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Krefelder Eishockey-Streit : Pietta wehrt sich gegen die Pinguine

  • -Aktualisiert am

Daniel Pietta: einer der wenigen Gründe, noch Eishockey in Krefeld zu besuchen. Bild: Imago

Es gibt kaum noch Gründe, sich für den Krefelder Eishockeyverein zu interessieren. Einer davon ist Daniel Pietta, gebürtiger Krefelder, Nationalspieler, Gesicht des Teams. Ausgerechnet ihn will der neue Klubchef loswerden.

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          Normalerweise spielt sich das Geschehen innerhalb eines Profisportvereins an wenigen Orten ab. Im Stadion und auf dem Trainingsplatz, in Büros und Konferenzräumen, hin und wieder auch in einer Fan-Kneipe. In Krefeld gibt es einen weiteren Ort: das Arbeitsgericht. Seit November 2015 wurden dort allein wegen des Fußball-Drittligavereins KFC Uerdingen Dutzende Rechtsstreitigkeiten verhandelt. Erst in der Vorwoche klagte der ehemalige Weltmeister Kevin Großkreutz auf ausstehende Gehaltszahlungen.

          Am Montag nun war der zweite Großklub der Stadt dran: die Krefeld Pinguine aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Auch die zahlen ihrem prominentesten Spieler seit Monaten kein Gehalt, laut Medienberichten sollen sie auch die Autoschlüssel für den Dienstwagen eingezogen und dem Spieler Hausverbot erteilt haben. Was für Wirbel unter den Fans sorgte, die zur Halle fuhren und ein Solidaritätsplakat aufhingen.

          Daniel Pietta ist ihr Liebling, das Gesicht des Vereins. Der 33-Jährige ist nicht nur Nationalspieler, er ist auch gebürtiger Krefelder und hat seit seiner Jugend bis auf ein paar Wochen nie woanders gespielt. Nicht wenige Beobachter sehen in ihm den einzigen Grund, warum sich Fans und Sponsoren noch für den KEV interessieren. Fünfmal in Folge hat der die Play-offs verpasst – was in der DEL nicht so einfach ist, weil zehn der vierzehn Teams die Endrunde erreichen. An Pietta liegt es nicht. In den 244 Spielen der vergangenen fünf Saisons sammelte er 240 Scorerpunkte und ist damit der drittbeste Spieler der Liga. Warum will man so jemanden loswerden?

          Der Grund ist die neue Vereinsführung. Nach einer Schlammschlacht in der Vorsaison um die Macht im Verein übernahm die Schweizer Save’s AG die Mehrheit im Klub. Warum, bleibt ein Rätsel. Interviewanfragen lehnt Vorstand Stefano Ansaldi ab, er ist auch nicht vor Ort. Die Geschäfte führt Roger Nicholas, ein ehemaliger Profi, der seit Jahren keine Position in der DEL innehatte. Umso forscher ging er ans Werk und baute das Team um. Dafür sei es notwendig, dass Pietta gehe, ließ Nicholas Mitte Mai via Pressemitteilung wissen: „Wenn wir ohne Daniel arbeiten, haben wir deutlich mehr Budget zur Verfügung.“ Ein bemerkenswerter Vorgang – zumal Piettas Vertrag bis Mitte 2025 läuft. 2015 unterschrieb er den längsten Vertrag der deutschen Eishockeygeschichte.

          Doch der sei gar kein Arbeitsvertrag, argumentieren die Pinguine nun. DEL-Spieler, auch solche mit mehrjährigen Verträgen, müssen vor jeder Saison diverse Unterlagen einreichen, von sportmedizinischen Untersuchungen über Lizenz- bis arbeitsvertragliche Vereinbarungen, wie Piettas Anwalt Markus Goetzmann nach der Verhandlung bestätigte. Aber diese Unterlagen als konkreten Arbeitsvertrag zu definieren sei falsch. Für ihn ist das Papier von 2015 der Arbeitsvertrag, „und eines ist bei den ersten Andeutungen der Vorsitzenden herausgekommen: Man wird nicht so tun können, als wäre das Dokument nichts“, sagte Goetzmann. Ebenjene Vorsitzende, Richterin Monika Lepper-Erke, fällte dennoch kein Urteil. Sie setzte einen Kammertermin für den 26. November an, bis dahin wollen sich beide Parteien treffen und zu einer Lösung kommen. Fest steht wohl nur eins: Pietta wird nie wieder das Trikot seines Heimatvereins tragen.

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