mehr alimentieren

          Der Anwalt hatte bei dem Treffen mit einer einstweiligen Verfügung des Landgerichts Köln punkten wollen, die den übrigen Gesellschaftern eigentlich einen Ausschluss der Huskies unter Androhung einer Geldstrafe bis zu 250.000 Euro oder ersatzweise einer sechsmonatigen Haftstrafe verbot. Doch nach kurzer Beratung entschieden die in Köln tagenden übrigen Klubchefs, sich in ein angrenzendes Hotel zurückzuziehen und den Vertreter der Huskies sowie der Gerichtsvollzieherin den Zutritt zu verweigern – die einstweilige Verfügung sei „zum Zeitpunkt der Versammlung nicht wirksam zugestellt worden“, teilte die DEL anschließend mit. Am Wochenende entscheidet sich außerdem, ob mit den Kölner Haien einem weiteren Erstligaklub die Zahlungsunfähigkeit droht.

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