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Eishockey-Präsident Harnos : „Man muss als Sport Position beziehen“

Uwe Harnos: Öffentlichkeit für Missstände schaffen durch Eishockey spielen Bild: dpa

Eishockey-Präsident Harnos äußert sich kritisch zum WM-Ausrichter Weißrussland, hält aber die Durchführung des Turniers dort für sinnvoll, da Öffentlichkeit geschaffen werde.

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          Das erste Zwischenfazit ist gemischt ausgefallen. Uwe Harnos, der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), wird an diesem Montag von einem Kurzbesuch bei den Weltmeisterschaften in Weißrussland zurückkehren. Nicht alles, was er bei seinem Wochenendaufenthalt im Land des Diktators Aleksandr Lukaschenka gesehen und erlebt hat, gefiel dem Juristen aus Bayern. Sportlich gab es wenig zu meckern. Die von Bundestrainer Pat Cortina betreute Nationalmannschaft startete durch zwei knappe Erfolge gegen Kasachstan (2:1 nach Penaltyschießen) und Lettland (3:2) mit fünf Punkten in die zweiwöchige Veranstaltung. In ihrem dritten von sieben Vorrunden-Einsatzen bekommen es die Deutschen am Dienstag mit Finnland zu tun (15.45 Uhr) 

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Kritisch äußerte sich Harnos zum Ausrichterland der Titelkämpfe: „Ich denke, wenn man westeuropäische Standards an den Tag legt, dass in Weißrussland einiges im Argen liegt“, sagte er im Gespräch mit dem Deutschlandfunk. Anders als der Schweizer René Fasel, Präsident des Internationalen Eishockey-Verbandes, der zuletzt stets von einer Trennung von Sport und Politik gesprochen hatte, betonte Harnos: „Man muss als Sport Position beziehen.“

          Die Hauptaufgabe, um gesellschaftliche Probleme anzuprangern, liege bei Politik und Wirtschaft. Dazu müsse man sich „die Adressaten in der Politik und der Wirtschaft suchen“, wenn man auf Systeme wie in Weißrussland Einfluss nehmen wolle. Soweit sich bis zum WM-Finale am 25. Mai Gelegenheit dazu ergebe, tue auch er das, kündigte Harnos an, der kommendes Wochenende zum Abschluss der Vorrunde wieder nach Minsk reist.

          Turniere in Ländern wie Weißrussland auszurichten hält der Rechtsanwalt aus Kaufbeuren grundsätzlich für sinnvoll, weil so Öffentlichkeit geschaffen werde für Missstände. Zuletzt hatten Organisationen wie Amnesty International auch dem DEB vorgeworfen, er blende die Menschenrechtsverletzungen des totalitären Lukaschenka-Regimes aus und verhelfe ihm mit der WM-Teilnahme stillschweigend zu einem Imagegewinn.

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